Ethische Investments - Nachhaltigkeit ist ein beratungsintensives Anlagethema
Südseiten Ausgabe 1/2011Gutes Geld
Ethisches Investment ist keine Marketingmode, sondern ein solider Trend: Immer mehr Anleger wollen mit ihrem Geld die Welt zum Besseren verändern. Für Bankberater ist das Chance und Herausforderung zugleich. Denn kaum ein Anlagethema ist so beratungsintensiv wie Nachhaltigkeit.
Verdoppelung in zwei Jahren. Das ist eine Zahl, bei der Anleger und Finanzberater hellhörig werden. Das Volumen der nachhaltigen Geldanlagen hat sich seit 2008 zumindest annähernd verdoppelt. Aus 2,7 wurden 5 Billionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die „2010 European SRI Study“ des „European Sustainable Investment Forum“ (Eurosif). Zwar wird das Gros der sogenannten SRIs – das Kürzel steht für Sustainable and Responsible Investments – von institutionellen Playern wie dem norwegischen Pensionsfonds getätigt. Doch die Eurosif-Studie belegt ebenfalls: Bei Privatanlegern in Deutschland und Österreich steigt die Nachfrage nach ökologisch und sozial korrekten Finanzprodukten stark.
Der Markt hat längst reagiert. Mit der Nachfrage ist auch das Angebot an nachhaltigen Aktienfonds, Indexzertifikaten und direkten Beteiligungsmöglichkeiten an Nachhaltigkeitsprojekten mit offenen oder geschlossenen Fonds gestiegen. Vielfalt ist gut, doch sie birgt eine Herausforderung. Vielen Beratern geht es wie ihren durch Medien sensibilisierten Kunden: Es fällt nicht leicht, den Überblick zu behalten.
„Nachhaltigkeitsberatung muss besonders nachhaltig sein“, sagt Oliver Fischer mit leichtem Schmunzeln. „Das Thema ist extrem komplex. Dies bedeutet für den Berater, dass er sich noch tiefer in die Inhalte einarbeiten muss als bei den Standardsegmenten. Denn sicher nicht viele Anlagethemen haben so viel Erklärungsbedarf.“ Fischer muss es wissen. Zehn Jahre lang betreute er als spezialisierter Portfoliomanager im Bereich Nachhaltigkeit vermögende und sehr vermögende Kunden der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Seit Anfang des Jahres verantwortet er als Mitglied der Geschäftsführung einer Schweizer Tochterbank des Traditionshauses den Bereich „Ethisches Investment“. Die wohl wichtigste Lernerfahrung des sympathischen Bayern mit neuem Lebensmittelpunkt in der Schweiz lautet: „Es gibt nicht DEN Kunden für ethische Anlageformen. Denn jeder hat seine ganz individuellen Befindlichkeiten in puncto Ökologie oder Sozialstandards.“ Besonders für eine vermögende Klientel, oft mit umfangreicher Anlageerfahrung, gilt deshalb: Ethische Anlageberatung kann nie standardisiert sein. Und ganz oben auf der Checkliste des Beraters muss die Frage stehen: „Was sind Ihre ganz persönlichen Befindlichkeiten?“ [...]
Den vollständigen Beitrag aus den Südseiten 1/2011 finden Sie als PDF-Datei im Anhang!
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