Knapp ein Jahr ist es her, da erschütterten Bilder von dunklen Städten und Straßenzügen den Glauben an die jederzeitige Verfügbarkeit von Strom. Die Berichte über Blackouts und stundenlange Stromausfälle: zunächst in den USA und Kanada, später aber auch in London (28.8.2003), Südschweden, Ostdänemark und Italien (28.9.2003) machten vielen Verbrauchern erstmals bewusst, wie wichtig zuverlässige (Übertragungs-)Netze für eine sichere Stromversorgung sind. Aber auch die aktuelle Diskussion über energiepolitische Themen (Kernkraft, Windenergie) und die Frage, wie sich der Energiemarkt nach der Liberalisierung weiter entwickeln wird, haben das Problembewusstsein in Politik, Öffentlichkeit und Medien in jüngster Zeit deutlich erhöht.
Ebenfalls vor knapp einem Jahr sind die EU-Beschleunigungsrichtlinien Strom und Gas in Kraft getreten, mit denen die Liberalisierung der europäischen Energiemärkte abgeschlossen werden soll. Die Richtlinien sehen unter anderem vor, dass alle Mitgliedsstaaten bis zum 1.7.2004 eine Regulierungsbehörde eingerichtet haben müssen, die die Weiterentwicklung des Wettbewerbs auf dem Strom- und Gasmarkt überwacht. Zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Behörde, die in Deutschland erst mit Verspätung die Arbeit aufnehmen wird, gehört es, allen Marktteilnehmern den diskriminierungsfreien Netzzugang und die Regelung der Netznutzungsentgelte, vor allem aber die langfristige Versorgungsqualität und Gewährleistung von Planungs- und Rechtssicherheit zu gewährleisten.
Die Netzbetreiber (Übertragung und Verteilung), spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung dieser Ziele, weil sie die Hauptverantwortung für das Funktionieren des Gesamtsystems Kraftwerke-Netz-Verbraucher tragen.
Welche Herausforderungen kommen in nächster Zeit auf die Unternehmen - ob großer Energieversorger oder kleiner Netzbetreiber - zu? Welche Handlungsoptionen haben sie? Wie können sie sich auf die veränderten Rahmenbedingungen (Gesetzgebung, Marktumfeld) einstellen?
In einem gemeinsamen Virtuellen Roundtable diskutieren Energie-Experten aus Praxis und Wissenschaft diese und weitere Fragen und wagen einen Ausblick auf den Netzbetrieb im Jahre 2010.
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