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CompetenceSite-Roundtable_Web2.0-Teil1_Dort.pdf Virtueller Roundtable - Teil 1
Web Competence & Web Responsibility im Web 2.0:
zweiteiliger Roundtable zur Zukunft des Internets
Web Competence &
Teil 1: Responsibility:
Bedeutung, Chancen und Risiken
Name: Herr Alexander Dort
Funktion/Bereich: Inhaber/The Social Business Club
Alexander Dort - CMD
Organisation:
Liebe Leserinnen und Leser,
Das Internet befindet sich derzeit quasi noch in der Pubertät – gerade 15 Jahre
massiver Verbreitung und Nutzung liegen hinter ihm. Der erste große
„Liebeskummer“ – das Platzen der Internetblase vor 6 Jahren – ist überwunden.
Web 2.0. wird nun als "die" Neudefinition des "alten" Internets diskutiert. Die
neuen Interaktivitätsfunktionen des Netzes, bei der die Nutzer Informationen im
Sinne der Einweg-Kommunikation nicht mehr nur passiv „konsumieren“ (Web
1.0), stärken ihre Autonomie und Möglichkeit zur Interaktion. Sie werden selber
zum Redakteur, Kommentator und Networker, gestalten und organisieren ihr
Informations- und Beziehungs-Management "im Netz" aus eigener Hand. Den
hohen Verbreitungsraten und neuen Funktionen folgt ein neues Level an
Nutzerengagement und (Meinungs-) Macht. Dieser Sachverhalt wird unsere
soziale Vernetzung und unser Konsumverhalten beeinflussen.
Wird das Netz mit Web 2.0 erwachsen? Welche Bedeutung erhält das Web 2.0
in der realen und in der virtuellen Welt? Geht diese Entwicklung auch mit einer
Stärkung verantwortlich handelnder Strukturen und Nutzer einher oder droht ein
neuer Absturz? Wie sehr und in welcher Form werden also Phänomene wie
Wikipedia, Blogs und Networking-Plattformen unsere Ökonomie und Soziologie
verändern? Wie wäre ein neuerlicher Absturz zu vermeiden? Welche Strategien
und Maßnahmen sollten ergriffen werden, um die Potenziale des Web 2.0 zu
realisieren und langfristig zu entwickeln? Welche Rolle spielen dabei Fairness,
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Virtueller Roundtable - Teil 1
Kompetenz und Verantwortung der Nutzer und Portalanbieter im Sinne einer
„Web Competence & Reponsibility“?
Renommierte Experten und Meinungsführer stellen sich in diesem zweiteiligen
virtuellen Roundtable der Diskussion.
In dem nun folgendem ersten Teil werden die Bedeutung des Web-2.0-
Konzepts, seine Chancen und Risiken diskutiert.
Hier stellt sich die Frage: Wie sehr und in welcher Form werden
Phänomene wie Wikipedia, Blogs und Networking-Plattformen unsere
Ökonomie und Soziologie (positiv oder negativ) verändern?
Im zweiten Teil des Roundtables im kommenden Monat werden dann konkrete
Strategien und Lösungsansätze für die Web-Welt der Zukunft erörtert:
Das Web kann und muss wertorientiert und verantwortlich gestaltet werden – im
Sinne von „Web Competence" und "Web Responsibility“. Es liegt an uns, die
Chancen zu nutzen und die Risiken zu vermeiden, sowie frei von Naivität und
Polemik, produktive Lösungen zu erarbeiten. Dann kann Web 2.0 zum Erfolg für
alle Beteiligten werden. Dieser VR möchte ein Schritt in diese Richtung sein!
Viel Spaß beim Lesen (und Reflektieren) wünscht Ihnen daher
Ihr
NetSkill-Team!
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Die Bedeutung von Web 2.0 für die virtuelle und die reale Welt
Vor der Bewertung des Web 2.0 stellt sich die Frage nach der grundätzlichen
Bedeutung des Phänomens Web 2.0 und der propagierten Konzepte.
Sehr geehrter Herr Dort,
Frage 1: Grundsätzliche Bedeutung des Themas Web 2.0
Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach die Konzepte des Web 2.0 sowohl für die
virtuelle als auch für die reale Welt? Steht Web 2.0 in Ihren Augen also für
einen fundamentalen Wandel von Ökonomie und Soziologie ("10" Punkte) oder
– im anderen Extrem – lediglich für technische Innovationen und "lokale"
Phänome in einer schmalen, sehr „Netz-affinen“ Community ("0" Punkte)?
Wo auf dieser 0-bis-10-Skala würden Sie Ihre Web-2.0-Einschätzung verorten?
Antwort:
5 Punkte
Aus meiner Sicht wird dieser – aus einer Laune von Tim O’Reilly
heraus geborene – Begriff, der weder technologische, noch
soziologische Daseinsberechtigung hat, extrem überstrapaziert. Das
Phänomen um diesen künstlich erschaffenen Hype ist jedoch aus
soziologischer, wie im zweiten Ansatz auch aus ökonomischer Sicht
hochinteressant! Bildet sich hier doch eine (zum Teil beängstigende) globale
Tendenz ab, den Gebrauch international etablierter „Buzzwords“ ohne deren
Prüfung auf Sinnhaftigkeit nicht nur zu akzeptieren, sondern gleich komplette
Märkte nach ihnen auszurichten!
Aus meiner Sicht bräuchten wir nicht über die Ersatzdroge Web 2.0 zu
diskutieren, hätten wir eine tatsächliche technologische, ökonomische oder
soziologische Revolution erleben dürfen! Nach Leo Nefiodow dürfen wir diese ja
auf Basis seiner Interpretation der Kondratjew-Zyklen eventuell im Sozial- und
Gesundheitswesen erwarten. Seien wir also gespannt, welche weiteren Begriffe
ebenfalls demnächst den Appendix „2.0“ erhalten werden!
Übrigens möchte ich die Gegenüberstellung von virtueller und realer Welt noch
einmal zu Überdenken geben, da es sich hierbei ebenfalls um eine
Fehlinterpretation handelt. Virtuelle Realität oder eine virtuelle Welt ist ein
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künstlich erschaffener Raum mit künstlichen Lebewesen oder einer Projektion
realer Lebewesen in diesen. Web 2.0 ist aber nichts anderes als eine
vermeintlich neue Art der zwischenmenschlichen Kommunikation und somit
alles andere als virtuell! Oder hatte Graham Bell seinerzeit ebenfalls nur virtuell
telefoniert?
Frage 2: Art der Veränderungen und Differenzierung nach Teilbereichen
Welche grundsätzlichen gesellschaftlichen Veränderungen in Bezug auf
Information, Kommunikation und Netzwerk-Kooperation sind Ihrer Meinung
nach mit dem Web 2.0 verbunden (u.a. Rollen-Verschiebung, Nischen-
Kommunikation, Long-Tail-Phänomen) und welche Bereiche werden am
stärksten verändert?
Antwort:
Eine Rollenverschiebung findet vor allem im Bereich des
Konsumverhaltens statt. Nicht nur, dass der Konsument dank
internationaler Vernetzung eine Stimme bekommt, er wird auch auf
einer nächsten Stufe zum Entscheider (war er ja schon immer, nur
halt nie bewusst) und Produzenten. Ich hatte dieses Szenario schon mal im
Rahmen eines Marketingkonzeptes zu einer virtuellen Marke durchgespielt
(übrigens zu einem Zeitpunkt, als der Begriff Web 2.0 noch gar nicht geboren
war). Dort wurde exakt diese Rollenverschiebung zu Ende gedacht und der
Konsument zum Designer, Entscheider, Vermarkter und Kritiker zugleich
gemacht. Ein ökonomisches Perpetuum Mobile sozusagen, denn die Rolle des
Konsumenten durfte „er“ ja ebenfalls weiterhin begleiten!
Im Bereich der Kommunikation werden kurzfristig wohl ebenfalls einige
technologische Verschiebungen und Symbiosen bisher eigenständiger Medien
zu erwarten sein. Ich denke, dass Apple hier mit dem iPhone mal wieder eine
Tendenz aufzeigt, wie der Begriff Telekommunikation in wenigen Jahren
gewertet werden muss.
Das Long-Tail-Phänomen ist aus meiner Sicht das derzeit aktuellste, da aus der
Notwendigkeit der Spezialisierung geboren. Hier muss jedoch zuerst eine
stringente Katalogisierung des Web 2.0 benannten Ablegers des Internets
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erfolgen, um diese Nischen überhaupt erkennbar zu machen. Insbesondere für
Startups wäre dies eine enorme Hilfestellung um der Gefahr zu entgehen,
bereits bestellte Felder erneut zu pflügen.
Frage 3: Auswirkungen auf ökonomische Strukturen und Akteure
Welche Veränderungen ergeben sich aus diesem Wandel speziell für
Unternehmen, Mitarbeiter und Netzwerke wie Verbände sowie für die Medien?
Antwort:
Ein Trend, ob er nun künstlich gepusht ist – wie Web 2.0 – oder real,
birgt immer Chancen und Risiken für die, die sich auf ihn einlassen!
Für Unternehmen sehe ich enorme Potenziale, wenn sie es schaffen,
Web 2.0 als kurzfristigen Zustand einer Metamorphose zu akzeptieren. Sich auf
einen Zielmarkt Web 2.0 auszurichten halte ich für verkehrt und gefährlich. Das
„Danach“ ist jedoch um ein vielfaches interessanter. Unternehmen, die heute
bereit sind, in den Zustand nach Web 2.0 zu investieren, rechne ich zukünftig
enorme Marktanteile zu. Unternehmen, die sich jedoch nicht um Web 2.0
kümmern und an diesem Trend vorbei einfach weiterhin ihren Geschäften
nachgehen, wird durch diese Anomalie auch kein Wettbewerbs-Nachteil
entstehen, so sie nicht gerade in einem (Medien)Sektor tätig sind, der Ignoranz
an dieser Stelle verbietet.
Für Mitarbeiter wird sich – zumindest so lange sie noch einen Job haben –
wenig verändern. Der bereits spürbare Trend zu Shared- oder Home-Offices
wird zwar weiterhin zulegen (aus meiner Sicht längst überfällig) doch dies ist im
technologischen Fortschritt verwurzelt und somit nur ein Trend-Pendant zu Web
2.0.
Sollte diese Frage auf Netzwerke und Verbände im ursprünglichen Sinn dieser
Begriffe abzielen, dann sind Verbände schlichtweg zu zähflüssig, um auf derart
rasante Trends in angemessenem Maße reagieren zu können. Ob dies ein
Nachteil ist, möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht beurteilen. Sollten jedoch
Netzwerke und Verbände im Sinne der „neuen“ New-Economy gemeint sein, so
wird spätestens an dieser Stelle deutlich, dass wir eine erweiterte Terminologie
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