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Herausgebende Organisation
TU München Fakultät für Informatik
Beschreibung
Das Thema Mobile Business hat spätestens seit der Versteigerung der UMTS-Lizenzen eine breite Öffentlichkeit erreicht. Stichworte wie M-Business, M-Commerce und M-Economy vermitteln ein erstes Bild einer künftigen Kommunikationswelt, die in den nächsten Jahren zur Realität wird. Mit dem Wireless Application Protocol- (WAP-) Standard besteht schon heute die Möglichkeit, über GSM einen ersten, wenn auch unzureichenden Eindruck von den neuen mobilen Datendiensten zu bekommen.
Diese neuen Möglichkeiten, Geschäftsprozesse und Kundeninteraktionen zu gestalten, werfen in Forschung und Praxis eine Vielzahl von Fragen auf. Wie kommt es zu derartigen Innovationssprüngen, die das ökonomische und soziale Miteinander verändern? Was fällt unter die unterschiedlichen Begriffe, die in der Fachwelt zu diesem Thema kursieren? Welche konkreten Spezifika bestimmen das M-Business? Dies sind nur einige interessante Aspekte, welche es zu untersuchen gilt.
M-Business als Ausprägung von konvergierenden Märkten
Technologien und Märkte konvergieren. Dieses Phänomen macht das Mobile Business erst zu dem was es ist. Betrachtet man die Märkte
(1) Telekommunikation,
(2) Computertechnologie und
(3) Medien,
so kann man in jedem Bereich rasante Entwicklungen beobachten. Deren Zusammenspiel wirkt als Enabler für das Mobile Business.
Der Aufschwung der mobilen (1) Telekommunikation lässt sich am Anteil der Handynutzer an der Bevölkerung festmachen. Obwohl fast alle Prognosen im Telekommunikationsmarkt durch die derzeit stattfindende Marktkonsolidierung nach unten korrigiert werden, kann man dennoch in den nächsten Jahren mit einer Penetration mobiler Endgeräte von nahezu 100 % in den meisten europäischen Staaten rechnen.
Die (2) Computertechnologie hat ihren endgültigen Siegeszug durch das Medium Internet erreicht. War es anfangs nur einigen "Freaks" vorbehalten, nutzen nunmehr immer mehr Menschen das stationäre Computernetz mit wachsender Selbstverständlichkeit.
Durch die Digitalisierung von Informationen werden die technologischen Potenziale von (1) Telekommunikationstechnologien und (2) Computertechnologien für die Vermarktung von (3) Medienprodukten erschlossen. Für traditionelle Anbieter von Inhalten werden auf diese Weise neue Distributionskanäle und Zielgruppen erschlossen. Völlig neue Akteure treten als Anbieter digitaler Informationen in den Medienmarkt ein.
Durch die technologischen Entwicklungen in diesen drei Märkten verschwimmen die Grenzen dieser Märkte und sie konvergieren letztendlich zu einem Markt für die Produktion und Übertragung multimedialer Dienste. Eine Ausprägungsform dieser Marktkonvergenz ist das Mobile Business (M-Business).
Begriffe
Es lassen sich drei Begriffe unterscheiden: Das M-Business, das M-Commerce und die M-Economy.
M-Business umfasst die Gesamtheit der über ortsflexible Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B. Mobiltelefone, PDAs) abgewickelten Geschäftsprozesse.
M-Commerce hingegen umfasst die Gesamtheit der über ortsflexible Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B. Mobiltelefone, PDAs) abgewickelten marktmäßig ausgetauschten Leistungen. Hierbei steht der marktmäßige Handel zwischen Transaktionspartnern im Vordergrund. M-Commerce ist somit ein Teilbereich des M-Business. Die unternehmensinterne Abwicklung von Geschäftsprozessen über ortsflexible Informations- und Kommunikationstechnologien fällt beispielsweise nicht unter den Begriff des M-Commerce, wohl aber unter den Begriff des M-Business.
Die M-Economy umfasst alle Akteure, wirtschaftlichen Aktivitäten und Regularien, die im Kontext des M-Business stehen. Der Begriff ist somit sehr weit gefasst und beleuchtet die Thematik aus einer übergreifenden Perspektive.
Spezifika des M-Business
Das M-Business zeichnet sich je nach verwendeter Technologie (Übertragungsstandard) durch spezifische Eigenschaften aus, welche neue Applikationen und Dienste ermöglichen, welche letztlich zu erweiterten und neuen Marktpotenzialen führen. Einige dieser spezifischen Eigenschaften des M-Business werden im folgenden kurz skizziert (vgl. hierzu auch Durlacher Research 1999, Gerpott 2001, Kollmann 2001, Wohlfahrt 2001, Zobel 2000).
Ortsflexibilität:
Die Eigenschaft der Ortsflexibilität oder auch Ubiquität bzw. Überall-Verfügbarkeit genannt, ist konstitutiv für das M-Business. Hieraus resultiert der Kernvorteil mobiler Applikationen und Dienste. Kunden, Mitarbeiter oder andere Transaktionspartner werden dadurch in die Lage versetzt, weitgehend unabhängig von stationären Geräten Geschäfte zu tätigen. Unterschiedliche Zielgruppen im B2B- und im B2C-Bereich können auf diese Weise bedient werden: Z.B. Vertriebspartner im Außendienst oder Kunden, die Spontankäufe tätigen und deshalb sofort und überall auf Informationen zu Produkten und Preisen zugreifen möchten.
Kontextspezifität:
Bedürfnisse entstehen aus einem bestimmten Kontext heraus. Befindet man sich beispielsweise auf der Reise, entwickelt sich ein Bedarf an ortsspezifischen Informationen, die vor der Reise unter Umständen noch nicht absehbar gewesen sind. Dieser Bedarf kann mit mobilen Diensten bedient werden.
Effizienz:
Durch die Digitalisierung der mobil anzubietenden Dienste können mitunter hohe Personalkosten wie sie bei persönlichen Dienstleistungen entstehen, reduziert werden. Außerdem besteht durch die Ortsflexibilität ein hohes Transaktionskostensenkungspotenzial.
Individualität:
Trotz automatisierter Prozesse ermöglichen neue Technologien im M-Business die Identifikation der agierenden Transaktionspartner. Dadurch besteht ein hohes Individualisierungspotenzial. Durch die Generierung individueller Profile von Transaktionspartnern können an individuelle Bedürfnisse angepasste Dienste angeboten werden, was zu einer höheren Effizienz und Zufriedenheit der agierenden Parteien führt.
Datenproaktivität und Permission-Potenzial:
Im M-Business können Transaktionen automatisch induziert werden. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, dass Nutzer automatisch informiert werden, ohne eine Informationsabfrage zu tätigen. Dies ist sinnvoll, wenn es sich um hochaktuelle Informationen handelt, von denen der Nutzer gar nicht weiß, dass sie überhaupt existieren. Entscheidend ist dabei jedoch das Permission-Potenzial. Der Nutzer hat im M-Business die Option, das System so zu konfigurieren, dass nur bestimmte, nach individuellen Kriterien festgelegte Informationen auf das mobile Endgerät übertragen werden, damit keine Störung oder Informationsüberflutung eintritt.
Abschlussmöglichkeit:
M-Business erleichtert die Zahlungsfunktion enorm. Durch die eindeutig zu bestimmende Identität des Nutzers, z.B. durch PIN-Eingabe, sind mobile Endgeräte gut geeignet um damit Zahlungsvorgänge abzuwickeln.
Remote Control:
Sogenannte "Smartphones" sind beispielsweise in der Lage, andere technische Geräte anzusteuern. Damit ergeben sich Funktionen für kurze Distanzen, z.B. Türöffnung, oder auch weitere Entfernungen wie die Steuerung von Gebäuden von unterwegs.
Das M-Business steht erst ganz am Anfang seiner Entwicklung
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das M-Business durch seine spezifischen Eigenschaften ein breites Spektrum an Potenzialen bietet. Demgegenüber stehen jedoch auch Risiken, die in letzter Zeit immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Phantastische Prognosen für die Entwicklung des M-Business werden wie auch im gesamten E-Business auf reale Werte nach unten korrigiert.
Entscheidend für die tatsächliche Entwicklung des M-Business werden die konkrete Ausgestaltung der Geschäftsmodelle und contentbietenden Dienste sowie die technologische Migration neuer Standards zur Datenübertragung (z.B. GPRS, UMTS) sein. Denn letztlich entscheiden die contentbietenden Dienste über den Erfolg bzw. Misserfolg des M-Business beim Kunden. Die Standards zur Datenübertragung wiederum stellen die finanziellen, zeitlichen und technologischen Rahmenbedingung für die Realisierung dieser Dienste dar.
Diese neuen Möglichkeiten, Geschäftsprozesse und Kundeninteraktionen zu gestalten, werfen in Forschung und Praxis eine Vielzahl von Fragen auf. Wie kommt es zu derartigen Innovationssprüngen, die das ökonomische und soziale Miteinander verändern? Was fällt unter die unterschiedlichen Begriffe, die in der Fachwelt zu diesem Thema kursieren? Welche konkreten Spezifika bestimmen das M-Business? Dies sind nur einige interessante Aspekte, welche es zu untersuchen gilt.
M-Business als Ausprägung von konvergierenden Märkten
Technologien und Märkte konvergieren. Dieses Phänomen macht das Mobile Business erst zu dem was es ist. Betrachtet man die Märkte
(1) Telekommunikation,
(2) Computertechnologie und
(3) Medien,
so kann man in jedem Bereich rasante Entwicklungen beobachten. Deren Zusammenspiel wirkt als Enabler für das Mobile Business.
Der Aufschwung der mobilen (1) Telekommunikation lässt sich am Anteil der Handynutzer an der Bevölkerung festmachen. Obwohl fast alle Prognosen im Telekommunikationsmarkt durch die derzeit stattfindende Marktkonsolidierung nach unten korrigiert werden, kann man dennoch in den nächsten Jahren mit einer Penetration mobiler Endgeräte von nahezu 100 % in den meisten europäischen Staaten rechnen.
Die (2) Computertechnologie hat ihren endgültigen Siegeszug durch das Medium Internet erreicht. War es anfangs nur einigen "Freaks" vorbehalten, nutzen nunmehr immer mehr Menschen das stationäre Computernetz mit wachsender Selbstverständlichkeit.
Durch die Digitalisierung von Informationen werden die technologischen Potenziale von (1) Telekommunikationstechnologien und (2) Computertechnologien für die Vermarktung von (3) Medienprodukten erschlossen. Für traditionelle Anbieter von Inhalten werden auf diese Weise neue Distributionskanäle und Zielgruppen erschlossen. Völlig neue Akteure treten als Anbieter digitaler Informationen in den Medienmarkt ein.
Durch die technologischen Entwicklungen in diesen drei Märkten verschwimmen die Grenzen dieser Märkte und sie konvergieren letztendlich zu einem Markt für die Produktion und Übertragung multimedialer Dienste. Eine Ausprägungsform dieser Marktkonvergenz ist das Mobile Business (M-Business).
Begriffe
Es lassen sich drei Begriffe unterscheiden: Das M-Business, das M-Commerce und die M-Economy.
M-Business umfasst die Gesamtheit der über ortsflexible Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B. Mobiltelefone, PDAs) abgewickelten Geschäftsprozesse.
M-Commerce hingegen umfasst die Gesamtheit der über ortsflexible Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B. Mobiltelefone, PDAs) abgewickelten marktmäßig ausgetauschten Leistungen. Hierbei steht der marktmäßige Handel zwischen Transaktionspartnern im Vordergrund. M-Commerce ist somit ein Teilbereich des M-Business. Die unternehmensinterne Abwicklung von Geschäftsprozessen über ortsflexible Informations- und Kommunikationstechnologien fällt beispielsweise nicht unter den Begriff des M-Commerce, wohl aber unter den Begriff des M-Business.
Die M-Economy umfasst alle Akteure, wirtschaftlichen Aktivitäten und Regularien, die im Kontext des M-Business stehen. Der Begriff ist somit sehr weit gefasst und beleuchtet die Thematik aus einer übergreifenden Perspektive.
Spezifika des M-Business
Das M-Business zeichnet sich je nach verwendeter Technologie (Übertragungsstandard) durch spezifische Eigenschaften aus, welche neue Applikationen und Dienste ermöglichen, welche letztlich zu erweiterten und neuen Marktpotenzialen führen. Einige dieser spezifischen Eigenschaften des M-Business werden im folgenden kurz skizziert (vgl. hierzu auch Durlacher Research 1999, Gerpott 2001, Kollmann 2001, Wohlfahrt 2001, Zobel 2000).
Ortsflexibilität:
Die Eigenschaft der Ortsflexibilität oder auch Ubiquität bzw. Überall-Verfügbarkeit genannt, ist konstitutiv für das M-Business. Hieraus resultiert der Kernvorteil mobiler Applikationen und Dienste. Kunden, Mitarbeiter oder andere Transaktionspartner werden dadurch in die Lage versetzt, weitgehend unabhängig von stationären Geräten Geschäfte zu tätigen. Unterschiedliche Zielgruppen im B2B- und im B2C-Bereich können auf diese Weise bedient werden: Z.B. Vertriebspartner im Außendienst oder Kunden, die Spontankäufe tätigen und deshalb sofort und überall auf Informationen zu Produkten und Preisen zugreifen möchten.
Kontextspezifität:
Bedürfnisse entstehen aus einem bestimmten Kontext heraus. Befindet man sich beispielsweise auf der Reise, entwickelt sich ein Bedarf an ortsspezifischen Informationen, die vor der Reise unter Umständen noch nicht absehbar gewesen sind. Dieser Bedarf kann mit mobilen Diensten bedient werden.
Effizienz:
Durch die Digitalisierung der mobil anzubietenden Dienste können mitunter hohe Personalkosten wie sie bei persönlichen Dienstleistungen entstehen, reduziert werden. Außerdem besteht durch die Ortsflexibilität ein hohes Transaktionskostensenkungspotenzial.
Individualität:
Trotz automatisierter Prozesse ermöglichen neue Technologien im M-Business die Identifikation der agierenden Transaktionspartner. Dadurch besteht ein hohes Individualisierungspotenzial. Durch die Generierung individueller Profile von Transaktionspartnern können an individuelle Bedürfnisse angepasste Dienste angeboten werden, was zu einer höheren Effizienz und Zufriedenheit der agierenden Parteien führt.
Datenproaktivität und Permission-Potenzial:
Im M-Business können Transaktionen automatisch induziert werden. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, dass Nutzer automatisch informiert werden, ohne eine Informationsabfrage zu tätigen. Dies ist sinnvoll, wenn es sich um hochaktuelle Informationen handelt, von denen der Nutzer gar nicht weiß, dass sie überhaupt existieren. Entscheidend ist dabei jedoch das Permission-Potenzial. Der Nutzer hat im M-Business die Option, das System so zu konfigurieren, dass nur bestimmte, nach individuellen Kriterien festgelegte Informationen auf das mobile Endgerät übertragen werden, damit keine Störung oder Informationsüberflutung eintritt.
Abschlussmöglichkeit:
M-Business erleichtert die Zahlungsfunktion enorm. Durch die eindeutig zu bestimmende Identität des Nutzers, z.B. durch PIN-Eingabe, sind mobile Endgeräte gut geeignet um damit Zahlungsvorgänge abzuwickeln.
Remote Control:
Sogenannte "Smartphones" sind beispielsweise in der Lage, andere technische Geräte anzusteuern. Damit ergeben sich Funktionen für kurze Distanzen, z.B. Türöffnung, oder auch weitere Entfernungen wie die Steuerung von Gebäuden von unterwegs.
Das M-Business steht erst ganz am Anfang seiner Entwicklung
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das M-Business durch seine spezifischen Eigenschaften ein breites Spektrum an Potenzialen bietet. Demgegenüber stehen jedoch auch Risiken, die in letzter Zeit immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Phantastische Prognosen für die Entwicklung des M-Business werden wie auch im gesamten E-Business auf reale Werte nach unten korrigiert.
Entscheidend für die tatsächliche Entwicklung des M-Business werden die konkrete Ausgestaltung der Geschäftsmodelle und contentbietenden Dienste sowie die technologische Migration neuer Standards zur Datenübertragung (z.B. GPRS, UMTS) sein. Denn letztlich entscheiden die contentbietenden Dienste über den Erfolg bzw. Misserfolg des M-Business beim Kunden. Die Standards zur Datenübertragung wiederum stellen die finanziellen, zeitlichen und technologischen Rahmenbedingung für die Realisierung dieser Dienste dar.
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