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Connected Republic - Regieren und Verwalten in der Wissensgesellschaft

Willi Kaczorowski
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Herausgebende Organisation
Beschreibung
Weltweit verwenden Regierungen und Behörden bereits seit geraumer Zeit interaktive und vernetzte Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere webbasierte Lösungen, um die Qualität und Effizienz der Services für ihre Kunden zu verbessern. Diese Anstrengungen werden allgemein als das „E-Government-Projekt“ bezeichnet. Im Laufe der Jahre wurden viele Erfolge erzielt, wobei die gelegentliche Enttäuschung nicht ausblieb. Der ursprüngliche Enthusiasmus wird jetzt durch die Erkenntnis gedämpft, wie schwierig es sein kann, die für E-Government erforderlichen organisatorischen Veränderungen, Reformen und Technologieinvestitionen miteinander zu kombinieren.

Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um das E-Government-Projekt auszuweiten, sodass es zur Modernisierung des Staates, der Transformation der öffentlichen Verwaltung und der Entwicklung von neuen Modellen der Einbindung der Bürger beitragen kann. Der Schwerpunkt von E-Government muss jetzt auf die Veränderungen in der Arbeitsweise der Behörden verlagert werden. Hierbei geht es besonders um die Integration der Auswirkungen von interaktiven und vernetzten Informations- und Kommunikationstechnologien.

Diese Schlussfolgerung basiert auf drei Trends: Erstens geht es bei E-Government heute weniger um das „E“ als um das „G“, das „Government“. Eine aktuelle Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) besagt, dass „die Konsequenz von E-Government allgemein gesehen ganz einfach bessere Regierungen und Behörden sind“.1 Anstatt einfach eine neue Spielart dessen zu sein, was Behörden schon immer gemacht haben, bieten neue interaktive und vernetzte Informations- und Kommunikationstechnologien die notwendigen Werkzeuge, um das Regieren und das Verwalten an sich zu reformieren.

Der zweite Trend ist die wachsende Erkenntnis, dass ein wichtiger Maßstab des E-Governments die Qualität der Beziehung zwischen dem Staat und den Bürgern ist. Obwohl dies in den frühen Phasen des E-Governments heruntergespielt wurde, sind heute Themen wie Legitimität und Vertrauen entscheidende Erfolgskriterien.

Der dritte Trend ist, dass das E-Government-Projekt den Wert und die Leistungsfähigkeit von Netzwerken entdeckt hat. Die Fähigkeit, Einzelpersonen, Behörden und private oder öffentliche Organisationen in neuen Kombinationen miteinander zu verbinden, ist heute zentraler Bestandteil des eigentlichen Potenzials von E-Government. Diese Trends haben einen gemeinsamen Schwerpunkt: Der Bürger soll im Mittelpunkt jeder E-Government-Lösung stehen.

Unter bestimmten Gesichtspunkten war das E-Government-Projekt bereits sehr erfolgreich. Es hat, teilweise auf geradezu radikale Art und Weise, die Organisation und Bereitstellung von öffentlichen Dienstleistungen reformiert. Auch diejenigen, denen es in erster Linie um die Amortisierung ihrer Investitionen geht, erkennen den Wert der neuen Programme.

Trotz allem erscheint E-Government manchmal wie ein exotisches und nebensächliches Experiment. Es ist noch nicht zentraler Bestandteil der Arbeitsweise des Staates. E-Government wird häufig noch als „riskant, futuristisch und teuer“ angesehen und „ist noch nicht ausreichend transparent oder normal“.

Natürlich kann Technologie allein die Komplexität der Regierungs- und Verwaltungsaufgaben nicht eliminieren. Die Skeptiker hatten durchaus Recht, als sie die Vorhersagen zu den revolutionären Möglichkeiten dieser neuen technologischen Ansätze belächelten. Trotzdem ist E-Government eine potente „Force for Change“, besonders wenn es um schwierige Themen wie kulturelle, institutionelle und Prozessveränderungen geht.

Die Befürworter von E-Government finden es momentan schwierig, die recht wechselhafte, wenn auch nicht ernsthaft in Frage gestellte bisherige Leistung mit dem versprochenen Potenzial in Einklang zu bringen. Das Projekt benötigt eine ordentliche Dosis dessen, was schon immer eine wichtige Voraussetzung für jeden Erfolg war: eine klare gemeinsame Zielsetzung, klare Vorgaben von Politik und Management und die Entschlossenheit zu Investition, Innovation und Anwendung sowie dazu, die Ergebnisse und Vorteile aufzuzeichnen und zu messen.

Dieses Buch ist Ciscos Beitrag zum E-Government-Projekt. Es beschreibt die nächste Phase des Wandels, die wir als „interaktiv vernetzte Republik“ oder „Connected Republic“ bezeichnen. Diese Vision sieht Menschen und Gemeinschaften im Mittelpunkt von neuen Netzwerken, bei denen es um Wissen, Service, Vertrauen und Verantwortung geht. Mit diesem Ansatz liegt E-Government genau an der Schnittstelle von drei wichtigen Bestrebungen: der Definition der Rolle und des Zwecks des Staates im Informationszeitalter, Modernisierung und Reform des öffentlichen Sektors und Stärkung der Demokratie. Von diesem Standpunkt aus kann E-Government sein oft versprochenes Ziel erreichen und über einfache Informationen und Transaktionen hinauswachsen, hin zu tatsächlichen Veränderungen.

In Zusammenarbeit mit unseren Partnern im öffentlichen Sektor wollen wir zu weiteren Überlegungen zu diesem Thema ermutigen und den Austausch von „Best Practices“ anregen. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen mit ihnen!
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  • Willi Kaczorowski
    Willi Kaczorowski

    Willi Kaczorowski ist seit dem 1. Juli 2003 Executive Advisor bei Cisco Systems. In der Internet Business Solutions Group (IBSG) berät er Behörden und Politik bei der Erarbeitung und Implementierung von eGovernment-Strategien im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung. Zuvor war er 9 Jahre bei den internationalen Beratungsgesellschaften BearingPoint (ehem. KPMG...

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