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SAS® White Paper
Sicher in die Zukunft
Kreditrisikosteuerung gemäß Basel II – und darüber hinaus
The Power to Know
© 2003 SAS
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Inhaltsverzeichnis
Sicher in die Zukunft: Kreditrisikosteuerung gemäß Basel II – und darüber hinaus
1. Risikosteuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1 Marktrisiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.2 Kreditrisiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1.3 Operationelles Risiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2. Basel II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.1 Eigenkapitalrichtlinie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.2 Von Basel I zu Basel II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.3 Kreditrisiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.4 Operationelles Risiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.5 Kreditrisikosteuerung jenseits von Basel II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3. Bankinterne Risikobewertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
3.1 Geschäftsprozesse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
3.2 Software und Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
3.3 SAS® Risk Management for Banking . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
4. Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
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1. Risikosteuerung
Ein Leben ohne Risiko gibt es nicht. Erfolg haben vor allem diejenigen, die Risiken
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gegeneinander abzuwägen und die richtigen Entscheidungen zu treffen wissen.
Manchmal erfordert dies kühnes Handeln, oft aber auch Zurückhaltung. Wie beim
Pokerspiel gilt es, Risiko und Gewinnpotenzial ins rechte Verhältnis zu setzen. Die
Grundfragen nach Risiko und Gewinn sind seit Jahrtausenden dieselben. Geän-
dert hat sich lediglich die Zahl der Beteiligten.
In der modernen Wirtschaft müssen Risiken von oft sehr großen Unternehmen
beherrscht werden – und dies konzernweit. Intuition und willkürliche Entschei-
dungen verlieren dabei an Bedeutung. In der professionellen Risikosteuerung
geht es vielmehr darum, latentes Wissen in eine explizite Form zu überführen,
Expertenmeinungen durch quantitative Analysen zu überprüfen und wichtige
Erkenntnisse einer großen Zahl von Entscheidern zuzuleiten. Kurz: Riskante
Entscheidungen zu treffen, wird zunehmend zu einem rationalen Prozess, der
sich zumindest teilweise automatisieren lässt.
Auch im Bankwesen gehört das Risiko seit je zum Geschäft. Zu einem gewissen
Grad lässt sich das Bankgeschäft auch als das Managen und Transformieren von
Risiken definieren. Volkswirtschaftlich betrachtet betätigen sich die Banken vor
allem als Mittler zwischen wenigen Großunternehmen, die auf lange Sicht hohe
Kreditsummen benötigen, und dem Gros der Privatkunden, die bereit sind, kurz-
fristig kleinere Beträge festzulegen. Dabei muss die Bank zwei Hauptrisiken
steuern: das Risiko des Ausfalls eines Vertragspartners (Kreditrisiko) und das
Risiko von Marktpreisschwankungen zum Beispiel bei Zinssätzen und Aktien-
kursen (Marktrisiko).
Beherrschen lassen sich diese Risiken nur, wenn genügend Daten über den Markt
und die Kontrahenten vorliegen. So besteht eine Hauptaufgabe der Banken darin,
Informationen auszuwerten und damit die Einleger von der Verpflichtung zu be-
freien, sich selbst eingehend mit Kreditnehmern und Märkten zu befassen. Aller-
dings haben Umfang, Automatisierung und Geschwindigkeit der Datenverarbei-
tung im Informationszeitalter neue Dimensionen angenommen. Um weiterhin als
effizienter Wissensmittler aufzutreten, müssen die Kreditinstitute ihre Kapazitäten
zur Aufbereitung von Daten in Informationen entsprechend aufstocken.
Diese Überlegungen werfen die Frage auf, wie man Risiken am besten erkennen,
quantifizieren und messen kann und wie die Ergebnisse der Risikomessung in die
Entscheidungen der Geschäftsleitung einfließen. Die Antwort darauf liefern com-
putergestützte Informationssysteme.
1.1 Marktrisiko
Zur Bewertung des Marktrisikos berechnen die Banken statistische Schwan-
kungen der Preise (Varianzen bzw. Volatilitäten). Die erwarteten Schwankungen
im Wert der einzelnen Engagements werden für das gesamte Risikoportfolio zu
einer Verlustobergrenze (Value-at-Risk) zusammengefasst. Diese drückt den
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maximalen Verlust im betrachteten Zeithorizont bei gegebenem Konfidenzintervall
aus.1 Verlustobergrenze und risikobereinigte Wertentwicklungsdaten werden den
Entscheidungsträgern im Unternehmen weitergegeben. Oft schlüsselt man dabei
die Summenwerte nach Kriterien wie Zeit, Ort oder Geschäftsbereich auf. Solche
Auswertungen erleichtern es einerseits der Unternehmensleitung, Risiken in ihrer
Geschäftsstrategie zu berücksichtigen, werden andererseits aber auch von den
Aufsichtsbehörden verlangt, die anhand des Value-at-Risk die erforderliche Eigen-
kapitalreserve der Bank (Handelsbuch) bestimmen.
1.2 Kreditrisiko
Als Kernkomponente des Bankgeschäfts nimmt die Kreditvergabe sehr unter-
schiedliche Formen an. Im weitesten Sinne wird dabei nach der Art des Vertrags-
partners differenziert. So unterscheidet man die Vergabe von Krediten an Privat-
kunden, an mittelständische Firmen und an Großunternehmen.
Risiken und Erträge sind im Kreditgeschäft asymmetrisch verteilt. Anders als beim
Marktrisiko, bei dem es um annähernd gleich wahrscheinliche Preisausschläge
nach oben oder unten geht, müssen bei der Kreditvergabe moderate Zinserträge
aus einer Vielzahl von Darlehen die hohen Verluste decken, die sich aus wenigen
Zahlungsausfällen ergeben. Ein weiterer Unterschied zwischen Kredit- und Markt-
risiko ergibt sich aus den zugrunde liegenden Prozessen: Einerseits fallen bei der
Kreditvergabe weniger Transaktionen an, andererseits spielt die menschliche
Entscheidung eine größere Rolle. Kreditentscheidungen sind außerdem strenger
reglementiert und weniger zu automatisieren.
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