E-Interview mit Eric Nass, Leiter der Fachgruppe Informationslogistik: "Im Bereich Informationsmanagement sind vielfältige Entwicklungslinien zu beobachten."
Sehr geehrter Herr Nass,
Was waren bisher in Ihrem Leben die wichtigsten Stationen, Erfahrungen und Erkenntnisse? Warum haben Sie sich jeweils für diese Stationen entschieden?
Welche Kompetenzen konnten Sie dabei auf- und ausbauen, welche Erfolge mit diesen Kompetenzen erzielen? Welche Netzwerke (Verbände, Ehemaligen-Netzwerke, ...) waren und sind für Sie von Bedeutung?
Nachdem ich an der RWTH Aachen und der Jönköping International Business School (Schweden) Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten E-Business und industrielles Controlling studiert habe arbeite ich seit 2007 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung an der RWTH Aachen mit den Arbeitsschwerpunkten integrierte Prozess- und IT-Einsatzplanung (Branchenschwerpunkt Energiewirtschaft), Entwicklung und Bewertung von IT-getriebenen Geschäftsmodellen und Auswahl betrieblicher Standardsoftware. Seit 2009 bin Leiter der Fachgruppe Informationslogistik und zuständig für die thematische Ausgestaltung der Forschungsaktivitäten und die Entwicklung von Beratungsprodukten im Themenbereich Informationslogistik. An der Tätigkeit als Wissenschaftlicher Angestellter hat mich vor allem das eingenverantwortliche Bearbeiten von spannenden Forschungs- uns Praxisthemen gereizt. Darüber hinaus schätze ich den Austausch mit Kollegen und das gemeinsame Entwicklen von Lösungsstrategien. Neben den fachlichen Kompetenzen im Bereich Prozessmanagement und IT-Einsatz sind es vor allem auch die oftmals als "weiche Faktoren" bezeichneten Kompetenzen im Bereich des strukturierten Arbeitens und des offenen und professionellen Umgangs mit Kunden und Partnern die für mich eine entscheidende Rolle spielen. Die Arbeit in Verbänden habe ich durch die aktive Teilnahme an der Regionalgruppen im VOI-Verband für Oiganisations- und Informationssysteme kennen und schätzen gelernt.
Was sind Ihrer Einschätzung nach die wichtigsten Entwicklungen und größten Herausforderungen in Ihrem augenblicklichen Wirkungsbereich? Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren und Kompetenzen für die Bewältigung der neuen Herausforderungen?
Im Bereich Informationsmanagement sind vielfältige Entwicklungslinien zu beobachten. Speziell im Energie-Bereich gilt es, den Einsatz innovativer IKT-Lösungen weiter voranzutreiben. Die fortschreitende Industrialisierung der Energiewirtschaft lässt auch den Bedarf an IT-Unterstützung zur Effizienzsteigerung der Prozessabwicklung deutlich erkennen. Zudem werden Neuerungen z.B. im Bereich des Smart Meterings die Entwicklung hin zu Smart Grids ebnen. Hierdurch werden Verbraucher in die Lage versetzt, ihren Energieverbrauch zu verfolgen und hinsichtliche individueller Zielvorstellungen zu optimieren. Variable Preissysteme, die das Verbraucherverhalten beeinflussen können, werden dazu beitragen, den Netzbetrieb zu stabilisiern und sind Voraussetzung für eine stärkere Integration von Erneuerbaren Energien. Um im diesen Umfeld erfolgreich agieren zu können, müssen die Potenziale aus dem Einsatz von IKT mit den Marktanforderungen der Energiewirtschaft in Einklang gebracht werden.
Welche Aktivitäten und Projekte betreuen Sie zur Zeit bzw. in welchen Aktivitäten und Projekten sind Sie eingebunden? Wie wichtig ist für Sie dabei, die Kooperation mit externen Partnern? Mit welchen externen Partnern arbeiten Sie ggf. zusammen?
Zurzeit bearbeite ich die Forschungsprojekte Smart Watts und Smart Wheels. Beide beschäftigen sich mit dem Einsatz innovativer IK-Technologien in der Energiewirtschaft zur Vereinfachung der Marktkommunikation. Strom- und Datennetze werden in Zukunft stärker zusammenwachsen und vollkommen neue Produkte und Geschäftsmodelle ermöglichen. Diese werden Information zu einem integralen Bestandteil der Leistungen im Strommarkt machen. Darüber hinaus bearbeite ich vielfältige Projkete im Bereich Prozessorganisation und Einsatz betrieblicher Informationssysteme. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern ist sowohl im Forschungs- als auch im Industriekontext von entscheidender Relevanz. Nur die Verbindung vielfältiger Kompetenzen kann bei den komplexen Fragestellungen zu innovativen Lösungen führen. Ich arbeite mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft in enger Verbindung und bin daran interessiert mein Netzwerk über Competence Site weiter auszubauen.
Was erwarten Sie von dem Kompetenz-Netzwerk der Competence Site? Über welche Themen, Organisationen, Kompetenzträger möchten Sie mehr erfahren? Wo wünschen Sie sich einen Austausch mit Kompetenzträgern anderer Organisationen in Forschung und Praxis? Wo sehen Sie Berührungspunkte für gemeinsame Projekte oder andere Aktivitäten mit anderen Organisationen/ Netzwerkpartnern?
Ich möchte mein persönliches Netzwerk mit Hilfe von Competence Site erweitern und in Austausch mit anderen Fachleuten aus dem IT- und Energiebereich treten. Themen, über die ich gerne in Austasuch treten möchte, sind vor allem Prozessmanagement, IT-Einsatz in der Energiewirtschaft und allgemeine Fragestellungen im Bereich der betrieblichen Informationsssteme. Hierbei ist der Austausch mit anderen Wissenschaftlern aber besonders auch mit Vertretern der Wirtschaft für mich von hohem Interesse. Kooperationen können z.B. bei neuen Forschungsaktivitäten eingegangen werden oder bei der gemeinsamen Bearbeitung von Praxisproblemen im Beratungskontext.
Vielen Dank für das Interview!
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