Kurzfristige Preisprognosen für Gold sind unsicher. Langfristig scheint hingegen der Trend intakt zu sein.
Seit Jahresanfang hat Mexiko knapp 100 Tonnen Gold gekauft. Russland stockte seine Goldreserven im März um rund 20 Tonnen auf, Thailand kaufte im selben Monat knapp zehn Tonnen. Die Liste der großen Goldkäufer ließe sich wohl noch um einige Länder verlängern, doch allein diese wenigen Daten zeigen, dass das Edelmetall nach wie vor sehr begehrt ist. GFMS zum Beispiel, eine auf Edelmetalle spezialisierte Beratungsgesellschaft, geht davon aus, dass Regierungen und Notenbanken in diesem Jahr bis zu 240 Tonnen Gold kaufen könnten. Grund für die aktuellen Zukäufe: die wachsende Angst vor einer Entwertung des US-Dollars und der US-Staatsanleihen. Beide machen bei vielen Notenbanken rund um den Globus immer noch den größten Teil der gehaltenen Reserven aus: „Aus Sicht der Zentralbanken ist es sinnvoll, Gold zu kaufen“, so etwa die Einschätzung von Peter Morici, Wirtschaftsprofessor an der Universität Maryland in College Park und früherer Berater der US-Regierung. „Der US-Dollar ist keine sichere Reservewährung mehr. US-Staatsanleihen taugen nicht mehr als solides Investment.“ Was bleibt, ist die Flucht in Sachanlagen, wie eben Gold.
Hinweise auf eine Korrektur.
Damit nimmt das Edelmetall am Rohstoffmarkt aber auch eine Sonderstellung ein. Faktisch losgelöst von der industriellen Nachfrage – die sich in den zurückliegenden fünf Quartalen kaum verändert hat – ist der Goldpreis, getrieben vom Interesse der Investoren, immer weiter gestiegen. Skeptiker warnen deshalb vor einer gefährlichen Spekulationsblase. George Soros etwa bezeichnete schon Anfang letzten Jahres Gold als „ultimative Blase“. Aber auch er wollte und will weitere Preissteigerungen nicht ausschließen, das Umfeld für Gold sei schließlich „geradezu ideal“, so Soros. [...]
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