Die Schrift, da sind sich alle Forscher einig, entwickelte sich aus frühen Formen von Alltagstexten. Die frühesten auf Tontafeln fixierten Texte in Keilschrift halten Eintragungen aus dem Steuer- und Rechnungswesen fest. Erst später kamen diplomatische Korrespondenz, Liturgie und Dichtung hinzu.
So wuchs im Laufe der Zeit aus anfänglichen Gebrauchstexten der Alltagskommunikation ein Vorrat von Texten mit normativem und formativem Anspruch. Diese Texte wurden erst in späteren Schritten in die Sammlung des „kulturellen Gedächtnisses“ einbezogen, wie Assmann belegt. Am Anfang stand also ein „geschäftliches Gedächtnis“ als erster Dokumentenspeicher des Alltags.
„Das Schreiben beginnt mit dem Fixieren von Geschäften
Seither wird das Wissen über unsere Welt in enger Bindung an die Kulturtechnik „Schrift“ gesehen, wie auch Harald Haarmann in seiner „Geschichte der Schrift“ belegt. Selbst wenn heute der größte Teil aller Informationen, die in Datenbanken gespeichert werden, digitalisiert ist, werden diese Daten bei Abruf in Schrift umgewandelt. Erst dann ist der Nutzer in der Lage, sie zu verwenden.
Schrift wird somit in unserem digitalen Zeitalter in erster Linie nicht mehr dafür ver wendet, Informationen zu speichern, sondern dient als Ein- und Ausgabemedium. Um also digital gespeicherte Daten verfügbar zu machen, ist Schrift auch heute noch ein unverzichtbares Medium der Kommunikation und des Umgangs mit Wissen.
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