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Strategische Möglichkeiten auf dem Absatz- und Beschaffungsmarkt

Ronald Bogaschewsky
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Der Produktionsstandort Türkei ist im Hinblick auf den Absatz- und Beschaffungsmarkt vor allem durch signifikante Kostenvorteile im Bereich Arbeitsmarkt gekennzeichnet: ein hohes Bildungsniveau, hohe Motivation und Flexibilität türkischer Arbeitskräfte bei vergleichsweise niedrigen Arbeitskosten. Obwohl die Türkei kein klassisches Niedriglohnland mehr ist, bietet die türkische Industrie aufgrund eines hohen Modernisierungsgrades attraktive Chancen für technisch anspruchsvolle Investoren. Neben den Lohnkosten stellt die Arbeitszeit einen weiteren Standortvorteil der Türkei dar. Während in Deutschland ‑ im Kfz-Bereich ‑ ein Arbeitnehmer 1.450 Stunden jährlich leistet, seien dies in der Türkei 2.050 Stunden.

Der hohe Nachholbedarf in fast allen Wirtschaftssektoren, der Modernisierungsbedarf der Betriebe bieten ein attraktives Geschäftsumfeld auf dem türkischen Markt und sichern dadurch den Zufluss von Investitionsgütern.

Günstige Investitionsbedingungen werden durch den Reformkurs der türkischen Regierung geschaffen. Die Änderungen im Bereich des türkischen Wirtschaftsrechtes sollen zur weiteren Sicherung des freien Wettbewerbs sowie des Schutzes von Patentrechten beitragen. Mit der Verabschiedung des Gesetzes über ausländische Direktinvestitionen in 2003 sind die Beschränkungen im Kapitalverkehr mit internationalen Partnern und Investoren entfallen. Umbau der Verwaltung, Inflationsbekämpfung, Abbau der Verschuldung, Sanierung des Bankensektors, Zollunion mit der EU sowie Beitritt der Türkei zur Welthandelsorganisation erleichtern das Engagement ausländischer Unternehmen in der Türkei und erhöhen zusätzlich die Attraktivität des Standortes.

Trotz der beachtlichen Fortschritte sind noch zahlreiche ungelöste Probleme geblieben. Bürokratische Behinderungen durch die Verwaltung, steigende Arbeitskosten, die Ungewissheit über die zukünftige makroökonomische Entwicklung sowie Mängel in der Infrastruktur beeinträchtigen das Investitionsklima in einigen strukturschwachen Regionen der Türkei.

Lesen Sie das vierte Kapitel "Lieferantenauswahl und -bewertung" aus dem Buch "Einkaufen und Investieren in der Türkei" von Prof. Dr. Bogaschewsky mit freundlicher Genehmigung vom Centrum für Supply Management.


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  • Ronald Bogaschewsky
    Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky

    Akademische Ausbildung: 1978-1984 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Göttingen; Abschluß Diplom-Kaufmann Juli 1988 Promotion zum Dr. rer. pol.; Thema: Dynamische Materialdisposition im Beschaffungsbereich-Simulation und Ergebnisanalyse Dezember 1994 Habilitation; Thema: Zur Abbildung der Nutzung der natürlichen Umwelt in...

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