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Smart Grids: Energiewende erfordert intelligente Elektrizitätsnetze

Stefan Heng
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Smart Grids
Energiewende erfordert intelligente Elektrizitätsnetze

Beschleunigte Integration erneuerbarer Energien in die Elektrizitäts-versorgung setzt leistungsfähige Netzinfrastruktur voraus. Insofern verfolgt das im Herbst 2010 verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung den richtigen Ansatz. Während aber die Etablierung eines europäischen Super-netzes eine Eigendynamik entfalten dürfte, setzt der Markterfolg der Smart Grids stärkere politische Förderung – sei es durch direkte Investitionssubventionen oder auch durch rechtliche Gebote – voraus. Tatsächlich liegt das Einsparvolumen für den Privathaushalt oft wohl lediglich im niedrigen EUR-Bereich, was angesichts des notwendigen Aufwands den Bürgern eine hohe Begeisterung für das Thema abverlangt.

Mittels Smart Grid sollen bis 2020 global mehr als 1 Mrd. t CO2e eingespart werden können. Angesichts der mit der dezentralen Erzeugung durch erneuerbare Energiequellen verbundenen Lastspitzen soll die neue Technik die Netzauslastung weiter verstetigen. Dies soll sowohl die Versorgungssicherheit künftig gewährleisten als auch dabei helfen, global bis 2020 mehr als 1 Mrd. t CO2e einzusparen; dies entspricht für die nächsten 20 Jahre einer Kostenreduzie-rung in den USA von USD 2,5 Mrd. sowie in Europa von EUR 7,5 Mrd. p.a.

Globales Marktvolumen für Smart Grid liegt bei EUR 100 Mrd. in der Zeit von 2010 bis 2014. In Europa sind laut EU-Energie-Kommissar etwa 45.000 km Stromleitungen zu modernisieren bzw. neu zu verlegen. Das sich ablei-tende Investitionsvolumen dürfte sich für Verteilernetze auf insgesamt EUR 400 Mrd. summieren; inklusive Übertragungs- und Supernetz sogar auf EUR 600 Mrd. Die erforderlichen Investitionen sind enorm.

Verzahnung von Energienetz und Datennetz erhöht die Komplexität des althergebrachten Geschäftsmodells erheblich. Um mit solchen Da-tenvolumen sinnvoll umzugehen, müssen die Energieversorger sowohl Infrastruk-tur als auch Geschäftsmodelle grundlegend umgestalten. Hier eröffnen sich neue Wettbewerbsbeziehungen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen ehedem ge-trennten Branchen – insbesondere Elektrizitätsversorgung, Kommunikation aber auch Mineralöl (insbesondere über Elektromobilität).

Menge der anfallenden personenbezogenen Daten wird exorbitant zunehmen. Angesichts der dezentralen Struktur der künftigen Energieversor-gung und der großen Zahl der Akteure braucht es die passende Technologie, um Architektur und Organisation, Sicherheit und Vertraulichkeit der personenbezoge-nen Daten zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere, da diese Daten einiges über die individuellen Lebensgewohnheiten verraten. Die Frage nach der Wahrung der Privatsphäre wird somit für die Kundenakzeptanz intelligenter Stromzähler und moderner Versorgungsnetze zu einem Schlüsselkriterium.

Die vollständige Studie - Smart Grids - der DB Research finden Sie hier!

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