Gegenwärtig erlebe ich die Beschwörung der Allmacht des Informationsangebotes, die mit dem Begriff „Cloud“ allgegenwärtig ist, und kaum einen Widerspruch duldend, von mir zur Kenntnis genommen wird. Dürfen dennoch die Assoziationen, die dieser Begriff aufwirft, hinterfragt werden. Ich meine ja, wenn diese Fragen aus dem Blickwinkel aufgeworfen werden, der sich an der geschichtlichen Entwicklung wissenschaftlicher Aufgaben orientiert. Wie ist im Besonderen die Wirkung einer „Cloud“ auf die Auslösung innovativer und kreativer Leistungen zu bewerten.
Wer einen langen Zeitraum der Entwicklung von Wissenschaft und Technik in seinem Berufsleben erlebt hat, wird u.a. vielleicht folgende Ansicht vertreten.
Kernaktivität wissenschaftlicher Arbeit war und ist noch jetzt das Literaturstudium und nach wie vor besteht die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen darin, aus dem Literaturstudium neue Erkenntnisse zu gewinnen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen beziehungsweise die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Fähigkeit das Literaturstudium richtig zu nutzen macht die eigentliche Kreativität aus, ein Begriff, mit dem sehr leichtfertig umgegangen wird. Ich habe manchmal den Eindruck, das heutzutage bereits eine schräge Frisur als kreative Leistung gesehen wird. Dabei beziehe ich mich u. a. auf eine Sendung des ZDF, die ich vor Jahren mir einmal angeschaut habe.
Wie können nun im Besonderen wissenschaftliche Leistungen nach objektiven Gesichtspunkten bewertet werden? Wie kann man die Spreu vom Weizen sondern?
Die vielen, vielen Einzelinformationen, die das überschäumendes Angebot an Informationen, die Clouds ausmachen, beinhalten zunächst im Einzelnen nicht unbedingt etwas Neues, sondern stellen normal zu erwartende Ergebnisse dar.
Nicht übersehen werden kann, dass das ausufernde Informationsangebot auch Gefahren in sich birgt.
Es führt sicher in der Breite zur Minderung des wissenschaftlichen Verständnisses, repräsentiert es wirklich den Fortschritt, ist es vielmehr nichts anderes als das alte Literaturstudium auf einem höheren Niveau hinsichtlich des Umfanges, führt es wirklich zu neuen Ergebnissen, Zweifel sind angebracht. Nach wie vor ist für den wissenschaftlichen Fortschritt bestimmend, dass sich jemand findet, der aus den Informationen etwas machen kann. Kann mit dem höheren Informationsangebot Leistungsvermögen ersetzt werden? Kann das Informationsangebot Leistungen ersetzen
Damit erhebt sich zunächst Frage wie Leistung gemessen werden kann. Wo gibt es gesellschaftliche Bereiche wo das möglich ist?
Die nach meiner Meinung überzeugende Antwort: Im Sport, Das trifft für alle Disziplinen in der Leichtathletik zu, wo Leistungen exakt nach m, sec., kg gemessen werden können. Aber auch Mannschaftsdisziplinen wie z.B. Fußball können nach den erzielten Toren exakt bewertet werden
Kann man nun eine Übertragung auf intellektuelle Leistungen rechtfertigen? Ich meine ja
Eine Brücke zu dieser Ansicht kann im Schachsport gesehen werden,
Es besteh also keine Zweifel, dass im Sport Leistungen exakt bewertet werden können und eine Übertragung trotz vieler Schwierigkeiten auf intellektuelle Leistungen möglich ist.
Der Vergleich mit dem Sport eröffnet zudem Möglichkeiten das Leistungsvermögen großer Gemeinschaften qualitativ und quantitativ zu erfassen und zu beurteilen.
Das ist nach der altbewährten Gauß-Verteilung möglich. Nach meinen praktischen Erfahrungen in meinem Berufsleben können die Ergebnisse von Brainstorming zum Beispiel nach folgender Grobeinschätzung bewertetet werden: Sehr wenig unbrauchbare Vorschläge,Teilnehmer nehmen die Rolle von Statisten ein, viele Vorschläge, die sich an Bekanntem orientieren, aber auch nur sehr wenige wirklich originelle Vorschläge. Könnte man die Zielstellung einer Brainstorming-Sitzung oder eines Ideenwettbewerbes in eine exakte Kenngröße kleiden, etwa in eine Realisierungsangabe oder zum Realisierungsaufwand für einen Lösungsvorschlag in Euro, bin ich überzeugt, dass die Ergebnisse einer solchen umfangreichen Expertenbefragung einer Gauß-Verteilung gehorchen würden.
Die besondere Schwierigkeit diese Ansichten zu vermitteln besteht darin, dass für die unterschiedlichen Problemfälle schwer unstrittige Kennziffern beigebracht werden können und zudem in der öffentlichen Meinungsbildung der Gebrauch der Gauß- Verteilung bei der fachlichen Argumentation vorwiegend linksorientierten Angriffen ausgesetzt ist.
Hier kann wieder das Beispiel Sport weiterhelfen.
Der Vergleich mit dem Sport ist zugleich ein Argument für die Anwendung der Gauß-Verteilung bei der Beurteilung gesellschaftlicher Prozesse. Auf Grund der unstrittigen Kennzeichnungsmerkmale Sekunden, Meter, Kilogramm sind Zweifel polemischer Art an der Gültigkeit der Gauß-Verteilung nicht möglich.
Ich bin überzeugt, dass man aus den vielen Daten (Zeitwerte), die ein Marathonlauf hergibt zum Beispiel, eine exakte Gauß-Verteilung konstruiert werden kann. Ein gewichtiges, uns erkenntnistheoretisch prinzipielles Argument für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit
die gegenwärtige vordergründige Ausrichtung der wirtschaftlichen Tätigkeit in Richtung Netzwerktechnik und Bereitstellung eines umfangreichen Datenangebotes (Clouds) bewegt sich an den Realitäten vorbei. Nach wie vor ist es für die Sicherung des wissenschaftlich-technischen Fortschrittes entscheidend die Kader ausfindig zu machen, die mit dem verbesserten Informationsangebot etwas anzufangen wissen.
Weder Clouds noch Netzwerke generieren im Selbstlauf neue Erkenntnisse und kreative Impulse.
Offensichtlich stehe ich mit dieser Ansicht gegen den Rest der Welt, im Besonderen
gegen die Arbeitsrichtung der Competence-site allein
Aus Beispielen aus meinen Berufsleben, als Leiter einer kleinen Entwicklungsabteilung habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass sich die Verhaltensstrategien der Menschen nicht ändern. Nach Ben Akiba, einem Weisen aus dem Morgenland, ist Alles schon einmal da gewesen.
Mit dem Bewusstsein, dass ich mich nicht ändern kann und auch nicht ändern will, stelle ich mich dennoch als Diskussionspartner hier auf den Competence-site zur Verfügung.
Fachlicher Lebenslauf
Geb.; 08. 05. 1933
1951 Abitur an der Oberschule Eilenburg
1959 Abschluss Physikstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle
Thema der Diplomarbeit: Durchflußmengenmessung mittels Ultraschall
1962 Leiter des so genannten Physikalischen Labors im damaligen Elektrochemischen Kombinat in Bitterfeld.
Ab 1970 Leiter einer Entwicklungsgruppe in einer ingenieurwissenschaftlichen Abteilung der Forschung im Chemiekombinat Bitterfeld (Nach Eingliederung der Farbenfabrik Wolfen in das Bitterfelder Kombinat). Aufgabengebiet: Entwicklung von Messgeräten
1974 externe Promotion an der Karl-Marx-Universität Leipzig, Thema der Arbeit:
Untersuchungen zum gelchromatographischen Trennprozess.
Ab 1980 war ich dann Abteilungsleiter (45 Mitarbeiter, Entwicklung von Automatisierungsmitteln) in einem neugebildeten Fachbereich Automatisierungstechnik.
Meine Erkenntnisse zum Thema Ideenfindung hatte ich, wie damals üblich, im Zuge meiner Promotion als Belegarbeit für das Fach Marxismus-Leninismus unter dem Titel „Kreativität und Wettbewerb „1973 niedergelegt. In diese Arbeit waren auch praktische Erkenntnisse mit Brainstorming eingeflossen.
Immerhin war zusammen mit einem Mitautor eine Veröffentlichung in einer DDR-Fachzeitschrift geplant, in die meine Vorstellungen eingearbeitet waren Diese Veröffentlichung wurde mit der Wende hinfällig
Nach der Wende hatte meine Frau zusammen mit mir eine Pension aufgebaut und erfolgreich betrieben. Aus dem Pensionsbetrieb hatte ich eine touristische Aufgabenstellung aufgegriffen die eine touristische Vermarktung der so genannten frühen Bernsteinstraße zum Ziel hatte. Umfangreiche Informationen dazu unter
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