Staatsanleihen: Schiffbruch im sicheren Anleihehafen
Die Zeichen stehen auf Sturm. Der expansive Kurs der Notenbanken könnte die Inflation und die Renditen am Rentenmarkt in die Höhe katapultieren – insbesondere in den USA.
Im Zuge der Krise haben Zentralbanken rund um den Globus die Leitzinsen kräftig gesenkt, viele Milliarden US-Dollar in die Finanzmärkte gepumpt – und die Refinanzierungsbedingungen für die Banken gelockert. Dennoch läuft die Geldschöpfung der Geschäftsbanken nicht rund. Die von den Zentralbanken geschaffene Geldmenge M0 wird nur schleppend in Form von Krediten weitergereicht. „Andauernde Beschränkungen bei der Kreditvergabe sind der Hauptgrund dafür, dass ich mit einer schrittweisen Stärkung der wirtschaftlichen Aktivität und einer lang samen Abnahme der Arbeitslosigkeit rechne“, meint der stellvertretende Vorsitzende der US-Notenbank Donald Kohn.
Mit anderen Worten: Der Transmissionsmechanismus ist ins Stocken geraten. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem durch Änderungen der Zinssätze über verschiedene Kanäle das Verhalten von Wirtschaftsakteuren, die Wirtschaftstätigkeit und letztlich das allgemeine Preisniveau beeinflusst werden.
Notenbanken steuern Preisentwicklung. Da die US-amerikanische Notenbank Fed im Zuge der Krise eine deutlich expansivere Gangart an den Tag gelegt hat als die Europäische Zentralbank oder die Bank of Japan, sind die USA am stärksten auf Inflationskurs. So schraubte Fed-Chef Ben Bernanke die Leitzinsen von August 2007 bis Dezember 2008 um 5 Prozentpunkte auf aktuell 0 bis 0,25 Prozent zurück, während die EZB den Schlüsselzins im gleichen Zeitraum lediglich um 3,25 Punkte auf 1,0 Prozent gesenkt hat. [...]
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