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Center Controlling-IT-Anwendungen

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  • Utz Schäffer
    Antwort von Prof. Dr. Utz Schäffer, WHU - Otto Beisheim School of Management | 2.3.2012, 10:35:17 RE: ( 4 ) Controlling 2020: Was sind aktuelle Treiber, Herausforderungen und Chancen im Controlling?

    IT-basierten Informationssystemen kommt im Controlling traditionell eine hohe Bedeutung zu: angefangen mit der ersten großen Welle von Kostenrechnungssoftware in den 1980er Jahren, gefolgt von der zunehmenden Verbreitung von Individual- und Standardsoftware, bis hin zum Ausbau zu ganzen ERP-Systemen mit ihrer... mehr

    IT-basierten Informationssystemen kommt im Controlling traditionell eine hohe Bedeutung zu: angefangen mit der ersten großen Welle von Kostenrechnungssoftware in den 1980er Jahren, gefolgt von der zunehmenden Verbreitung von Individual- und Standardsoftware, bis hin zum Ausbau zu ganzen ERP-Systemen mit ihrer Vielzahl an komfortablen Auswertungen. Gegenwärtig sind vier Trends erkennbar, die vor allem auf dem technischen Fortschritt in der IT basieren; die Unternehmen sind in der Praxis dort jedoch vielfach noch nicht angekommen:

    Self-Service Auswertung ist ein Ansatz zur Datenanalyse, der Business-Anwendern den direkten Zugriff auf Unternehmensinformationen und die Arbeit mit ihnen ohne die Beteiligung der IT- oder Controlling-Abteilung ermöglicht. Durch die eingesparten Kapazitäten im Controlling ist eine Fokussierung auf die Verbesserung der IT-Systeme möglich.

    Mobilität bezeichnet eine Entwicklung, welche die Verteilung von Daten und Informationen auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablet PCs ermöglicht.

    Echtzeitverarbeitung („Information at the Speed of Thought“) bedeutet die Bereitstellung großer Informationsmengen in Echtzeit und damit eine Beschleunigung langwieriger Rechenprozesse. Business Cases, Forecasts und Szenarien können so um Größenordnungen schneller berechnet werden.

    Cloud Computing ist ein Modell für einen allgegenwärtigen, bequemen On-Demand Netzwerk Zugriff auf einen gemeinsamen Pool von konfigurierbaren IT Ressourcen (Rechenleistung, Software, Daten), die schnell und mit minimalem Managementaufwand bzw. mit geringer Interaktion mit dem Dienstleister bereitgestellt werden können.

    Diese Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf das Controlling. Insbesondere das Aufkommen neuer Endgeräte (Tablets) und noch leistungsfähigerer IT-Hardware (sog. in memory-Technologie) lassen grundlegende Veränderungen erwarten, die in ihrer Tragweite der Mobilisierung des Internets vor einigen Jahren vergleichbar sind. So verwundert es nicht, dass in der aktuellen WHU-Zukunftsstudie das Thema mit der stärksten erwarteten Bedeutung in den nächsten fünf Jahren das Thema Informationssysteme ist.

    Die anstehenden Entwicklungen in der IT stellen hohe Anforderungen an die Controller und haben das Potential, das Profil der Controller deutlich zu verändern, insbesondere deshalb, weil die Manager zukünftig stärker in die Informationsaufbereitung und -analyse involviert sein werden. Controller müssen einen Weg finden, Managern das hierzu notwendige Controlling-Wissen zu vermitteln. Ebenso wird sich die Zusammenarbeit zwischen Controlling- und IT-Abteilungen im Unternehmen verändern. Fraglich ist, wer für die Datenerhebung in Zukunft verantwortlich ist – Controller, ITler oder die dezentralen Geschäftseinheiten?

    Für die Zukunft ergibt sich ein Bild des Controllers, das deutliche Veränderungen gegenüber dem Status Quo aufweist: Es wird in den nächsten Jahren nicht nur gelten, die Transparenzverantwortung des Controllings vor dem Hintergrund der technologischen Veränderungen neu zu definieren und die Effizienz des eigenen Handels stärker zu hinterfragen. Controller müssen zudem noch intensiver mit dem Management zusammenarbeiten, um als Business Partner bei zentralen strategischen Weichenstellungen unmittelbar involviert zu sein.
  • Thomas Keil
    Antwort von Dr. Thomas Keil, SAS Institute GmbH zu Business Intelligence Forum auf CeBIT 2012: Neuerungen, Schwerpunkte, Themen von Daniela von Deylen | 24.2.2012, 15:29:34 RE: ( 4 ) Business Intelligence Forum auf CeBIT 2012: Neuerungen, Schwerpunkte, Themen

    Ganz klar: Big Data Analytics. Langsam kristallisiert sich ein Verständnis dieses Begriffes heraus. Die schnelle und intelligente Analyse von großen Datenmengen gleich welcher Art oder Struktur wird Wettbewerbsvorteile schaffen. High-Performance Analytics, die auch von Fachbereichen bedient werden kann, ist hier die... mehr

    Ganz klar: Big Data Analytics. Langsam kristallisiert sich ein Verständnis dieses Begriffes heraus. Die schnelle und intelligente Analyse von großen Datenmengen gleich welcher Art oder Struktur wird Wettbewerbsvorteile schaffen. High-Performance Analytics, die auch von Fachbereichen bedient werden kann, ist hier die SAS-Antwort. Tools, die google-ähnlich schnell, apple-like einfach in der Bedienung sind - und dennoch "SAS -Tiefe" in den Einsichten haben - das stellen wir in zwei Vorträgen auf der CeBIT vor.
  • Karsten Oehler
    Antwort von Dr. Karsten Oehler, IBM - Cognos Business Intelligence und Performance Management zu Controlling 2020: Was sind aktuelle Treiber, Herausforderungen und Chancen im Controlling? von Daniela von Deylen | 24.2.2012, 14:41:44 RE: ( 3 ) Controlling 2020: Was sind aktuelle Treiber, Herausforderungen und Chancen im Controlling?

    So verlockend die Vorstellung einer allwissenden Glaskugel auch sein mag –hundertprozentig verlässliche Aussagen über die Zukunft gibt es nicht und wird es auch im Jahr 2020 nicht geben. Und doch wird der zukunftsgerichtete Blick zum Erfolgsfaktor – auch und gerade im Controlling-Bereich.   Eines lässt sich... mehr

    So verlockend die Vorstellung einer allwissenden Glaskugel auch sein mag –hundertprozentig verlässliche Aussagen über die Zukunft gibt es nicht und wird es auch im Jahr 2020 nicht geben. Und doch wird der zukunftsgerichtete Blick zum Erfolgsfaktor – auch und gerade im Controlling-Bereich.

     

    Eines lässt sich zumindest mit Gewissheit sagen: In den kommenden zehn Jahren wird sich im Controlling einiges verändern. Zwar werden klassische Werkzeuge wie die Kosten- und Leistungsrechnung oder Kennzahlen-Berichte weiterhin eine Rolle spielen. Daneben geht der Trend allerdings immer weiter in Richtung flexibler Szenarien. Rolling Forecasts etwa und vorausschauende Analyse-Modelle werden für die Unternehmenssteuerung nicht zu ersetzen sein, denn sie bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen in unsicheren Zeiten.

     

    Darüber hinaus sollten Unternehmen die nicht-finanziellen Faktoren und so genannten „weichen“ Indikatoren nicht unterschätzen. Dazu zählen etwa Meinungen und Stimmungen: Wie wird die Unternehmensmarke in der Öffentlichkeit wahrgenommen und beurteilt? Was denken die eigenen Mitarbeiter über das Unternehmen? Die Antworten auf derlei Fragen liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wo das Unternehmen steht und welche etwaigen Risiken drohen.

     

    Grundsätzlich werden externe Faktoren für den Controllingprozess immer zentraler. Das globale Wirtschaftsnetz ist eng geknüpft und produziert unterschiedlichste Unwägbarkeiten, von Währungsschwankungen bis zur Preisentwicklung unterschiedlicher Rohstoffe. Eng damit verknüpft ist der Trend zu mehr Nachhaltigkeit – soziale und ökologische Aspekte werden wichtiger und beeinflussen das Ansehen und den wirtschaftlichen Erfolg. Controlling wird sich künftig daher verstärkt umweltfreundlichen Produktionsweisen, der Reduktion des CO2-Ausstoßes oder dem richtigen Flottenmix beschäftigen.

     

    Insgesamt bewegt sich das Controlling weg von einer deterministischen Sichtweise hin zu einem stochastischen Ansatz, der Wahrscheinlichkeiten anhand verschiedener Faktoren berechnet. Klar ist: Hierfür sind intelligente Technologien und Methoden vonnöten. Denn um vertrauenswürdige Aussagen über die Zukunft treffen zu können, müssen Unternehmen eine Vielzahl an Daten und Faktoren auswerten.

     

    Eine große Hilfe könnte eine Technologie wie die des Supercomputers Watson darstellen. Als lernendes System bewertet und selektiert Watson Dokumente für bestimmte Fragestellungen – dies hat dem Supercomputer immerhin schon einen Sieg in einer TV-Quizshow beschert. Im Controlling ließe sich der Computer quasi als Sparring-Partner verwenden: Man füttert ihn mit den unterschiedlichsten Fragestellungen zu Kosten, Prozessen oder aktuellen externen Entwicklungen und bestimmt daraufhin die wichtigsten Trends und Wirkungszusammenhänge.

     

    Beispielhafte Fragen könnten sein: Wie schätzen Finanzexperten die Dollar- oder Eurokursentwicklung für die nächsten 12 Monate ein? Tritt der Maschinenausfall auch bei anderen Kunden häufiger auf? Wie hoch ist die Ausfallrate bei diesem Modell? Wie wirkt sich eine bestimmte Anbauweise auf den Rohstoff aus?

     

    Watson erleichtert den Umgang mit komplexen Informationssystemen und schafft einen natürlichen Zugang zu allen relevanten Fakten. Mithilfe einer solchen Analytics-Technologie lassen sich langfristig Kosten senken, Prozesse beschleunigen oder Gefahren frühzeitig erkennen. Auf diese Weise wird die Informationsflut für das Controlling nicht zur Herausforderung, sondern zur Chance – ein Modell für die Zukunft.
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