Gemeinsam Lösungen finden
mit Kompetenz werben

Registrieren
Filtern
Objektbezogen nach Kategorien:
Nach Themen / Centern:
Nach Branchen:
Nach Regionen:
Nach Kategorien:
Weiterleiten
Anzeige
 

Hannover Messe: Statement von Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger - Synergien schaffen durch Vernetzung

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
Kompetenzindex:
100%
Keine eindeutige Person vorhanden
Zu Interessen/Lesezeichen hinzufügen
Empfänger kann keine Nachrichten empfangen
Empfehlung versenden
Positiv bewerten
Eigentumsrechte für Bearbeitung beantragen
[#hidden_actions_html#]
Herausgebende Organisation
Beschreibung

Allein kommt man oft schwer voran ‑ gemeinsam wird es meist leichter. Zwei aktuelle Studien belegen: Je besser ein Unternehmen vernetzt ist, desto schneller und erfolgreicher kann es Innovationen umsetzen und sich auf dem Markt behaupten.

Jeder verfügt über unterschiedliche Fähigkeiten ‑ das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Industriebetriebe und Forschungseinrichtungen. Vernetzungen sind daher unerlässlich, um die jeweiligen Fähigkeiten zu nutzen, den eigenen Wettbewerbsvorteil zu sichern, Innovationen voranzubringen und den Standort Deutschland zu stärken. Die Fraunhofer-Gesellschaft setzt diese Vernetzung auf verschiedenen Ebenen um: Sie arbeitet zum einen eng mit Partnern aus Industrie, Wissenschaft und Politik zusammen. Zum anderen bildet die Fraunhofer-Gesellschaft als solches bereits ein Netzwerk: Die 56 Institute kooperieren in Verbünden und Allianzen und bündeln je nach Anforderung unterschiedliche Kompetenzen in flexiblen Strukturen. So sichern sie ihre führende Stellung bei der Entwicklung von Systemlösungen und der Umsetzung ganzheitlicher Innovationen. Wie tragend die Rolle der Kooperation bei der Innovationssteigerung ist und wie stark die Innovationskraft vom Grad der Vernetzung abhängt, zeigen zwei aktuelle Studien: Eine Fraunhofer-Studie über die Innovationsfähigkeit produzierender deutscher Unternehmen und eine europäischen Benchmarking-Studie.

Fraunhofer schafft Synergien durch Vernetzung
Ein Weg, die Vernetzungen insbesondere zur Wirtschaft zu stärken, sind Innovationscluster. Unter dem Motto »Erfolg durch Kooperation ‑ schneller von der Idee zum Produkt« hat die Fraunhofer-Gesellschaft daher deutschlandweit elf Cluster ins Leben gerufen ‑ weitere sind bereits in Planung. Die Cluster sind Plattformen für den Austausch und die Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit regionaler Verankerung. Ausgangspunkt sind die Beschlüsse der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) vom November 2004 und Juni 2005 zum »Pakt für Forschung und Innovation« und zur Exzellenzinitiative für die Hochschulen. Die Innovationscluster werden je zu einem Drittel von der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Land und den beteiligten Unternehmen gefördert. Von den neuen Forschungsinfrastrukturen sollen Impulse ausgehen, um die heimische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken. Auf der Hannover-Messe präsentieren sieben Cluster die Ergebnisse ihrer Arbeit (Halle 2, Stand D22).

Eine weitere Vereinbarung, die im Pakt für Forschung getroffen und gefördert wurde, ist die verstärkte Kooperation der Fraunhofer-Gesellschaft mit der Max-Planck-Gesellschaft. Die gemeinsamen Projekte der Forschungsorganisationen ‑ die eine eher an Grundlagen, die andere stärker an Anwendungen orientiert ‑ sollen den Innovationsprozess beschleunigen: Der übliche serielle Ablauf von Entwicklung, Veröffentlichung und Umsetzung in den Markt wird schon beim Projektstart verzahnt.

Universitäten sind die zentralen Kooperationspartner der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Institutsleitungen werden in der Regel innerhalb eines gemeinsamen Berufungsverfahrens mit den Universitäten besetzt. Dieses Verfahren sichert die für Fraunhofer wesentlichen Aspekte der vielseitigen Kompetenz sowohl in der akademischen Forschung und Lehre, als auch nach den Kriterien der Marktnähe und Wirtschaftsorientierung in der Person der Institutsleiter. Sie haben mit ihrer Doppelfunktion als Lehrstuhlinhaber eine besondere Verantwortung. Innerhalb der Universität können Projekte mit einem längerfristigen Erfolgshorizont bearbeitet werden, die direkte Überführung der Ergebnisse wird über die Fraunhofer-Institute sicher gestellt. Dabei unterstützt ein Kooperationsvertrag die rechtlichen Grundlagen der Zusammenarbeit und die Vermarktung der Rechte in den jeweiligen Forschungsbereichen.

Fraunhofer-Studie über die Innovationsfähigkeit produzierender deutscher Unternehmen
Wie sehr Vernetzung und Steigerung von Innovationen zusammenhängen, zeigte die Fraunhofer-Studie InnoKMU. Sie wurde im Jahr 2007 von den Fraunhofer-Instituten für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und für System- und Innovationsforschung ISI durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert. 151 innovative Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland wurden zum Thema »Steigerung der Innovationsfähigkeit« befragt. Das Ziel der Studie bestand darin, die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine hohe Innovationsfähigkeit zu identifizieren und zu erheben, wie stark sie im produzierenden Gewerbe ausgeprägt ist. Zu den wichtigsten 28 Erfolgsfaktoren zur Steigerung der Innovationsfähigkeit hat die Studie zu Synergien, Vernetzung und Zusammenarbeit folgendes ergeben: 80 Prozent der innovativen produzierenden Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMUs) mit weniger als 500 Mitarbeitern erzielen ihre hohe Innovationskraft unter anderem, indem sie Kunden in den Innovationsprozess einbinden. 80 Prozent der innovativen deutschen produzierenden Unternehmen ‑ kleine, mittlere und große ‑ verfügen über »gute Geschäftspartner«, die den besonderen Anforderungen von Innovationsprojekten genügen ‑ etwa einem hohen Neuigkeitsgrad, hoher Variabilität oder hoher Änderungsrate. Die innovativen produzierenden Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Deutschland pflegen zu 95 Prozent zahlreiche »Kontakte zu Netzwerken« wie Verbänden, Hochschulen und Gremien. Bei den produzierenden Klein- und Mittelständischen Unternehmen sind dies nur 85 Prozent. Meist verfügen sie nicht über ausreichend viele Ressourcen, um eine größere Anzahl von Kontakten aufrecht zu erhalten. Alle befragten Unternehmen, kleine, mittlere und große, bestätigen eine sehr hohe Relevanz dieses Faktors für die Innovationsfähigkeit.

Europäische Benchmarkstudie
Vernetzung und Offenheit im Innovationsmanagement sind wesentlich für profitables Wachstum in europäischen KMUs. Dies zeigt das IMP³rove Benchmarking. IMP³rove ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die von einem europäischen Konsortium unter Leitung der Fraunhofer-Gesellschaft und der Managementberatung A.T. Kearney durchgeführt wird. IMP³rove verfügt über die größte Benchmarking-Datenbank im Bereich Innovationsmanagement in KMUs mit mehr als 1600 Unternehmen. Vorläufige Ergebnisse:

1. Enge Vernetzung führt zu höheren Wachstumsraten
Die Wachstumschampions unter den KMUs in Europa setzen auf eine enge Einbindung von Netzwerkpartnern im Innovationsmanagement. Mehr als 70 Prozent der Wachstumschampions ‑ die am schnellsten und profitabelsten wachsenden Unternehmen ‑ binden Partner über den gesamten Innovationsprozess hinweg eng ein. Stark vernetzte Unternehmen erzielen Umsatzwachstumsraten von 7,1 Prozent, wenig vernetze dagegen nur 3,2 Prozent. Stark vernetzte Unternehmen generieren mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes aus Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, die jünger als drei Jahre sind. Zum Vergleich: Bei den wenig vernetzten Unternehmen sind es nur zirka 10 Prozent.

2. Das richtige Maß an Offenheit sichert den Erfolg
Offenheit ist wesentlich für nachhaltiges Wachstum durch Innovationsmanagement. Wachstumschampions unter den europäischen KMUs binden externe Quellen wie indirekte und direkte Kunden, Universitäten und besonders »strategische Partner« stärker in den Innovationsprozess ein als der Durchschnitt. Zirka 55 Prozent dieser Unternehmen setzten auf eine relativ breite »Ideenbasis« und ziehen mehr als vier externe Quellen heran. Üblicherweise liegt dieser Schnitt bei zirka 30 Prozent. Eine breitere Einbindung von externen Quellen erhöht den »Wert« des Ideenpools. Offene Unternehmen initiieren im Durchschnitt mehr Innovationsprojekte ‑ mehr als 0,32 Projekte pro Mitarbeiter ‑ als weniger offene Unternehmen, mit weniger als 0,2 Projekten pro Mitarbeiter. Dieses Erfolgsrezept stößt an einem bestimmten Punkt jedoch an seine Grenzen: Beziehen Unternehmen zu viele externe Quellen ein, erhöht sich die Komplexität, ohne den Unternehmenserfolg weiter zu steigern. Auf die Qualität und die Intensität der Zusammenarbeit kommt es an.

3. Vernetzung erfordert ein systematisches Innovationsmanagement
»Stark« vernetzte Unternehmen müssen den gesamten Innovationsprozess gezielt und systematisch managen, um neue Ideen erfolgreich zu entwickeln und nachhaltig einzuführen. Diese Unternehmen leiten daher klare Kriterien aus der Innovationsstrategie ab, um basierend darauf neue Ideen und Konzepte systematisch zu bewerten. Sie setzen auch auf ein systematisches Projektmanagement und definieren in zirka 90 Prozent der Projekte klare Qualitäts-, Budget und Zeitzielwerte. Wenig vernetzte Unternehmen hingegen definieren Projektziele in nur etwa 30 Prozent aller Fälle.

4. Vernetzung und Offenheit ist die Voraussetzung für »radikale« Innovationen
Für »radikale« Innovationen sind Partnerschaften wesentlich, um risikoreichere Durchbruchs-Innovationen zu initiieren und umzusetzen. 70 Prozent der Unternehmen, die »radikale« Innovationen zum Ziel haben, binden Partner über den gesamten Innovationsprozess hinweg intensiv ein. 60 Prozent der »radikalen« Innovatoren haben einen offenen Innovationsansatz gewählt und nutzen eine breite Basis von externen Ideenquellen, um den »Ideenpool« zu füllen ‑ im Vergleich zu 25 Prozent bei den »inkrementellen« Innovatoren.


Dialog
 
Ihr Beitrag zu Hannover Messe: Statement von Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger - Synergien schaffen durch Vernetzung
Publizieren

Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.

Herausgebende Organisation