Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für die Selbstständigkeit. Forscher sehen dadurch den Konsum gestärkt.
Deutsche Verbraucher blicken optimistisch in die Zukunft. Viele rechnen laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem stabilen oder steigenden Einkommen. Dazu dürfte auch die zunehmende Zahl an Selbstständigen in Deutschland beitragen. Zwischen 1991 und 2009 haben sich 40 Prozent mehr Menschen für eine eigene wirtschaftliche Existenz entschieden, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) herausfand. Damit kletterte der Anteil an allen erwerbsfähigen Personen auf rund zwölf Prozent. Insgesamt waren Ende 2009 gut 4,2 Millionen Menschen ihr eigener Chef, Tendenz weiter steigend. Wichtig: Für die Mehrheit lohnt sich der Schritt in die Selbstständigkeit auch finanziell. Bereits nach drei Jahren gelingt es den meisten, ihr Einkommen zu verbessern, so ein weiteres Ergebnis der DIW-Studie. Rund 38 Prozent verdienen mehr als zuvor in abhängiger Beschäftigung. Auch das Vorurteil, viele Selbstständige würden lediglich eine Kümmerexistenz führen, ist widerlegt: Der Anteil der Geringverdiener mit weniger als 1100 Euro Monatsverdienst lag 2010 bei nur 27 Prozent, unter den Angestellten waren es rund 35 Prozent.
Die zunehmende Selbstständigkeit schafft zudem Arbeitsplätze. Immerhin beschäftigt gut jeder zweite Selbstständige eine oder mehrere Personen. Außerdem war jeder dritte Existenzgründer zuvor arbeitslos oder nicht erwerbstätig. Vor allem in den neuen Bundesländern entscheiden sich viele Menschen für die Selbstständigkeit, wobei der wachstumsstarke Dienstleistungssektor auch dort eine bedeutende Rolle spielt. Und nicht zuletzt gründen immer mehr Akademiker ein eigenes Unternehmen. Damit steigen nach Ansicht der Experten des DIW die Chancen auf eine nachhaltige Entwicklung der neuerdings etablierten „Kultur der Selbstständigkeit“. Insgesamt dürfte sich der Trend zur Selbstständigkeit positiv auf die Binnennachfrage auswirken. Aber auch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt an sich sollte dafür sorgen, dass der Konsum eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft bleibt. So fordern einige Gewerkschaften wie die IG Metall angesichts der hohen Arbeitskräftenachfrage und den vielerorts zu erwartenden Rekordgewinnen der Unternehmen bereits weitere Lohnerhöhungen.
Anleger können auf Aktien deutscher Unternehmen setzen, die von der guten Kauflaune hierzulande profitieren. Dazu dürften vor allem Hersteller dauerhafter Konsumgüter wie Fahrzeuge, Haushaltsgeräte, Fernseher oder Möbel gehören. Denn deutsche Konsumenten entscheiden sich laut GfK im Moment vor allem für werthaltige Anschaffungen. Entsprechend hoch gewichtet ist die Branche in den Portfolios von Fonds wie dem DWS Aktien Strategie Deutschland, dem DWS Deutschland und dem DWS Dividende Deutschland Direkt 2014.