Controlling in kleinen und mittelständischen Unternehmen - 5 Schritte zu einem soliden Geschäftsplan
Der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens ruft an: „Wir haben Ihr strategisches Formular ausprobiert, aber es hat leider nicht funktioniert!“ „Was genau hat denn nicht funktioniert?“ war meine direkte Frage. „Wir haben’s zerredet!“ kam es prompt zurück. „Vielleicht hätten Sie schriftlich diskutieren sollen?“ Meinen Versuch eines vorsichtigen Ratschlags griff der Geschäftsführer und ehemaliger Teilnehmer unseres Stufenprogramms sofort auf: „Könnten Sie uns dabei helfen?“
Das war der Auftakt zu einem spannenden Prozess, an dessen Ende ein Geschäftsplan stand, der vom gesamten Management-Team getragen wurde. Meine Aufgabe als Moderator war dabei, die Diskussion zu strukturieren und zu lenken. Hierbei ist die Arbeit mit Metaplantechnik ein unverzichtbarer Bestandteil (Stichwort: schriftliche Diskussion = Brainwriting). Es ist auch für gestandene Fahrensleute ein besonderes Erfolgserlebnis, am Ende eines Workshoptages die eigene Kreativität anhand einer größeren Anzahl intensiv bearbeiteter Pinwände direkt mit Händen greifen zu können.
1. Schritt: Vision und Mission – Leitbild klären
Schnell heißt es hier: Das haben wir schon gemacht! Hier steht’s geschrieben! Man bekommt dann gerne eine schöne Broschüre in die Hand gedrückt und das war’s dann. Dennoch lege ich Wert darauf, die grundsätzlichen Fragen (KPQ = Key Performance Questions) nochmals im Team schriftlich zu beantworten, bevor man sich auf die berühmten KPI (Key Performance Indicators) stürzt! Im Management-Team werden von jedem Einzelnen schriftlich 3 x 7 Fragen zum Geschäftsmodell beantwortet. Die drei großen Themenbereiche eines Unternehmensleitbilds – Zweck, Kompetenzen und Werte – werden mit jeweils 7 Schlüsselfragen systematisch erarbeitet. Die Vorgehensweise, indem zuerst jeder Einzelne für sich die Kernfragen beantwortet und im Anschluss daran im Team die individuellen Sichtweisen diskutiert werden, führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens. Unterschiedliche Interpretationen und Akzente werden deutlich. Aktuelle Veränderungen fließen gegebenenfalls mit ein. Im Idealfall destilliert man das Erarbeitete in (z.B.) 10 Leitsätze, welche dann wie Leitplanken für das weitere Vorgehen fungieren können.
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.



