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E-Interview zum Virtual Roundtable "EAI: Der Hoffnungsträger der IT-Branche" mit Ulrich Pape

E-Interview zum Virtual Roundtable "EAI: Der Hoffnungsträger der IT-Branche" mit Ulrich Pape
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Herausgebende Organisation
Beschreibung
Während in IT-Bereichen wie Business Intelligence, CRM und ERP im letzten Jahr eine wachsende Skepsis zu beobachten war und die Wachstumsraten z.T. deutlich niedriger als prognostiziert ausfielen, scheint sich EAI zu einem der Hoffnungsträger der IT-Branche zu entwickeln. In diesem Virtual Roundtable reflektieren daher die teilnehmenden EAI-Experten die letzten zwölf Monate und wagen einen Blick in die Zukunft.


Sehr geehrter Herr Pape,


Competence Site:
Was waren im vergangenen Jahr die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen im EAI-Markt? Was waren die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen für Ihr eigenes Unternehmen? Wie haben Sie als Vertreter Ihres Unternehmens die letzten zwölf Monate erlebt?

Ulrich Pape:
Als Betreiber des Competence Center’s können wir einen starken Anstieg des Interesses am Thema EAI feststellen. Es hat sich mittlerweile ein Kreis von interessierten Personen etabliert, die einen regen Austausch von Informationen betreiben und durch diverse aktuelle Beiträge die Entwicklung von EAI begleiten und dokumentieren. In vielen Fachpublikationen wird das Thema intensiv diskutiert, wodurch die Entwicklung von EAI vorangetrieben wird. Einen weiteren Schub verspreche ich mir dabei auch von der Entwicklung im Bereich Web-Services. Allerdings ist im eBusiness auch eine gewisse Ernüchterung festzustellen, sodass die Unternehmen jetzt in der Verpflichtung stehen, die Integration der angeschafften Lösungen voranzutreiben, um die in Aussicht gestellten Synergien auch zu realisieren. Das ist auch ein Grund für die positiven Aussichten von EAI, obwohl generell eine Stagnation oder sogar ein Rückgang bei den IT-Investitionen zu verzeichnen ist.


Competence Site:
Zu den Hauptantriebskräften des EAI-Booms gehören die Integration von Legacy-Systemen in moderne Umgebungen sowie die Verfolgung des Best-of-Breed-Ansatzes bei der Auswahl neuer Systeme wie CRM oder SCM. Ist der Erfolg von EAI nicht als Beleg für das Scheitern des ERP-Ansatzes zu werten, der die Ablösung von Legacy-Systemen durch eine zentrale Unternehmenssoftware versprochen hatte? Wie schätzen Sie ‑ vor diesem Hintergurnd ‑ die Bemühungen von ERP-Anbietern ein, EAI-Funktionen (und Anbieter) zu integrieren? Wäre dies ein Ende des EAI-Booms?

Ulrich Pape:
Der Versuch, ausschließlich mit einer zentralen Software zu arbeiten, funktioniert nur in den wenigsten Fällen. Der Grund liegt nicht so sehr am Wunsch nach einer Best-of-breed Lösung, sondern z.B. an der Rahmenbedingung Legacy-Systeme weiterbetreiben zu müssen. ERP-Anbieter haben erkannt, das der monolithische Ansatz wenig Zukunft hat und werden daher selbst zu branchespezifischen EAI-Anbietern. Die Situation stellt sich daher eher so da, dass es neben einer zentralen ERP-Software ein EAI-Modul gibt, das die Verbindung zu den Legacy-Systeme herstellt und damit die Integration gewährleistet. Die Systeme stellen in diesem Sinne keine Konkurrenz dar, sondern sind komplementäre Lösungen. Darüber hinaus lässt sich der Erfolg von EAI nicht ausschließlich durch die Integration interner Anwendungen und die Substitution von veralteter ERP-Software erklären. Großen Anteil an der positiven Entwicklung haben auch Themen wie SCM, CRM, Portale und Marktplätze, die jeweils eine große Integrationsanforderung an die Unternehmen stellen.


Competence Site:
Insbesondere für Software und Services werden für die nächsten Jahre Wachstumsraten von bis zu 100% im Jahr vorausgesagt. Worin sehen Sie die zukünftigen Umsatzbringer im EAI-Bereich? Wo sind die größten Potenziale bzw. welche Kunden- und Produkt-/Dienstleistungssegmente werden besonders attraktiv sein?

Ulrich Pape:
Eine große Hürde bei der Einführung einer EAI-Lösung stellen nach wie vor die Einstiegskosten dar. Durch eine starke Standardisierung und einer konsequenten Umsetzung des Baukastenprinzips eröffnen sich hier große Potenziale für die Anbieter. Die Umsatzbringer werden aus unserer Sicht aber in Zukunft eher im Service als in der Software zu finden sein. Dabei spielt zum einen der Bereich der Beratung bei der optimalen Gestaltung der Prozesse vor Einführung der Software, als auch die begeleitende Beratung von der Auswahl bis zur Umsetzung eine gewichtige Rolle.
Eine weitere große Einsatzmöglichkeit für EAI kann sich bei der Fusion von Unternehmen ergeben. Die Planung der IT-Integration und deren große Bedeutung vor allem in der Post-Merger-Integration-Phase wird zunehmend erkannt. Hier kann EAI eine wesentliche Aufgabe bei der Behebung der Integrationsprobleme leisten und die Anbieter können ihr Integrations-Know-How in Form als Dienstleistung verkaufen.


Competence Site:
Der EAI-Markt war im letzten Jahr durch zahlreiche Firmenübernahmen gekennzeichnet (vgl. den Artikel Die EAI-Karten werden neu gemischt in der Computerwoche 7/2002). Wird diese Entwicklung Ihrer Meinung nach so weitergehen? Wer werden die wichtigsten Big Player auf diesem Gebiet sein bzw. bleiben (IBM, BEA, ...)? Wer wird die Konsolidierung nicht überleben?

Ulrich Pape:
Die Konsolidierung auf technischer Ebene wird weitergehen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der Anbieter auch weiterhin durch Übernahmen verringern wird. Vor allem die großen Anbieter wie Microsoft, Sun und IBM werden bei der „Aufteilung der Märkte“ durch ihre Marktmacht eine gewichtige Rolle spielen. Aber auch kleine Anbieter können überleben, wenn sie zum einen das notwendige Branchen Know-how mitbringen und zum anderen Lösungen vor allem für den Mittelstand anbieten. Allerdings ist auch hier davon auszugehen, dass erfolgreiche, kleine Spezialisten von großen Anbieter zur Abrundung des Portfolios übernommen werden. Besonders positiv ist zu beurteilen, dass vor allem die Anbieter vom Markt verschwinden, die sich einer Standardisierung versperren und damit nicht kooperativ sind.


Competence Site:
Ein Blick in die Kristallkugel: Was erwarten Sie an Innovationen bei EAI-Systemen in den nächsten 5 Jahren?  Welche Bedeutung wird das IBM-/BEA-Framework für die EAI-Weiterentwicklung haben?

Ulrich Pape:
Von der Entwicklung im Bereich der Web Services verspreche ich mir eine starken Push für EAI. Sie stellen keine Konkurrenz dar, sondern ergänzen vielmehr den EAI-Werkzeugkasten um eine weitere Komponente. Diese Komponente hilft bei der Integration bzw. Bereitstellung von Anwendungen über das Web, wodurch in bestimmten Fällen die Integrationsaufgabe einfacher und kostengünstiger bewältigt werden kann.


Herzlichen Dank, Herr Pape, für Ihre Teilnahme an diesem Virtual Roundtable!
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Autor
  • Ulrich Pape
    Mr. Ulrich Pape

    Herr Ulrich Pape studierte Informatik an der Universität Paderborn und war im Anschluß daran mehrere Jahre in einer Unternehmensberatung als Entwickler und Berater im Bereich Produktdatenmanagement tätig. Als Mitarbeiter des Fraunhofer Anwendungszentrums für Logistikorientierte Betriebswirtschaft in Paderborn liegt sein Forschungsschwerpunkt seit 1999 im Bereich...

Herausgebende Organisation
  •  
    Fraunhofer ALB

    Das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Logistikorientierte Betriebswirtschaft befaßt sich mit allen technisch- betriebswirtschaftlichen Fragen, die bei der Gestaltung und Durchführung von inner- und überbetrieblichen Produktions- und Logistikprozessen auftreten und mittels innovativer Inf