01.02.2013

In einer solchen Idealorganisation würden Führungskräfte die Verantwortung für die Talententwicklung in ihrem Bereich natürlich voll und ganz wahrnehmen: Führungsneulinge coachen, Mitarbeitern konstruktives Feedback geben und Potenziale in der Belegschaft identifizieren und fördern. Entwicklungsgespräche wären nicht nur lästige Pflicht, sondern Ausgangspunkt für langfristige Entwicklung. In dieser Organisation würde es zum Rollenverständnis von Managern gehören, diese Aufgabe positiv anzugehen.

 

Machen wir uns allerdings nichts vor – soweit sind wir noch nicht. Ich denke aber, dass es die Aufgabe von HR und Talent Management ist hier die Spielregeln und Prozesse festzulegen, damit sich eine derartige Kultur entwickeln kann. Ein Aspekt: Sinnvolle, einfach zu verwendende Tools, die sich einer für alle User verständlichen Sprache bedienen. Tools, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, werden erfahrungsgemäß nicht genutzt.

 

Darüber hinaus muss Talent Management dafür sorgen, dass Führungskräfte auch die nötigen Skills haben, beispielsweise Entwicklungsgespräche für beide Seiten zufriedenstellend zu gestalten. Letztendlich kommt es auf die Fähigkeiten des Chefs an, ob ein Gespräch erfolgreich verläuft. HR muss die Führungskräfte hier im Vorfeld mit den essenziellen Fähigkeiten ausstatten: das Selbstwertgefühl des Gegenübers bewahren und stärken, empathisch zuhören und antworten, eigene Beweggründe und Gefühle deutlich machen. Das sind absolut keine Soft-Skills, sondern das Fundament starker Führung und Grundvoraussetzung dafür, dass Talent Management letztendlich auch funktioniert und umgesetzt wird.