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Web Content Management mit TYPO3

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Autor ( Andreas Stöckl )
Herausgeber
Organisation
Fachhochschule Hagenberg


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Abstract:
Das Open Source Produkt TYPO3 bietet ein Framework für Web Content Management Projekte, das den Anspruch stellt kommerziellen Systemen den Markt streitig zu machen. In diesem Artikel beschreibe ich meinen Weg zu TYPO3 und meine Erfahrungen damit. Eine kurze Darstellung der Leistungsmerkmale soll es Ihnen ermöglichen einen ersten Eindruck des Systems zu erhalten.
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Autoren
(1)
Dr. Andreas Stöckl
Person
Fachhochschule Hagenberg
Nach dem Studium an der Universität Linz (Mathematik und Physik ‑ 1985 bis 1990) arbeitete ich an der Universität Linz als Assistent (1990 bis1995). Seit 1996 bin ich selbständig im Bereich Multimedia und Webanwendungen ( www.cyberhouse.at ). Seit Anfang 2003 bin ich als Professor für Content Management und Webanwendungen an der Fachhochschule Hagenberg ( www.fh-hagenberg.at ) im Bereich Medientechnik und Design tätig. [...]
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Fachhochschule Hagenberg
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            Web Content Management mit TYPO3
Das Open Source Produkt TYPO3 bietet ein Framework für Web
Content Management Projekte, das den Anspruch stellt kommerziellen
Systemen den Markt streitig zu machen. In diesem Artikel beschreibe
ich meinen Weg zu TYPO3 und meine Erfahrungen damit. Eine kurze
Darstellung der Leistungsmerkmale soll es Ihnen ermöglichen einen
ersten Eindruck des Systems zu erhalten.
In den letzten fünf Jahren konnte ich mit meiner Webagentur (www.cyberhouse.at)
Erfahrungen mit Web Content Management Systemen (insbesondere mit dem Produkt RedDot
- www.reddot.de) sammeln. Die wachsende Nachfrage der Kunden an Content Management
Systemen auch für mittlere und kleine Projekte ließen mich ständig auch nach
kostengünstigeren Alternativen Ausschau halten. Die im Open Source Bereich verfügbaren
Systeme (z.B. www.opencms.org) konnten anfangs bei mir die Hürde zum Einsatz in Projekten
nicht überspringen. Somit kamen kostengünstige kommerzielle Alternativen zu RedDot zum
Einsatz (z.B. www.webedition.de). Funktionsumfang und Erweiterbarkeit waren jedoch nicht
restlos zufriedenstellend, und der Komfort für den Redakteur erreichte zudem nicht das von
RedDot gewohnte Niveau.

Zusätzliche Motivation mich nach CMS Produkten umzusehen, bekam ich durch den Umstand,
dass ich als Professor für Medientechnik und Design an die Fachhochschule Hagenberg
(www.fh-hagenberg.at) berufen wurde, und damit für die Ausbildung in diesem Bereich
zuständig wurde. Für den Unterricht benötigte ich ein System, das nichts kostet und sich
optimal im Rahmen der Lehrveranstaltungen vermitteln lässt. TYPO3 (www.typo3.com)
erwies sich hier als besonders geeignet, da es mit PHP und MySQL auf Komponenten aufbaut,
die den Studenten aus vorangegangenen Semestern bereits vertraut waren. Mein anfängliches
Zögern gegenüber diesem neuen Open Source Content Management System wich nach einigen
Wochen großer Begeisterung, da mich Leistungsfähigkeit und der Aufbau des Gesamtsystems
überzeugten.

TYPO3 ist umfangreich dokumentiert und hat eine rege Gemeinschaft aus Anwendern und
Entwicklern. Beides sind Gründe für den Erfolg von TYPO3. Der Mangel an
Einführungsliteratur hat mir zu Beginn Schwierigkeiten bereitet. Gemeinsam mit dem Verlag
Galileo Press habe ich mich deshalb entschlossen diese Erfahrungen auch anderen in Form
eines TYPO3-Buches zur Verfügung zu stellen:

Andreas Stöckl
Contentmanagement mit TYPO3
Galileo-Press www.galileocomputing.de
ISBN: 3898424707

Die positiven Erfahrungen die ich mit TYPO3 in meiner Arbeit an der Fachhochschule machte,
ermutigten mich das System, auch in meiner Internetagentur anzuwenden. Dort musste TYPO3
das kommerzielle System Webedition ersetzen und wurde sonst an RedDot gemessen. Auch
hier wiederholten sich die positiven Erfahrungen in inzwischen einem Dutzend Projekten. Das
kommerzielle System RedDot wurde jedoch nicht aus dem Agenturalltag verdrängt. Es kommt
zum Einsatz, wenn Kunden explizit nach einem kommerziellen System verlangen, oder die
Leistungsmerkmale von TYPO3 nicht ausreichen.

RedDot hat aus meiner Sicht die Zeichen der Zeit erkannt und entwickelt das System gezielt
weiter. Ein komfortabel zu bedienendes CMS alleine reicht in diesen Tagen für viele Kunden
nicht mehr aus die Lizenzgebühren zu rechtfertigen. Die Stärke des Systems liegt nun vor allem
in den zusätzlichen Modulen:
    • CIS (Content Integration Server) – dient als Framework zur Systemintegration (z.B. mit
        SAP)
    • CPS (Content Personalisation Server) – bietet umfangreiche
        Personalisierungsmöglichkeiten
    • CCS (Content Collobaration Server) – bietet Dokumentenmanagement und Workflow

(Mehr Informationen finden Sie unter http://reddot.cyberhouse.at)


Die Leistungsmerkmale von TYPO3 sind:




(Abbildung 1: Contentpflege in TYPO3 - der Reddot Informationsseiten)
Content-Pflege
Die Inhaltspflege kann bei TYPO3 in einer weitgehend layoutgetreuen Voransicht der Seite
geschehen. Redakteure können direkt in der Voransicht der Seite neue Inhalte einpflegen oder
Änderungen vornehmen. In TYPO3 wird diese Technik »Frontend Editing« genannt. Statt der
roten Punkte in der Voransicht, die RedDot SmartEdit nennt, arbeitet TYPO3 mit kleinen
Bleistiftsymbolen (siehe Abbildung 1).


Dateiverwaltung
Die in TYPO3 integrierte Dateiverwaltung erlaubt es dem Entwickler oder Redakteur, Dateien
wie Designvorlagen, Schriftdateien oder Bilder mittels eines Webinterfaces zu verwalten. Ein
Einspielen mittels FTP ist daher nicht zwingend nötig. Mit einem Bildmodul lassen sich
Bilddateien auch in der Miniaturansicht (Thumbnails) betrachten.


Template-Erstellung
TYPO3 verfügt über eine eigene mächtige Konfigurationssprache namens »TypoScript«, mit
der die Darstellung des Inhalts gesteuert wird. Bei der dynamischen Erzeugung einer Seite
werden so genannte »Designvorlagen« über TypoScript mit den eigentlichen Inhalten versehen
und an den Surfer ausgeliefert.
Neben einem Online Editor, mit dem die Templates bearbeitet werden können, bietet TYPO3
einige weitere Entwicklungswerkzeuge, wie einen Object Browser und ein Werkzeug, mit dem
die Abhängigkeiten der Templates untereinander analysiert werden können. Dabei kann
jederzeit bequem auf die TypoScript-Sprachreferenz zugegriffen werden. Die Templates
werden dabei in der Datenbank – und nicht in Textdateien – gespeichert.

Automatische Menügenerierung
Durch den Einsatz von TypoScript ist es möglich, die Menügenerierung vollständig zu
automatisieren. Sobald ein Redakteur (mit der entsprechenden Berechtigung) eine neue Seite
anlegt, wird diese in der Navigation an der dafür vorgesehenen Stelle eingefügt.
Eine Besonderheit von TYPO3 ist, dass sich die automatische Menügenerierung nicht nur auf
Textmenüs beschränkt, sondern durch die Bildverarbeitungsfunktionen auch grafische Menüs
generiert werden können. Das System ist dabei in der Lage, aus Datenbankinhalten, wie zum
Beispiel dem Seitentitel, Hintergrundgrafiken und Schriftdateien, die für das Menü nötigen
Grafikdateien (z.B. GIF-Dateien) bei Änderungen automatisch anzupassen.

Bildbearbeitung
Diese Funktionen spielen bei der Inhaltspflege seitens der Redakteure eine wichtige Rolle. Die
Dateien müssen nicht in einem bestimmten Dateiformat oder einer fixen Größe von den
Redakteuren erfasst werden. TYPO3 kann vielmehr den Redakteur von den benötigten
Umwandlungen der Dateien entlasten, indem es die Berechnungen selbst durchführt.


Benutzerrechte und Workflow
Bei der Vergabe der Zugriffsrechte stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können nicht
nur jedem einzelnen Benutzer (Redakteur) individuell, sondern auch Benutzergruppen
eingeräumt werden. Diese Aufgabe übernehmen Benutzer, die mit Administrator-Rechten
ausgestattet sind. Ihnen ist auch der Zugriff auf die Entwicklungswerkzeuge und damit die
Erstellung von Templates erlaubt.
Es ist in TYPO3 möglich einfache Workflows zu realisieren. Komplexere (mehrstufige)
Workflows können derzeit in TYPO3 nicht abgebildet werden.
Versionierung
TYPO3 bietet keine vollständige Versionierung der Inhalte. Mit einem Bearbeitungsverlauf
genannten Werkzeug kann man sich jedoch für jeden Datensatz den Änderungsverlauf anzeigen
lassen und zu früheren Versionen zurückkehren.


Erweiterbarkeit
Die umfangreichen Funktionalitäten können über den Erweiterungs-Manager jederzeit per
Mausklick erweitert oder eingeschränkt werden. Es existiert ein Online Repository, in dem die
in der Open Source-Gemeinschaft entwickelten Erweiterungen zentral gesammelt werden.
Unter den derzeit verfügbaren Erweiterungen befindet sich ein E-Mail-Newsletter-System, ein
Online-Shop und ein Kalender, aber es gibt auch Werkzeuge für statistische Auswertungen oder
Hilfsmittel für Entwickler.
Wenn die Funktionalität verfügbarer Erweiterungen nicht ausreicht, dann können eigene
Erweiterungen hinzugefügt werden. Zu diesem Zweck bietet TYPO3 eine Erweiterung mit der
Bezeichnung Extension Kickstarter Wizard. Erweiterungen werden genauso wie TYPO3 selbst
in PHP geschrieben.

Performance
TYPO3 publiziert die Inhalte dynamisch, d.h., es werden zur Anfragezeit aus der Datenbank
HTML-Seiten erzeugt und an den Client geschickt. Dies kann bei hoher Frequentierung zu
Performanceproblemen führen. Der Einsatz eines oder mehrerer so genannter »Staging Server«,
die aus dem CMS vorgenerierte Seiten enthalten, ist derzeit bei TYPO3 nicht möglich. Damit
ist TYPO3 für Websites mit hoher Last nicht geeignet.
Um die Performance zu verbessern, verfügt TYPO3 über einen Caching-Mechanismus, der
Inhalte, die bereits aufgerufen wurden, in einer Tabelle der Datenbank zwischenspeichert.


Office-Integration
Für die Pflege des Inhalts ist eine Integration in Büroanwendungen von besonderer Bedeutung,
da die Inhalte häufig in Form von Office-Dokumenten wie MS Word oder Excel vorliegen.
Zudem sind die Redakteure für gewöhnlich mit diesen Programmen vertraut, so dass die Pflege
der Webinhalte mit den Office- Programmen wünschenswert ist.
TYPO3 bietet eine Erweiterung (den General Office Displayer), mit der MS Word und Excel
2003 Dateien importiert werden können, wenn sie denn im neuen XML-basierten Datei-Format
von MS Office 2003 vorliegen. Gleiches gilt für XML-basierte OpenOffice-Dokumente.


Geplante Erweiterungen
Derzeit sind von der TYPO3-Entwicklergemeinde folgende Erweiterungen in
Arbeit oder Planung:
   • Komplexere Redaktions-Workflows
   • Staging-Mechanismus zur Trennung von Redaktions- und Live-Server
   • Medien Datenbank (z.B. zur Verwaltung von Bildern)
   • Datenbank-Abstraktion (erlaubt die Verwendung anderer Datenbanken als MySQL).
   • Java-basierter alternativer Rich Text Editor (für Redakteure, die über keinen MSIE
       Browser verfügen)
 
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