Objekt der Begierde mit viel Potenzial im Einkauf
In der Bundesrepublik gab es im Jahr 2009 − neuere Zahlen liegen nicht vor − 632 medizinische Diagnoselabore. Das waren 12% weniger als vier Jahre zuvor (717). Gleichzeitig steigt die Marktkonzentration: Über 50% des Marktes liegt in den Händen der sechs größten Laborbetreiber, wie Peter Borges, Geschäftsführer der Kölner aktiva GmbH, Anfang des Jahres auf einer Konferenz in Berlin dargestellt hat. Wie die Laborketten versuchen, ihren Einkauf zu professionalisieren, um sich auf die zu erwartende weitere Konzentration vorzubereiten, zeigen unsere Gastautoren Reinhard Vocke und Thomas Maiss von der Strategie- und Prozessberatungsgesellschaft Management Engineers.
Finanzinvestoren und Gesundheitskonzerne haben schon seit einigen Jahren den milliardenschweren deutschen Labormedizin-Markt für sich entdeckt. Die Akquisitionsaktivität gleicht dem Wettkampf um die Schlossallee bei Monopoly. Jeder will sie haben, auch wenn − oder gerade weil − sie das teuerste ist, was der Markt zu bieten hat. Doch natürlich müssen sich auch diese Investitionen langfristig auszahlen.
Krankenhauseinkäufer setzen Laborbetreiber unter Druck
Auf den ersten Blick scheint dies schwierig zu sein. Die Preise für Labordienstleistungen in Deutschland gelten europaweit als die niedrigsten und die an sich erfreulichen Margen in diesem Geschäft geraten zunehmend unter Druck. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass wichtige Abnehmer − allen voran die großen Krankenhausketten − ihren Einkauf in den vergangenen Jahren erheblich professionalisiert haben. Trotzdem hat die heimische Labormedizin-Branche schon Übernahmeangebote in Höhe des 12- fachen Ebitda erlebt. Das große Plus der deutschen Labore ist ihre weltweit unerreichte Technisierung. Hier kommt der jahrelange Kostendruck ebenso zum Ausdruck wie der Trend zu immer größeren Laborketten in einer Hand. Auf dieses Know-how haben es in- und ausländische Investoren abgesehen.-
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