Wie können Krankenhäuser, Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren besser miteinander arbeiten und wie kann Informationstechnologie helfen? Antworten auf diese zentralen Fragen wird die MEDICA 2011 in Düsseldorf geben, die mit gut 4.500 Ausstellern aus 60 Nationen weltgrößte Medizinmesse (16. – 19. November 2011). Sie ist mit mehr als 400 Ausstellern mit Angeboten zu medizinischen Informations- und Kommunikationstechnologien auch die zentrale und führende Branchenplattform für diesen speziellen Bereich, was ebenfalls durch das starke IT-Interesse der Besucher unterstrichen wird. Von den 137.200 Fachbesuchern der MEDICA 2010 interessierten sich mehr als 40.000 speziell auch für medizinische IT.
Die sektorenübergreifende Vernetzung mittels geeigneter Informationstechnologie wird dieses Jahr ein maßgebliches MEDICA-Thema sein. „Diese Entwicklung spiegelt sich zum einen in Produkten zur Anbindung von medizinischen Versorgungszentren wider und zum anderen werden die Systeme zum Anlegen von digitalen Akten also der notwendige Dokumentenaustausch zwischen den Institutionen beeinflusst“, erklärt Andreas Lange, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Gesundheits-IT e. V. (bvitg) und sieht die sektorübergreifende Vernetzung neben dem „Mobile Computing“ und Aspekten der IT-Sicherheit als einen starken IT-Trend an. Lange ist einer der Teilnehmer an der von Ministerialrat Mathias Redders, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, moderierten Podiumsdiskussion „elektronische Aktensysteme im Gesundheitswesen“ im Rahmen des MEDICA MEDIA FORUM, dem etablierten Themenpark der MEDICA für Telemedizin und medizinische IT (Halle 15). Auch geht es gleich am ersten Tag, am Mittwoch, 16. November, in einer weiteren Veranstaltung beim MEDICA MEDIA FORUM um den Nutzen der Telematik und Telemedizin für die Praxis.Andreas Lange, der auch Mitglied des Messebereits der MEDICA ist, macht deutlich, dass bereits der Vorgängerverband des bvitg, der VHitG, den Standard zum elektronischen Arztbrief setzte. Der habe sich als alleiniger Standard etabliert, „aber im Rollout hängen wir noch nach.“ Der „eArztbrief“ wird ebenfalls heißes Diskussionsthema am ersten Tag der MEDICA sein – genauso wie der Versuch, die Grenzen zwischen den Sektoren zu überwinden. Prof. Dr. oec. Volker Amelung, Schwerpunktprofessur für Internationale Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover und Vorstandsvorsitzender Managed Care e. V., wird in einer entsprechenden Diskussion unter anderem Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer Gesundes Kinzigtal GmbH begrüßen. Diese koordiniert und steuert die medizinische Gesamtversorgung – also sowohl im Krankenhaus, also in Arztpraxen- für alle 31.000 AOK/ LKK-Versicherten der Region Kinzigtal, für alle medizinischen Diagnosen und über alle Leistungserbringer hinweg. Sie gilt als ein Leuchtturm in Sachen Integrierter Versorgung.
Natürlich wird auch die mobile Medizin eine Rolle spielen. So werden zum Beispiel „Apps in der Radiologie“ unter der Moderation von Dr. Sang-Il Kim, InterComponentWare AG, beim MEDICA MEDIA FORUM besprochen.
Gerätevernetzung birgt Risiken
Im gesamten Gesundheitswesen spielt Datensicherheit eine wichtige Rolle. Auch darum muss es gehen, wenn das Netz der Dinge im Krankenhaus Gestalt annehmen soll. Klar ist, dass die Vernetzung zum Beispiel von Endoskopiesystemen, unterschiedlichen Bildgebungs- und computergestützten Planungssystemen Risiken mit sich bringen kann. Die Sicherheit bei der Integration und Vernetzung verschiedener medizinischer Geräte - das soll die seit März 2011 europaweit geltende Norm „IEC 80001-1“ sichern. Sie liefert Lösungsansätze für den System- und Datenschutz in medizinischen IT-Netzwerken. Wie die Krankenhäuser diese Lösungsansätze praktisch umsetzen können, das schildert Markus Holzbrecher-Morys, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Im Projekt „smartOR“ soll erprobt werden, wie sich die riskanten Verständnisprobleme der Geräte vermeiden und beheben lassen. „Plug-and-Play“ soll also nicht nur in der Heimelektronik, sondern auch im Krankenhaus und insbesondere dem Operationssaal möglich werden. Professor Klaus Rademacher, Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik an der RWTH Aachen, wird dieses Projekt vorstellen. Für Dipl.-Ing. Johannes Dehm, VDE Initiative MikroMedizin und Moderator dieser Veranstaltung, ist klar, dass sich Hersteller mit dem Einhalten von Standards beschäftigen sollten – und Betreiber sowie Hersteller sehr genau regeln sollten, für was sie verantwortlich sind. Dies geschieht dann auch zum Nutzen der Patienten.
Insgesamt bieten das MEDICA MEDIA FORUM und die Ausstellerangebote der MEDICA 2011 eine umfangreiche Standortbestimmung der Telemedizin zur MikroMedizin (neue Verfahren unter Ausnutzung mikrotechnischer Komponenten und Systeme), personalisierten / individualisierten Medizin aus der Perspektive von IT und Telemedizin, zu „Apps“ im Gesundheitswesen und EU-Projekten auf dem Gebiet von „eHealth“.
Darüber hinaus stehen auch innovative Projekte von Kooperationspartnern der Messe Düsseldorf für eine enge Verzahnung von Wissensvermittlung, fachlicher Diskussion und der Veranschaulichung des Nutzens innovativer medizinischer (IT)-Lösungen in der praktischen Anwendung.
Anzuführen sind beispielsweise die Sonderschau „Wearable Technologies“ der Navispace AG (Halle 15) für komfortabel tragbare medizintechnische Geräte zur Patientenfernüberwachung oder auch der Gemeinschaftsstand der CTIA – The Wireless Association (USA) zu mobilen Produkten, Anwendungen und Netzwerkmanagement-Lösungen für den Gesundheitsmarkt (ebenfalls in Halle 15).
Informationen zu Ausstellern der MEDICA 2011, Produktinformationen und Unternehmensnachrichten sowie das Programm des MEDICA MEDIA FORUM sind online abrufbar unter: http://www.medica.de
Bei Veröffentlichung freuen wir uns über ein Belegexemplar.
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