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RE: ( 2 ) Basis von allem: Kultur Marketing-Branche => Verantwortung + Partnerschaftlichkeit o. Zynismus

Stefan Mosig
Antwort von Stefan Mosig, m|c|p mosig consulting partner zu Basis von allem: Kultur Marketing-Branche => Verantwortung + Partnerschaftlichkeit o. Zynismus von Dr. Winfried Felser | 9.10.2011, 14:18:42 RE: ( 2 ) Basis von allem: Kultur Marketing-Branche => Verantwortung + Partnerschaftlichkeit o. Zynismus

Hallo Her Felser,

interessante Äußerungen, aber ich denke (hoffe), dass es sich um Platitüden handelt, die Sie in ähnlicher Weise wörtlich genommen zum Disput gestellt haben. Selbstverständlich ist Marketing AUCH dazu da, Dinge zu verkaufen, die wir nicht brauchen, weil unsere Gesellschaft an sich übersättigt ist. Um es genauer zu formulieren, hätte man auch sagen können: Wir heben Bedürfnisse.

Und da kommen wir dann bei Ihrer These an, die ich  teils unterstütze.

Letztlich ist Marketing doch dafür da, um dem Kunden einen (irgendeinen!) Nutzen zu vermitteln. Ob dieser Nutzen in einem nicht greifbaren oder greifbaren Bereich liegt, das hängt vom "Produkt" ab. Einige Marketing-Agenturen neigen tatsächlich zu gnadenloser kreativer Selbstüberschätzung, ich denke allerdings auch, dass kreative Köpfe sehr überzeugt sein müssen von dem was sie tun, sonst wird aus Passion schnell 08/15. Ich stimme Ihnen zu, dass ein Wertschöpfungscommitment eine tolle Sache wäre und auch, dass eine tatsächliche Wertschöpfung existieren sollte. Dabei ist allerdings anzumerken, dass sehr vieles nicht schnell messbar ist. Marketing deckt - im Gegensatz zur Werbung, die nur einen sehr geringen Teil des eigentlichen professionellen Marketings ausmacht, eine strategische Komponente ab.

Das vergessen viele GFs und CEOs nur allszu gerne. Gerade angestellte Unternehmenslnker suchen das schnelle Ergebnis. Dafür sind strategisch angelegte Marketingkampagnen eher wenig förderlich. Warum sollte sich der in Quartalen denkende Manager sich veranlasst sehen, darüber nachzudenken, wie eine Umwandlung von einem Stahlkonzern zum Tourismusriesen mit Marketingmaßnahmen so begleitet werden kann, dass dieser Umbauprozess dann nach 10-15 Jahren vollständig in der Zielgruppe positiv verankert ist?

Ich denke, dass die kreative Branche sehr schnell darauf reagiert, wenn auch die Unternehmensleitungen wieder zurück kommen an den Punkt, keine schnellen Wunder zu erwarten. Nur wenn das der Fall ist, dass BEIDE Seiten sich aufeinender einlassen, wird auch die Notwendigkeit aufhören den Etats mit völlig obstrusen versprechungen hinterherzurennen und sich einfach einmal über das wirkliche große Ziel zu verständigen und dann einen sauberen Plan zu entwicklen.

Die entscheidenden Stichworte dürften "Unternehmensstrategie" und "Philosophie" sein. Wenn Unternehmen das auch leben dann werden "Werber" und Agenturen auch zu Partnern werden können. Nur wenn ein Unternehmen eine werthaltige Kultur lebt, wird auch die Führung nur Kampagnen zustimmen, die eben nicht "Scheiße für Gold" verkaufen wollen.

Es stellt sich also die Frage, wer in dem Spiel der "kranke Arsch" ist?!

Wertemanagement und Wirtschaftsethik werden zunehmend von Nöten sein.

Viele Grüße Stefan Mosig

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