Marktstudie von BME und Siemens 2006: Supplier Relationship Management - Erhebliche Einsparpotenziale bei Prozess- und Materialkosten
Ziel einer gemeinsamen Studie des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und Siemens war es, Trends aufzuzeigen, die sich beim Einsatz von SRM-Anwendungen innerhalb der nächsten zwei Jahre abzeichnen werden. Außerdem sollten Potenziale transparent gemacht werden, die nach Meinung der befragten Unternehmen durch den Einsatz eines SRM-Systems entstehen und zum Erreichen der Einkaufsziele beitragen. Und es galt, Empfehlungen für eine optimale Implementierung und Nutzung von SRM-Anwendungen zu ermitteln.
Durch Supplier Relationship Management lässt sich der gesamte Beschaffungsprozess elektronisch abwickeln, die Prozesse können dadurch beschleunigt werden: angefangen bei Marktanalysen und Vertragsmanagement über Ausschreibung von A- und B-Gütern mit Sourcing Tools bis hin zur Lieferantenbewertung und Lieferantenweiterentwicklung. All dies kann und soll in einem integrierten System zusammengefasst werden. Die Chancen, die sich hierdurch ergeben, liegen auf der Hand: Manuelle Arbeiten werden weitgehend automatisiert, und durch Zugriff auf eine gemeinsame Datenbank entsteht Transparenz der Einkaufskennzahlen. Der konsequente Einsatz von SRM hat auf eine Vielzahl von Unternehmensprozessen positiven Einfluss.
Die Verbesserung der Einkaufskonditionen ist das meist genannte Ziel bei der Einführung eines Supplier Relationship Management-Tools, wie sich aus der nun vorliegenden Studie ergibt. Im modernen Lieferantenmanagement liegen jedoch weitere, nicht unerhebliche Einsparpotenziale.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Unternehmen vor der Einführung eines SRM-Systems der Komplexität und der anspruchsvollen Aufgabenstellungen durchaus bewusst sind. Die Unternehmen wissen aber auch um die Chancen. Dies ist positiv zu werten, denn im Sinne einer maximalen Wertschöpfung gilt es, alle Möglichkeiten der Optimierung ausschöpfen.
Die Studie schafft für SRM-Einsteiger und für Fortgeschrittene gleichermaßen Nutzen. Durch den Vergleich der eigenen Situation mit der Analyse lassen sich verborgene Potenziale finden und heben.
Die Befragung
Die Studienergebnisse gründen auf der Befragung von 300 Einkaufschefs großer deutscher Unternehmen aller Branchen.
Die Ergebnisse
Die Auswertung der Umfrage ergab, dass deutsche Unternehmen in den nächsten zwei Jahren deutlich mehr IT-Lösungen im Einkauf einsetzen werden als bisher. 15 Prozent der Befragten beabsichtigen SRM-Lösungen bis 2007 einzuführen, 68 Prozent wollen ihre Systeme erweitern, um Kosten zu senken. Unternehmen mit SRM-Erfahrungen treiben insbesondere den unternehmensweiten Rollout und flächendeckenden Einsatz von integrierten Lösungen über alle Beschaffungsprozesse voran.
Fast jeder zweite Befragte erwartet durch Einsatz von SRM-Systemen Einsparungen bei den Prozesskosten von 10 bis 25 Prozent, bei den Materialkosten rechnet rund ein Drittel der Befragten mit geringeren Aufwendungen von 5 bis 10 Prozent. Nach Einschätzung der Experten besteht auf dem Sektor der Lieferantenbewertung großes Potenzial für Einsparungen bei Materialkosten: Durch Einsatz effektiver SRM-Maßnahmen und der Verbesserung der Angebots- und Lieferantenvergleiche erwarten 85 Prozent der Befragten eine optimierte Konzentration auf die besten Lieferanten.
Die Vorreiter
Vorreiter bei der Einführung von SRM-Systemen sind Unternehmen aus der Automobil- und Luftfahrtbranche: 85 Prozent von ihnen weisen bereits SRM-Erfahrung auf, während Firmen aus dem Handel- und Dienstleistungssektor den größten Nachholbedarf offenbaren.
Vereinzelte Umfrageteilnehmer äußerten Vorbehalte hinsichtlich der Einführung von SRM-Systemen. Genannte Gründe: „hohe Kosten für Implementierung und Betrieb“ sowie „Schwierigkeiten bei der Online-Anbindung der Lieferanten“.
Die gesamte SRM-Marktstudie ist zum Preis von 149 € (zzgl. Versandkosten) über das BME-Portal zu beziehen.
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