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    4. MLP Gesundheitsreport: Wähler trauen Politik notwendige Reformen des Gesundheitssystems nicht zu

    MLP AG
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    Beschreibung

    Wiesloch/Berlin (ots) -

    65 Prozent der Bürger und 81 Prozent der Ärzte für umfassende
    Reformen - nur 14 Prozent glauben an eine langfristige Lösung

    - Mehr als die Hälfte der Bevölkerung und Ärzte beklagt eine
    Verschlechterung der Gesundheitsversorgung
    - Kostendruck: 41 Prozent sorgen sich, notwendige Behandlungen
    nicht zu erhalten - Ärzte sehen Therapiefreiheit bedroht
    - Fast jeder Zweite bevorzugt das Modell einer Bürgerversicherung

    Wenige Wochen vor der Bundestagswahl fordern Bundesbürger und
    Ärzte grundlegende Reformen im Gesundheitssystem, glauben aber nicht
    an eine erfolgreiche Umsetzung durch die Politik. Beide Gruppen
    kritisieren zudem eine zurückgehende Qualität der
    Gesundheitsversorgung und befürchten weitere Einschnitte in den
    kommenden Jahren. Die Ärzte sehen wegen des steigenden Kostendrucks
    ihre Therapiefreiheit bedroht und stehen der Diskussion um eine
    Prioritätenliste positiv gegenüber. Dies sind einige Kernergebnisse
    des 4. MLP Gesundheitsreports. Die repräsentative Studie im Auftrag
    des Finanz- und Vermögensberaters MLP hat das Institut für Demoskopie
    Allensbach mit Unterstützung der Bundesärztekammer erstellt.

    Danach halten zwei Drittel der Bevölkerung und 81 Prozent der
    Ärzte umfassende Reformen für notwendig, aber nur rund 24 bzw. 13
    Prozent rechnen mit einer Umsetzung nach der Wahl. Jeweils 79 Prozent
    zweifeln sogar daran, dass es der Politik längerfristig gelingt, eine
    gute Gesundheitsversorgung für alle sicherzustellen. Nur 14 Prozent
    (2005: 23 Prozent) der Bürger glauben daran, dass die Politik diese
    Herausforderungen bewältigen kann. Negativ fällt auch das Urteil über
    die Gesundheitspolitik der Regierung aus: 62 Prozent der Bevölkerung
    und 87 Prozent der Ärzte haben davon "keinen guten Eindruck". "Die
    Ergebnisse sind ein Alarmsignal für die Parteien, die großen
    Herausforderungen im Gesundheitssystem nicht weiter auf die lange
    Bank zu schieben", sagte MLP-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe
    Schroeder-Wildberg bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

    Zwar beurteilen 64 Prozent der Bürger die derzeitige
    Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems noch als "gut" oder "sehr
    gut", aber knapp 60 Prozent (Ärzte: 56 Prozent) haben in den
    vergangenen Jahren eine Verschlechterung der Versorgung festgestellt.
    Auf konkrete Nachfrage hin nennen Ärzte an erster Stelle eine
    generelle Verschlechterung der Patientenversorgung, insbesondere
    Beschränkungen bei Behandlungen und Verschreibungen. In den kommenden
    zehn Jahren befürchten beide Gruppen weitere Einschnitte: 80 Prozent
    der Bürger rechnen mit steigenden Beiträgen in der gesetzlichen
    Krankenversicherung (GKV) und mehr als drei Viertel erwarten weiter
    steigende Zuzahlungen für Medikamente. Dass es zunehmend zu einer
    Zwei-Klassen-Medizin kommt, erwarten 72 Prozent der Bürger und 88
    Prozent der Ärzte.

    Diskussion um Prioritätenliste stößt auf Zustimmung bei Ärzten

    Der steigende Kostendruck spiegelt sich in mehreren Ergebnissen
    wider. So machen sich 41 Prozent der Bevölkerung Sorgen, eine
    notwendige Behandlung aus Kostengründen nicht mehr zu erhalten. 77
    Prozent der Ärzte sehen ihre Therapiefreiheit in Frage gestellt,
    nahezu jeder Zweite kann sich nicht genügend Zeit für seine Patienten
    nehmen. 86 Prozent erbringen "häufig" oder "gelegentlich" Leistungen,
    deren Kosten nicht übernommen werden. Vor diesem Hintergrund findet
    die von der Bundesärztekammer vorgeschlagene Prioritätenliste bei
    Ärzten Unterstützung. 63 Prozent derjenigen, die von dem Vorschlag
    gehört haben, befürworten die Debatte. In der Bevölkerung dürfte das
    Thema ebenfalls auf grundsätzliches Verständnis stoßen - 57 Prozent
    sind der Meinung, dass Behandlungen und Medikamente "häufig unnötig
    verschrieben" werden.

    "Das Vertrauen in die Politiker ist restlos dahin. Die Bürger
    haben begriffen, dass das unbegrenzte Leistungsversprechen der
    Politik und die reale Kostendämpfungspolitik nicht mehr
    zusammenpassen. Zugleich sind sie vollständig desillusioniert, was
    die Gestaltungskraft der Gesundheitspolitiker nach der Wahl angeht.
    Sie trauen ihnen schlicht nichts mehr zu. Die Bürger bestätigen damit
    die Analysen der Ärzteschaft. Wir haben auf dem Ärztetag 2009 die
    Debatte um eine ehrliche Priorisierung statt verdeckter und damit
    auch risikobeladener Rationierung angestoßen. Dieser Debatte wird
    sich die Politik stellen müssen - ob sie nun will oder nicht. Die
    Ärzteschaft wird weiterhin die strukturellen Probleme im
    Gesundheitswesen aufzeigen und für nachhaltige Lösungen kämpfen.
    Patienten und Ärzte müssen und werden wieder die Meinungsführerschaft
    in der Gesundheitspolitik übernehmen", sagte Dr. Frank Ulrich
    Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer.

    Reformvorschläge: Hohe Zustimmung für die Bürgerversicherung

    Den vom Marburger Bund vorgeschlagenen "Gesundheits-Riester" -
    eine staatlich geförderte Eigenvorsorge - bezeichnen lediglich 30
    Prozent der gesetzlich Krankenversicherten als "interessant". 58
    Prozent (2008: 55 Prozent) wünschen sich einen möglichst umfassenden
    gesetzlichen Versicherungsschutz - auch wenn dafür die Beiträge
    steigen. 42 Prozent fordern, dass gesundheitsbewusstes Verhalten bei
    der Übernahme von Kassenleistungen stärker berücksichtigt werden
    sollte. Eine hohe Zustimmung erhielt das im Wahlprogramm der SPD
    geforderte Modell einer Bürgerversicherung: Eine relative Mehrheit
    der Bevölkerung von 49 Prozent sowie 54 Prozent der gesetzlich
    Versicherten plädiert dafür, alle Berufstätigen in die GKV
    einzubeziehen. "Die Bürgerversicherung ist die falsche Antwort auf
    die Herausforderungen im Gesundheitssystem", sagte dagegen Uwe
    Schroeder-Wildberg. "Die Schwierigkeiten sind mit Bürgerversicherung
    die gleichen wie ohne, da die strukturellen Probleme nicht gelöst
    werden."

    Die erste Zwischenbilanz des zu Beginn des Jahres eingeführten
    Gesundheitsfonds fällt gemischt aus. Seitdem haben 29 Prozent der
    Ärzte insgesamt und 41 Prozent der niedergelassenen Ärzte eine
    Verschlechterung der Versorgungsqualität festgestellt. In der
    Bevölkerung berichten von denjenigen, die in diesem Jahr bereits beim
    Arzt waren, 16 Prozent von Veränderungen. Eine Minderheit von 17
    Prozent erwartet Nachzahlungen in Form von Zusatzbeiträgen bei ihrer
    Kasse. Deutlich zurückgegangen ist nach der Einführung des Fonds die
    Bereitschaft für einen Wechsel innerhalb der GKV, der - bei einem
    Hinweis auf die einheitlichen Beitragssätze - für lediglich zwölf
    Prozent in Frage kommt.

    Hohe Wertschätzung für private Krankenversicherung

    Für 72 Prozent der niedergelassenen Ärzte sind Privatpatienten
    "(sehr) wichtig" für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Praxis. 61
    Prozent der Bevölkerung - und 58 Prozent der gesetzlich Versicherten
    - sind der Überzeugung, dass die private Krankenversicherung die
    bessere Absicherung bietet. Untermauert wird dieses Ergebnis bei der
    Frage nach dem eigenen Versicherungsschutz: Während sich unter den
    GKV-Versicherten lediglich 58 Prozent gut abgesichert fühlen, sind es
    bei den Privatversicherten 90 Prozent. Weiter gestiegen ist das
    Interesse an privaten Zusatzversicherungen. Mittlerweile erwägen 46
    Prozent (1997: 23 Prozent) den Abschluss einer (weiteren) Police.

    "Machen Sie sich Sorgen, im Pflegefall ausreichend abgesichert zu
    sein?" - auf diese Frage antworten 49 Prozent der Bürger mit "ja".
    Gefragt nach der künftigen Ausgestaltung der Pflegeversicherung,
    sprechen sich 34 Prozent dafür aus, dass über eine Grundabsicherung
    hinaus jeder privat vorsorgen muss. 38 Prozent sind dagegen der
    Meinung, die Absicherung sei ausschließlich Aufgabe des Staates.

    Der MLP Gesundheitsreport ist eine repräsentative Umfrage unter
    rund 1.800 Bundesbürgern und mehr als 500 Ärzten. Weitere Details
    sowie eine Bestellmöglichkeit des Reports unter
    www.mlp-gesundheitsreport.de.

    Originaltext: MLP AG
    Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/12582
    Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_12582.rss2
    ISIN: DE0006569908

    Pressekontakt:
    Frank Heinemann
    Tel +49 (0) 6222 - 308 - 3513
    Fax +49 (0) 6222 - 308 - 1131
    frank.heinemann@mlp.de

    MLP AG
    Alte Heerstraße 40
    69168 Wiesloch

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