Indexfonds/ETFs sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren
Indexfonds/ETFs werden durch komplizierte Konstruktionen immer risikoreicherBörsengehandelte Indexfonds, auch Exchange Taded Fonds (ETF) genannt, sind grundsätzlich eine gute Sache. Da investiert ein Fonds so in einen Index, daß er ihn möglichst genau nachbildet. Damit folgt die Wertentwicklung des Fonds der Entwicklung des Index. Er verzichtet auf ein aktives Management und ist damit extrem kostengünstig und transparent. Hintergrund ist die Erkenntnis, daß nur die wenigsten Fonds dauerhaft in der Lage sind, einen Vergleichsindex zu schlagen.
Indexfonds sind zur Zeit groß in Mode, auch bei Privatanlegern. Der Markt wächst rasant mit einer Vielzahl neuer Modelle in letzter Zeit. Für die Fondsgesellschaften und Banken ist das ein Problem, denn sie bekommen nur noch einen Bruchteil der Provisionen eines "normalen" Fonds. Daher sind sie nicht untätig geblieben und entwickeln mit großer Kreativität neue Fondsmodelle. Dabei werden dann beispielsweise Indices nicht mehr direkt 1 : 1, sondern über Derivate nachgebildet oder es werden stark strukturierte Fonds mit hochkomplizierten Konstruktionen aufgelegt (nur für den absoluten Fachmann verständlich). Außerdem sollte man sich die zu Grunde liegenden Indices sehr genau anschauen. Auch hier gibt es inflationäre Tendenzen, denn mittlerweile gibt es fast für jedes noch so kleine Anlageziel einen besonderen Index. Dafür werden dann auch schon mal spezielle "Indexgebühren" (bis zu 1% p.a.) berechnet. Und auch bei den sonstigen Gebühren wird bei dieser Art von Fonds wieder kräftiger zugelangt: jährliche Gesamtkosten zwischen 0,5% und 1% sind keine Seltenheit.
Also auch hier gilt: Augen auf beim Indexfondskauf! Der Teufel steckt im Detail und man sollte genau verstehen, was man da eigentlich kauft. Falls das nicht gelingt, was bei der Komplexität keine Schande ist, Finger weg.
www.hds-finanzen.de
Foto: Fotolia
Collage: eigene
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.

