Kennzahlen2003.pdfKennzahlen
Dieser Kennzahlen-Pool soll eine schnelle Erste Hilfe bieten.
Wie häufig taucht in der Praxis die Frage nach „den passenden/den richtigen“ Kennzahlen auf?!! Als erster Wurf wird aber nur zu oft gerade das ausge-
wählt, was relativ schnell quantifizierbar ist. Bei diesem Auswahlkriterium jedoch wird grundsätzlich die Aufmerksamkeit fehlgeleitet oder zumindest ver-
zerrt. Folglich hier der Versuch, einmal den Blick zu weiten und eine breite Auswahlgrundlage anzubieten.
Dies kann aber nur eine Erste Hilfe sein: Ein fundiertes Kennzahlensystem muss sich immer aus den Zielen des Unternehmen ableiten und die wesentli-
chen Perspektiven ausgewogen abbilden. Dies kann man – auch um die Akzeptanz zu erhöhen – natürlich in den Rahme einer Balanced Scorecard fas-
sen. Dann treten Vorhaben und Initiativen zur jeweiligen Zielerreichung mit in den Vordergrund, werden aber häufig gleich wieder fallengelassen, weil Sie
nicht mit dem tabellarischen Standardvorgehen verarbeitbar sind.
So wird mit vielen dieser Ansätze eine rückwärtsgewandte Betrachtungs- und Analyserichtung zementiert. Ein Kennzahlentableau, das gestaltungsorien-
tiert Hilfestellungen geben will, muss sich dagegen immer auch an die nicht quantifizierbaren Potenziale und Vorgänge anlehnen. So möchte ich hier emp-
fehlen, Kennzahlensystem und Arbeitsplattform des Unternehmens aus einem Guss aufzubauen:
Kennzahlen bilden „lediglich“ in quantitativer Form relevante Vorhaben, Zustände oder Standardprozesse ab – nichts anderes ist ihre Aufgabe. Die Bear-
beitung und Unterstützung solcher Prozesse und Vorhaben findet bisher umständehalber auf einer eigenen (virtuellen oder realen) Plattform statt. Im Mit-
telpunkt stehen die Funktionen Content, Communication und Collaboration.
Der zentrale Schritt besteht nun darin, Kennzahlenwelt und Arbeitsplattform strukturiert zusammenzuführen. Erst in der Zuordnung ergeben Kennzahlen
und Projektstände, Lösungsdiskussionen, inhaltliche Darstellungen, Experten und Ansprechpartner einen fundierten Einblick. Wir erkennen, dass die Di-
mensionen, in denen die Themen- und Vorhabenbearbeitung stattfindet, denen entsprechen müssen (!!) an denen sich die relevanten Kennzahlen orientie-
ren. Et vice versa. Es liegt ein logisch einheitliches, multidimensionales Modell zu Grunde.
Der Nutzer kann dann zwischen verschiedenen Abstraktionsebenen wählen:
• Ampeln (für die grobe Orientierung), die Kennzahlen in ihren Plan-Ist-Abweichungen verdichten,
• quantitative Landschaften (für die konkrete Analyse), die über OLAP-Tools fassbar werden, und
• die Arbeitsplattform (für die Zusammenarbeit), auf der Prozesse den eigentlichen Fortschritt (oder Rückstand) hervorbringen.
Mit einem solchen Instrument wird die Komplexität eines Unternehmens handhabbar. Und die Komplexität ist mit der wichtigsten Quell’ von Wettbewerbs-
vorteilen. Der Aufbau einer solchen, zielgerichteten Lösung kann in mehreren Stufen erfolgen. In dieser Aufgabe leisten Kennzahlen einen wesentlichen
Beitrag. Zumindest eine gute Erste Hilfe.
Prof. Dr. Martin Grothe Stand 17.04.2003 - Seite 1
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Kennzahlen-Pool
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BEREICH DER PERSONALWIRTSCHAFT
Kennzahlen Formel Zähler Nenner Information
Bestand und Struktur des Personals
Beschäftigungs- (Zahl der Beschäftigten nach... x Einteilung nach einzelnen Merkmalen, Neben der Gesamtzahl der im Be- Prozentualer Anteil einer Teil-
struktur 100% ): (Gesamtzahl der Be- z.B. Geschlecht, Rechtsstellung, Her- trieb Beschäftigten können Teilbe- gruppe an der Gesamtzahl der
schäftigten) kunft, Berufen, Kostenstellen- reiche (z.B. Fertigungsbereich oder Beschäftigten
bereichen usw. Angestellte insgesamt) herausge-
griffen und auf entsprechenden
Zähler bezogen werden
Altersstruktur (Altersgruppe... x 100%) : (Ge- Es können Gruppen mit bestimmten Außer der Gesamtzahl können Altersmäßiger Aufbau der Be-
samtzahl der Beschäftigten) Altersbereichen, z.B. von 5 Jahren, auch Teilgruppen, z.B. Geschlecht, legschaft in Prozenten
gebildet und ggf. mit anderen Merkma- verwendet werden
len kombiniert werden
Betriebszugehörig- (Beschäftigte mit ... Jahren x Aufteilung nach Jahren oder Monaten, Neben der Gesamtzahl können Prozentuale Zusammenset-
keitsstruktur 100% ): (Gesamtzahl der Be- außerdem können bestimmte Teil- Teilbereiche (und im Zusammen- zung der beschäftigten nach
schäftigten) merkmale, z.B. Geschlecht zugrunde hang mit dem Zähler) Teilgrößen der Dauer der Betriebszugehö-
gelegt werden errechnet werden rigkeit
Personalzugang und (Personalzugang x 100%) : Zugang des Personals nach der Ge- Ermittlung des arithmetischen Mit- Prozentualer Zugang an Per-
seine Struktur (Zahl der durchschnittlich Be- samtzahl oder nach einzelnen tels nach Monaten, Quartalen usw. sonal während eines Zeitrau-
schäftigten) Merkmalen, z.B. Angestellte, Arbeiter, mes im gesamten oder nach
männlich, weiblich usw. bestimmten Kriterien ermittelt
Fluktuationsziffer (Personalabgang x 100%) : Neben dem gesamten Abgang können Eine Aufteilung entsprechend nach Prozentualer Abgang von Be-
(Zahl der durchschnittlich Be- gesondert ermittelt werden die Abgän- dem Zähler kann erfolgen schäftigten als Gesamtpro-
schäftigten) ge nach der Rechtsstellung, Berufs- zentsatz oder nach bestimm-
gruppen, Gründen, Betriebszugehörig- ten Kriterien errechnet
keit, Lebensalter, Geschlecht, Kosten-
stellenbereichen usw.
Beschäftigungsgrad (Ist-Beschäftigung) : (Planbe-
schäftigung)
Weiterbildungs- (Weiterbildungskosten) : (Anzahl Anteil der Kosten für Weiterbil-
kosten je Mitarbeiter der Beschäftigten) dung pro Mitarbeiter
Mitarbeiterzufrieden- Wird durch Fragebögen
heit bewertet
Anzahl Schulungen
Kommunikations-
intensität
Prof. Dr. Martin Grothe Stand: 17.04.2003 - Seite 2
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Kennzahlen-Pool
Kennzahlen Formel Zähler Nenner Information
Arbeitszeit, An- und Abwesenheit
Durchschnittliche (Arbeitsstunden) : (Beschäftig- Zähler und Nenner können sowohl auf die Gesamtzahl als auch auf nach Zahl der pro Beschäftigter
Arbeitszeit tenzahl) bestimmten Kriterien (z.B. Arbeiter, Angestellte) ermittelte Teilgrößen bezo- geleisteten Arbeitsstunden
gen werden. Als Zeiträume kommen neben Tagen insbesondere Wochen und während eines bestimmten
Monate in Frage Zeitraumes als Soll- oder Ist-
Stunden
Arbeitszeitstruktur (Arbeitsstunden x 100%) : (ge- Eine Aufteilung kann nach verschiedenen Kriterien, u.a.
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