Filter
Filter
ALLE THEMEN
ALLE BRANCHEN
ALLE REGIONEN
AKTUALITÄT
QUALITÄT

Interkulturelles Intermezzo: Die große Reise – und die vielen kurzen Wege

  •  von  | blog.it | 
    19.4.2012
    - von Ina Baum, itelligence Deutschland - Leseprobe aus dem neuen Buch “Helden für den Mittelstand – weltweit”, herausgegeben von Herbert Vogel und Dieter Schoon. “Meine Mutter hat immer gerne gesagt: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ – Recht hatte sie: Wer viel herumkommt in der Welt, der erlebt viele Geschichten. Er lernt andere Orte, neue Menschen und fremde Kulturen kennen, von denen er dann – wieder zuhause – kenntnisreich erzählen kann. Kenntnisreich und reich an Erkenntnis. Genau! War da nicht neulich, eingeladen zu indischen Kollegen, etwas Merkwürdiges? War es nicht irgendwann ganz eigenartig, dass sie dort ständig zu allem nickten? Tatsächlich sagen die meisten Inder zu jedem Satz, den man äußert, rasch ein „Ja!“ – auch wenn sie offenbar noch nicht sicher sind, ob sie zustimmen möchten und können. Sie sagen „Kein Problem!“, wo sie vielleicht noch gar nicht alles überschauen. „Kein Problem“, könnte man sich da seinerseits sagen, aber: Wenn es dann mal nicht klappt, dann kommen einem Zweifel an ihnen: Die haben doch „Ja!“ gesagt! Warum schaffen sie es denn jetzt nicht? Und schon denkt man sich: Auf die kann man sich ja wohl doch nicht wirklich verlassen – und schon ist man enttäuscht und frustriert. Und man macht „sein Ding“ lieber alleine weiter. Dabei war ganz am Anfang, im ersten Gespräch schon, etwas übersehen worden. Das Ja-Sagen der Inder hat mit deren Kultur zu tun. Still zu sein etwa heißt dort nicht automatisch Zustimmung! Stille auf eine Frage hin oder Schweigen in einer Debatte bedeuten noch lange nicht Konsens. Bei uns „zuhause“ ist das so: Wenn ich meinem deutschen Kollegen eine These vorschlage und er schweigt, dann hat er nicht widersprochen – und das heißt dann ganz selbstverständlich, ich kann von seiner Zustimmung ausgehen. Im asiatischen Raum ist das jedoch völlig anders. Während wir „bei uns“ sofort diskutieren, Gegenargumente formulieren, Möglichkeiten entgegenhalten, gebietet die östliche Auffassung von Respekt, dass man zunächst zurückhaltend ist mit einer eigenen Anschauung und mit Gegenmodellen. Aber wie geht man nun um mit diesen zwei diametralen Umgangsformen? Soll man jedes äußerliche „Ja“ für ein inneres „Nein“ halten, sich am Ende gar vom Schweigen der Partner lähmen lassen?…” Das Buch “Helden für den Mittelstand – weltweit” ist nun im Buchhandel erhältlich.
    Weiterführende Links und Dateien:
    Vorschaubild einer externen URL
    Anlagen (1)
    mehr lesenweniger lesen
 
Bisher gibt es in dieser Liste noch keine Einträge
current time: 2014-10-01 01:55:57 live
generated in 1.223 sec