Deutsche Wirtschaft in 2012 - Kein Abschwung in Aussicht
Die deutsche Wirtschaft dürfte 2012 nicht in einen wirtschaftlichen Abschwung geraten. Das lassen zum einen die Ergebnisse der jüngsten Stimmungsindikatoren vermuten. Zum anderen sind die Arbeitskosten zuletzt deutlich gefallen. Anleger dürften daher auch im kommenden Jahr gut mit einer Mischung aus deutschen Qualtitätsaktien fahren.
Geht es um die Zukunft der europäischen Wirtschaft, schauen Anleger derzeit gespannt auf Deutschland und die neuesten Stimmungsindikatoren der zuletzt stark wachsenden Volkswirtschaft. Wie bereits der Einkaufsmanagerindex und der ZEW-Konjunkturindikator verbesserte sich jüngst auch der bedeutende Ifo-Geschäftsklima-Index. Das Stimmungsbarometer deutscher Unternehmen stieg überraschend von 106,6 Punkten im November auf 107,2 Punkte im Dezember. Erwartet worden war ein leichter Rückgang. „Die deutsche Wirtschaft scheint dem Abschwung in Westeuropa erfolgreich zu trotzen“, interpretiert Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, das Ergebnis.
Auch bei den Verbrauchern herrscht Zuversicht. Viele rechnen 2012 mit einem höheren Einkommen. Arbeitslosigkeit spielt anscheinend keine Rolle. Damit dürfte die Kauflust der Deutschen auf hohem Niveau bleiben. Die Meinungsforscher der GfK in Nürnberg gingen zumindest auch nach dem Weihnachtsgeschäft 2011 von einem stabilen Konsumklima in Deutschland aus. Der GfK-Indikator lag für Januar 2012 wie bereits im Dezember 2011 bei soliden 5,6 Punkten.
Nach Meinung der GfK könnte die anhaltend hohe Kauflust der Deutschen gerade im nächsten Jahr von Bedeutung sein. Denn sollte sich die Weltwirtschaft abkühlen und sollten einige europäische Nachbarn in eine Rezession rutschen, könnte das vor allem die deutsche Exportindustrie hart treffen. Einen Einbruch dürfte es allerdings nicht geben. Denn Produkte aus Deutschland sind trotz Eurokrise und schlechter Konjunkturaussicht gefragt. Viele Unternehmen haben sich in den vergangenen Monaten zudem durch Kosteneinsparungen und langfristige Lieferverträge gut auf einen Nachfragerückgang vorbereitet. Sie profitierten jüngst sogar von sinkenden Arbeitskosten.
So gingen laut dem Statistischen Bundesamt im dritten Quartal 2011 die Kosten je geleistete Arbeitsstunde im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent zurück. Damit endete vorerst der starke Anstieg aus den beiden vorherigen Quartalen. Der Grund waren hohe Tarifabschlüsse und Sonderzahlungen. Die Entwicklung ist gerade vor dem Hintergrund des wachsenden Arbeitskräftemangels in Deutschland und den dadurch erwarteten starken Lohnzuwächsen positiv zu bewerten. Vor allem aber dürfte ein Rückgang der Arbeitskosten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte verbessern und für zusätzliche Nachfrage sorgen.
Im kommenden Jahr könnten deutsche Aktien also weiterhin erste Wahl sein. Der DWS Deutschland und der DWS Aktien Strategie Deutschland setzen auf eine breite Mischung aus deutschen Qualitätsaktien.