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    OLTP goes OLAP

    Martin Grothe
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    Beschreibung

    In vielen Unternehmen werden erfolgskritische Controllingfähigkeiten in einer der entscheidenden Phasen des Jahreskalenders nur zu häufig durch unzureichenden Werkzeugeinsatz blockiert.

    So muss die analytische Stärke in weiten Bereichen der üblichen Planungsphasen hinter der Notwendigkeit von Datenzusammenstellung, Tabellenbearbeitung, Formatierung und simplen Plausibilitätsprüfungen zurückstehen. Andere Hindernisse werden durch schwerfällige Basissysteme aufgebaut, die eben nicht auf Analyseunterstützung ausgelegt waren.

    Durch die stetige Ausweitung der geforderten Analysebereiche wird diese drohende Schere zwischen verfügbarer und notwendiger Kapazität für analytische Wertschöpfung immer weiter geöffnet. Die entstehende Diskrepanz kann in der Regel nur durch einen qualitativen Sprung in der Werkzeugunterstützung geschlossen werden.

    So ist nicht ohne Grund gerade der Planungsbereich Ausgangspunkt der Einführung von multidimensionalen OLAP-Systemen, die einen solchen Sprung nachhaltig herbeiführen können. Auf diesem erreichten Niveau stellt sich nunmehr die Frage, wie das Zusammenspiel mit anderen, umfassenderen Systemwelten geregelt werden sollte.

    Insbesondere SAP-Module bilden diese etablierten Basissysteme. Das immer häufiger anzutreffende SAP Business Warehouse (BW) zielt nun gerade auf eine Entkoppelung von den analytischen Restriktionen der operativen Transaktionssysteme.

    Damit entsteht ein Lösungsraum, der geeigneter Strukturierung bedarf. Die konkrete Herausforderung liegt nun darin, für jede Aufgabe das geeignete Werkzeug einzusetzen und den Einsatz von SAP BW und/oder Applix TM1 als Vertreter verschiedener Systemklassen aus dem Bereich Business Intelligence entsprechend zu gestalten.

    So wird hier eine Perspektive empfohlen, die von der zu lösenden Aufgabe ausgeht und nicht die Technologie in den Mittelpunkt stellt. Gleichwohl sollten die technischen Entwicklungslinien bewusst sein:

    • SAP-Systeme haben ihren Ursprung in der konzernweiten, differenzierten Datenbereitstellung. Das SAP Business Warehouse erleichtert den Zugriff auf diese Datenbestände. Implementierungszeiträume, technische Anforderungen und die Komplexität der Systeme sind sehr hoch. Die Berücksichtigung von Freiheitsgraden bleibt eingeschränkt.
    • Im Gegensatz dazu eignen sich OLAP-Systeme wie Applix TM1 zur flexiblen Auswertung klar umrissener Datenbereiche: Das Entdecken von Zusammenhängen und Mustern steht im Vordergrund. Die Fachanwender können ihre Analysewerkzeuge für Reporting oder Planungszwecke eigenständig aufbauen und fortentwickeln. Flexibilität ist damit das zentrale Charakteristikum.

    Statt einem entweder/oder gilt es, diese beiden Werkzeuge geschickt zu verzahnen: etwa für die Ist-Erfassung und Kostenrechnung einerseits und dezentrale Planungsaufgaben andererseits. Erst mit einem solchen Zusammenspiel können aktuelle Anforderungen, wie sie etwa unter der Leitidee „Beyond Budgeting“ formuliert werden, tatsächlich aufgenommen werden.

    Insgesamt lassen sich drei Basisszenarien unterschiedlicher Verzahnung differenzieren: die weitgehende Koppelung beider Werkzeuge insbesondere zur engen Zusammenführung von Plan-/Ist-Daten; der Aufbau umfassender OLAP-Strukturen als analytisches „Produktionssystem“ für aggregierte Managementinformation sowie die Unterstützung abgegrenzter, multidimensionaler Aufgabenstellungen.

    Von entscheidender Bedeutung für diese Fragen der Werkzeugauswahl und -gestaltung ist die Einbindung der Controlling-Bereiche: so wird doch über deren analytische Wertschöpfungsmöglichkeiten bestimmt. Hierbei ist ein vorausschauender Blick essentiell, denn es kann nur zu gut prognostiziert werden, dass sich die Einsatzpotenziale von Warehouse- und OLAP-Lösungen künftig noch sehr viel stärker fortentwickeln werden.

    Damit entsteht auch das Spannungsfeld, in dem die Entwicklungs- und Betreuungshoheit für die einzelnen eingesetzten Applikationen eindeutig zwischen IT-Abteilung und Controlling-Fachabteilung geregelt werden muss.

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    Autor
    • Martin Grothe
      Prof. Dr. Martin Grothe

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