Schuldenkrise bremst Höhenflug der deutschen Wirtschaft
Die Schuldenkrise bremst den Höhenflug. Die Wirtschaftsweisen weisen in ihrem Jahresbericht für 2012 nur noch ein Wachstum von weniger als einem Prozent aus. Aber es gibt noch Optimisten.
Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Nie zuvor waren in Deutschland mehr Menschen in Arbeit. Und auch die Exporte legen weiter zu. Trotz der Sorgen um die Konjunktur führte die deutsche Wirtschaft im September Waren im Wert von 95 Milliarden Euro aus – 10,5 Prozent mehr als im September 2010. Auch die Importe stiegen kräftig – im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,6 Prozent auf 77 Milliarden Euro. Noch scheint die Abkühlung auch bei den Konsumenten nicht angekommen zu sein. Die Deutschen geben ihr Geld derzeit bereitwillig aus. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) monatlich ermittelte Index kletterte erneut leicht nach oben.
Anders verhält es sich in der Wirtschaft selbst. Im Ifo-Index zeichnet sich eine Abkühlung ab. Im Oktober sank das Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft das vierte Mal in Folge. Die Aufträge knickten im September um 4,3 Prozent ein. Und auch die Arbeitsmarktlage muss differenzierter betrachtet werden. Weil auch die Gewerkschaften Zurückhaltung üben, verlieren die Deutschen an Kaufkraft. Einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge sank das durchschnittliche Monatseinkommen im vergangenen Jahrzehnt um real 93 Euro. Auf der anderen Seite spiegelt das die deutsche Lohnzurückhaltung wider, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gerade im Vergleich mit den Südeuropäern so dramatisch hat wachsen lassen.
Daher gehen der Bundesrepublik die Optimisten nicht aus. Die bekannte Unternehmensberatung Roland Berger hebt sich von den meisten Auguren deutlich ab und hält selbst im kommenden Jahr noch einmal ein Wachstum von drei Prozent für erreichbar. Das wäre eine Überraschung – aber eine solche ist der stärksten Volkswirtschaft Europas auch 2006 und 2011 gelungen.
An den Börsen selbst dürfte selbst eine schwächere Wirtschaft bis zum Jahresende keinen allzu starken Widerhall finden. Die Bewertungen befinden sich auf historischen Tiefs und würden dies auch bleiben, wenn die Gewinne nach leicht unten korrigiert würden. Anleger nutzen die Chance, sich langfristig mit deutschen Qualitätstiteln einzudecken. Gute Einstiegschancen bieten dazu der DWS Aktien Strategie Deutschland und der DWS Deutschland.