Make-or-Buy-Entscheidungen stehen in engem Zusammenhang mit der Straffung des betrieblichen Wertschöpfungsprozesses und der damit verbundenen Erhöhung des Fremdbezugsanteils. Waren Fremdbezugsentscheidungen früher vornehmlich auf die Fertigungsvorgänge beschränkt, beziehen sie sich heute auf die Nutzung der Innovationsstärken potentieller Kooperationspartner in allen direkten und indirekten Bereichen der betrieblichen Wertschöpfung. Die Eigenherstellung wird auf die Kernkompetenzen des Unternehmens konzentriert und Nebenleistungen werden kostenoptimal eingekauft. Der Grund dafür liegt vor allem in dem hohen Fixkostendruck, den die eigenen Kapazitäten zunehmend verursachen und durch den der Break-Even-Point immer weiter in Richtung der Kapazitätsgrenze verschoben wird, so daß Gewinne in der Vergangenheit oftmals erst bei Kapazitätsauslastungen von mehr als 70 % - in der Automobilindustrie zeitweise sogar erst bei 90% - erzielt wurden. In Zeiten rückläufiger Konjunktur und den damit verbundenen Beschäftigungsrückgängen bewirken die weitgehend unbeweglichen Fixkostenstrukturen dann überproportionale Verluste.