Was ist ein »Great Place to Work«, ein ausgezeichneter Arbeitsplatz? Diese Frage stellte sich in den 1980er Jahren Robert Levering, Journalist und Mitbegründer des Great Place to Work® Institute in den USA. Levering, der sich bis dahin besonders mit den Schattenseiten des Arbeitslebens – unter anderem dem, was wir heute prekäre Arbeitsverhältnisse nennen – befasst hatte, war überrascht, auf welch positive, ja manchmal geradezu enthusiastische Aussagen und Gefühle er im Rahmen eines Buchprojektes bei Mitarbeitern, die er nach ihren Arbeitgebern befragte, immer wieder stieß. Eine aufwendige Recherche mit vielen hunderten Interviews führte ihn dabei zunächst zu einer vielfältigen Zusammenstellung der 100 besten Arbeitgeber in den USA (Levering et al. 1985). Jedes Unternehmen beeindruckte dabei durch eine hohe Identifikation und Bindung seiner Beschäftigten. Mit den 100 Fallbeispielen entstand aber auch die Frage, was die charakteristischen oder entscheidenden Eigenschaften eines »Great Place to Work« sind. Im Folgenden unterstützt durch ein Team von Forschern und Experten galt Leverings Suche zunächst ganz bestimmten Instrumenten oder Maßnahmen, die in den Unternehmen zum Einsatz kamen: Etwa Gewinn- oder Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter. Aber dieser Weg führte nicht weit. Zwar wurden Kapitalbeteiligungen von Unternehmen angeboten, die von den Mitarbeitern als sehr gute Arbeitgeber erlebt wurden, aber auch von solchen, die eher kritisch gesehen wurden. Zudem gab es unter den besten Arbeitgebern auch solche, die keine Kapitalbeteiligungen anboten. Ähnliches galt für andere Maßnahmen.
Professor Dr. Armin Trost ist Professor für Human Resource Management an der Hochschule Furtwangen und Partner der promerit AG. Seine Schwerpunkte sind Recruiting, Employer Branding, Talent Management und angewandte, wissenschaftliche Forschungsmethoden. Als Studiendekan verantwortet er das MBA Programm für International Business Management an der...
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