Kernaussagen der Zollstudie 2008
Die stark gestiegene Umfragebeteiligung der diesjährigen Zollstudie zeigt den hohen Stellenwert, der derzeit dem Thema Zoll beigemessen wird. Während sich die Zollstudie 2007 mit dem Wandel im Zollmanagement beschäftigt hat, steht im Mittelpunkt der Zollstudie 2008 die Untersuchung erfolgreicher Strategien zur Bewältigung der zollrechtlichen Herausforderungen außenhandelsorientierter Unternehmen.
Die gesetzlichen Vorgaben zur Umsetzung zum 1. Juli 2009 bestimmen den Aktionsplan der Unternehmen. Ein Großteil der Unternehmen (64%) sieht sich heute organisatorisch gut aufgestellt, 35% der Unternehmen stehen dagegen den eigenen organisatorischen Maßnahmen kritisch gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Unternehmen diesbezüglich kritischer geworden. Konkretisiert man die Frage und fragt nach der Selbsteinschätzung bezüglich ihres Umsetzungstandes der gesetzlichen Vorgaben zum 1. Juli 2009, so sehen sich 67% gut aufgestellt und 29% sehen einen Nachholbedarf. Hier zeigt sich also eine durchaus positivere Stimmung. Das Risiko einer Terminüberschreitung zum 1. Juli 2009 sehen 43% (mittleres bis hohes Risiko) der befragten Unternehmen, nur 12% sehen hier kein Risiko. Kritisch anzusehen ist, dass 32% der Unternehmen keine Alternative für den Fall einer nicht fristgerechten Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtungen vorsehen. Hier sind deutliche Verbesserungspotenziale in der deutschen Wirtschaft zu verzeichnen.
Die Unternehmen sehen in den Veränderungen durchaus Chancen und sehen die befürchteten Verschlechterungen durch die neuen gesetzlichen Vorgaben eher gelassen.
Eine prozessorientierte Organisation wird von der Mehrheit der Unternehmen (54%) favorisiert, 36% der Befragten sind rein funktional organisiert. Die Studie hat gezeigt, dass eine prozessorientierte Organisation eine effizientere Abstimmung der Prozesse im Vergleich zur funktional orientierten Organisationsform ermöglicht. Sie liefert darüber hinaus auch fühlbar bessere Ergebnisse. Dies gilt sowohl für das tägliche Kerngeschäft als auch für die Bewältigung der sich ändernden zollrechtlichen Anforderungen. Unternehmen konnten bei der diesjährigen Befragung ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Zertifizierungsprozess zum Authorized Economic Operator (AEO) in die Bewertung einbringen. Zum Zeitpunkt der Studie waren nur 4% der befragten Unternehmen AEO-zertifiziert. Die weitaus meisten Unternehmen befinden sich noch mitten im Zertifizierungsprozess, der ein durchdachtes Projektmanagement erfordert. Dies wird in vielen Fällen der Fachgruppe zugeschrieben. Die Koordination liegt entsprechend oft beim Zollbeauftragten (67% derBefragten) oder der Zollabteilung (ebenfalls 67%). Um AEO zu werden, mussten bei einem Großteil der befragten Unternehmen (76%) Anpassungen, etwa Änderungen von Verfahrens- und Organisationsanweisungen, durchgeführt werden. Die Vorteile, AEO zu werden, sind den Unternehmen bewusst: Die Wirkung des Status als Qualitätssiegel sowie die Vereinfachung des internationalen Handels durch die gegenseitige Anerkennung verschiedener Zertifikate werden dabei am häufigsten genannt (jeweils 76% der Befragten).
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