Importe sind - wie Exporte auch - dem Grunde nach volkswirtschaftliche Größen und dokumentieren internationale Wirtschaftsverflechtungen ebenso wie die Bedeutung eines Landes als Lieferant für andere Länder. Die internationale Vernetzung von Wertschöpfungsaktivitäten wird zwar durch makroökonomisch vorgegebene Rahmenbedingungen wie Freihandelszonen, Rechtsvereinheitlichungen, Infrastruktur und Währungspolitiken erleichtert bzw. erschwert, ist im Kern jedoch eine aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen einzelner Unternehmen getriebene Entwicklung. Die Betriebswirtschaftslehre hat sich im Rahmen internationaler Managementkonzepte bislang überwiegend marketingorientierten Fragen zugewandt, die Internationalisierung primär auf Exportaktivitäten und die Erschließung internationaler Absatzmärkte beschränkt.
Importe sind demgegenüber das Resultat betrieblicher Beschaffungsaktivitäten im internationalen Rahmen. Bereits Mitte der 70er Jahre haben Grochla/Kubicek auf die Bedeutung der Beschaffungsfunktion zur Realisierung der Unternehmensziele hingewiesen. Weltweite Beschaffungsaktivitäten waren lange Zeit geprägt vom Handel von Rohstoffen und integrierten Standardgütern ohne strategische Überlegungen miteinzubeziehen. Hefler (1981) erkannte früh die Bedeutung der weltweiten Beschaffung für strategische Beschaffungsgüter. Auch für diese wird der Markt global. Es gilt, Kundenwünsche und -aufträge vor Ort zu erfassen und umgehend zu realisieren. Dazu müssen Wertschöpfungsketten (Supply Chains) international strukturiert sein. Die Arealkonzepte beschreiben dabei den geographischen Raum der Beschaffungsaktivität. Das Verständnis weltweiter Beschaffungsaktivität variiert konzeptionell und begrifflich so stark, dass eine Systematisierung im Rahmen eines Konzepts differenzierter Sourcing-Optionen unbedingt notwendig wird.
Lesen Sie dieses Kapitel als Leseprobe aus dem Buch "Aussenhandel", mit freundlicher Genehmigung des Gabler Verlags.
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