In einem
Beitrag auf dem
Core Banking Blog geht
Kris Hansen auf das ambivalente Verhältnis der Banken zu ihren Alt-Systemen ein. Seit Jahren bekommen die Verantwortlichen in den Banken von verschiedenen Seiten zu hören, dass ihre Systemlandschaft den aktuellen und künftig noch zu erwartenden Anforderungen, genannt sei hier nur das Thema Mobile Banking, nicht mehr gerecht wird und damit ein großes operationelles Risiko darstellt.
Wie so oft, so ist auch hier die Lage nicht so eindeutig, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Denn häufig befinden sich die Alt-Systeme noch in einer erstaunlich guten Verfassung, d.h. sie sind nach wie vor in der Lage, das bestehende Geschäftsmodell zu einem vertretbaren Aufwand zu unterstützen. Hansen spricht von dem Business Operating Model - ein Hinweis, den ich für wichtig halte, so schreibt er:
If your platform is not supporting the desired business operating model, it´s a drag on your business and is a liability.In dem Zusammenhang halte ich die Definition der vier Operating Models für hilfreich, die
Jeanne W. Ross, Peter Weill und
David C. Robertson in ihrem Buch
Enterprise Architecture as Strategy entworfen haben.
Das Operating Model beschreiben sie darin wie folgt:
An operating model is the necessary level of business process integration and standardization for delivering goods and services to customers. An operating model describes how a company wants to thrive and grow. By providing a more stable and actionable view of the company than strategy, the operating model drives the design of the foundation for execution. The operating model decision has a profound impact on how a company implements business processes and IT infrastructure. A company without a clear operating model brings no automated, preexisting, low-cost capabilities to a new strategic pursuit. Instead, with each new strategic initiative the company must effectively begin anew to identify its key capabilities. But selecting an operating model is a commitment to a way of doing business. Die Operating Models sind, eingeteilt nach ihrer Ausprägung in den Kategorien Standardisierung und Integration:
- Coordination (low standardization, hight integration)
- Diversification ( low standardization, low integration)
- Unification (high standardization, high integration)
- Replication (hight standardization, low integration)
So lange die Alt-Systeme das bestehende Business Operating Model zu einem vertretbaren Aufwand unterstützen, will die Entscheidung darüber, ob eine Ablösung nicht doch an der Zeit ist, wohl überlegt sein. Auch Hansen räumt ein, dass dieser Schritt, wenngleich schmerzhaft, nicht selten unumgänglich ist.
In Zukunft, das ist inzwischen meine feste Überzeugung, sind Fragen des
Organizational Design und
Design Thinking die entscheidenden in der Bank-IT. Dazu später mehr.
Weitere Informationen:
Competing by Design. The Power of Organizational Architecture
Quelle: http://bankstil.blogspot.de/2013/06/alt-systeme-in-banken-eine-ambivalente.html