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marketing-2-0_Internet_Kommunikation.pdf
August 2007, Fachartikel Nr. 4 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Fank
Marketing 2.0
Die neue Macht des Kunden
Klassisches Online‐Marketing erreicht immer Gefahr aus dem Netz
weniger Konsumenten. Banner werden einfach
ignoriert und PopUps schlicht weggeklickt, Die Unternehmen müssen beginnen, sich der
wenn diese nicht sowieso schon vom Browser neuen Macht der Verbraucher zu stellen. Das
ausgefiltert werden. Und Email‐Newsletter wer‐ Web 2.0 kann durchaus auch eine Gefahr für sie
den in der Flut des täglichen Spams schon lange darstellen. Bereits wenige negative Stimmen im
nicht mehr bemerkt. Netz üben großen Einfluss auf die Kunden aus. So
kann schon eine geringe Anzahl an Berichten, die
in Bewertungsportalen kritisch über ein be‐
Lange glich e‐Marketing einer Einbahnstraße: stimmtes Hotel schreiben, zu einem konkreten
Unternehmen senden Botschaften, Konsumen‐ Rückgang der Gästezahlen führen (negative Be‐
ten empfangen sie und kaufen dann brav, so die richte werden erfahrungsgemäß um ein Mehrfa‐
Idealvorstellung. Die Online‐Bemühungen der ches häufiger gelesen als positive). Und auch
Unternehmen bestehen dabei oft nur aus ein Journalisten schöpfen aus dem Internet und kön‐
paar Werbebannern, ein wenig Suchmaschinen‐ nen zum Beispiel den Defekt eines Produkts
Marketing (meist in Form von mehr oder weniger
passenden Adwords) und einem Email‐
Newsletter. Doch immer mehr dieser Botschaf‐
ten rauschen ungesehen und ungeklickt am
Verbraucher vorbei.
Denn was passiert tatsächlich im Internet? Dort
betreiben die User längst ihre eigenen Netzwer‐
ke. In ihnen preisen sie Produkte an, geben Tipps
und tauschen Erfahrungen aus. Und zum Leidwe‐
sen der Unternehmen verreißen sie auch, decken
Mängel auf und raten vom Kauf von Produkten
ab. Die digitale Mundpropaganda der Konsumen‐
ten ersetzt immer mehr die Botschaften der Un‐
ternehmen. "User Generated Content" heißt das
Anzeige
Schlagwort, welches das klassische Online Mar‐
keting geradezu aushebelt. Hierzu gehören die
Online‐Bewertungsportale ebenso wie Foren,
schnell einer breiten Öffentlichkeit bekannt ma‐
Fansites, eigenerstellte Videos oder Weblogs. Die
chen. Nirgendwo verbreiten sich Berichte und
Kunden selber sind die neue Meinungsmacht im
Diskussionen schneller als im Netz. Dies musste
Internet. Erstaunlich ist dabei vor allem, dass das
zum Beispiel der Klingelton‐Anbieter Jamba im
digitale Potenzial der Verbraucher so konsequent
Jahr 2004 schmerzhaft erkennen. Damals misch‐
unterschätzt wird.
infospeed GmbH ‐ A Webknowledge Company
Köln Altstadt‐Süd | Große Telegraphenstr. 2 | D‐50676 Köln
AG Köln, HRB 55990 | USt‐Id: DE244504410
GF: Evrim Sen | Tel: +49 221 99 84 101 ‐0 | Fax: ‐1
Web: www.infospeed.de | e‐Mail: company@infospeed.de
www.infospeed.de 1
August 2007, Fachartikel Nr. 4 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Fank
ten sich Mitarbeiter des Unternehmens in eine‐ und Kunden in Dialog treten und seine Wert‐
Weblog‐Diskussion ein, die sich kritisch mit den schätzung für sie zeigen. Die Beteiligung an der
Geschäftsmethoden des Unternehmens befasste. Abstimmung war außerordentlich gut und so‐
Sie stellten sich mit ihren Beiträgen auf die Seite wohl im Print‐ als auch im Online‐Bereich erfolg‐
ihres Arbeitgebers ‐ und wurden prompt ent‐ te eine rege Berichterstattung. So ließ sich trotz
tarnt. Die Folgen: der Artikel wurde noch be‐ einfacher Mittel und kleinem Budget (auf das
kannter, stand bei einer Google‐Recherche nach Schalten von Anzeigen wurde bewusst verzich‐
dem Begriff "Jamba" zeitweilig auf Platz 1 und tet) eine große Wirkung erzielen.
die Berichterstattung über die versuchte Manipu‐
Fords Branchenkollegen von VW bewiesen indes‐
lation des Blogs führte zu einem wahren PR‐
sen Anfang des Jahres, dass (entgegen den unge‐
Desaster für das Unternehmen.
schriebenen Regeln des Web 2.0) sogar versteck‐
te Werbung Erfolg haben kann ‐ wenn sie nur gut
Gegen die Einbahnstraße gemacht und sorgfältig auf die Zielgruppe zuge‐
schnitten ist. In einem eigene Video‐Blog berich‐
Die neue Macht des Kunden erfordert neue An‐
tete die aus dem Fernsehen bekannte Figur Horst
sätze des Online Marketings. Unternehmen müs‐
Schlämmer (alias Hape Kerkeling) in witzigen Vi‐
sen auf ihre Kunden zugehen und vor allem die
deos von seinem späten Erwerb des Führer‐
ganz eigenen Mechanismen des Web 2.0 verste‐
scheins. Als bereits Millionen Menschen über die
hen, um das Marketing per Internet nicht völlig
Filmchen lachten und über die Hintergründe des
den Verbrauchern zu überlassen. Eines steht fest:
Blogs diskutierten, enttarnet sich VW in ironi‐
Im Web 2.0 ist Marketing 2.0 gefragt. Wie dies
scher Weise selbst und entging der im Internet
erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigen eini‐
so häufigen Kritik bei versteckter Werbung. Auch
ge Fälle aus der jüngeren Vergangenheit.
nach der "Aufdeckung" wurden die Videos im
So gilt Frosta als Paradebeispiel für die Umset‐ Internet weiterempfohlen und angeklickt und
zung eines erfolgreichen Corporate Blogs (blog‐ erfreuen sich (nun offiziell "sponsored by Volks‐
frosta.de). Bereits vor über zwei Jahren gestartet, wagen") immer noch großer Beliebtheit im Netz.
bediente man sich der Technik des Web 2.0, um
Doch trotz des Erfolgs solcher neuartigen Online‐
den Internet‐Usern anhand eines Webtagebuchs
Kampagnen scheinen diese Beispiele noch Einzel‐
einen Blick hinter die Kulissen des Konzerns zu
fälle zu sein. Viele Unternehmen müssen ihr Mar‐
geben. Frosta‐Mitarbeiter berichten im Netz
keting im Internet erst wieder neu erlernen.
"offen, ehrlich und aus erster Hand" (so die
Denn Online Marketing im Web 2.0 heißt, neue
Selbstbeschreibung). Über die Diskussionsfunkti‐
Wege zu gehen.
Lesen Sie weiter im PDF
Marketing2-0_online_infospeed.pdf
August 2007, Fachartikel Nr. 4 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Fank
Marketing 2.0
Die neue Macht des Kunden
Klassisches Online‐Marketing erreicht immer Gefahr aus dem Netz
weniger Konsumenten. Banner werden einfach
ignoriert und PopUps schlicht weggeklickt, Die Unternehmen müssen beginnen, sich der
wenn diese nicht sowieso schon vom Browser neuen Macht der Verbraucher zu stellen. Das
ausgefiltert werden. Und Email‐Newsletter wer‐ Web 2.0 kann durchaus auch eine Gefahr für sie
den in der Flut des täglichen Spams schon lange darstellen. Bereits wenige negative Stimmen im
nicht mehr bemerkt. Netz üben großen Einfluss auf die Kunden aus. So
kann schon eine geringe Anzahl an Berichten, die
in Bewertungsportalen kritisch über ein be‐
Lange glich e‐Marketing einer Einbahnstraße: stimmtes Hotel schreiben, zu einem konkreten
Unternehmen senden Botschaften, Konsumen‐ Rückgang der Gästezahlen führen (negative Be‐
ten empfangen sie und kaufen dann brav, so die richte werden erfahrungsgemäß um ein Mehrfa‐
Idealvorstellung. Die Online‐Bemühungen der ches häufiger gelesen als positive). Und auch
Unternehmen bestehen dabei oft nur aus ein Journalisten schöpfen aus dem Internet und kön‐
paar Werbebannern, ein wenig Suchmaschinen‐ nen zum Beispiel den Defekt eines Produkts
Marketing (meist in Form von mehr oder weniger
passenden Adwords) und einem Email‐
Newsletter. Doch immer mehr dieser Botschaf‐
ten rauschen ungesehen und ungeklickt am
Verbraucher vorbei.
Denn was passiert tatsächlich im Internet? Dort
betreiben die User längst ihre eigenen Netzwer‐
ke. In ihnen preisen sie Produkte an, geben Tipps
und tauschen Erfahrungen aus. Und zum Leidwe‐
sen der Unternehmen verreißen sie auch, decken
Mängel auf und raten vom Kauf von Produkten
ab. Die digitale Mundpropaganda der Konsumen‐
ten ersetzt immer mehr die Botschaften der Un‐
ternehmen. "User Generated Content" heißt das
Anzeige
Schlagwort, welches das klassische Online Mar‐
keting geradezu aushebelt. Hierzu gehören die
Online‐Bewertungsportale ebenso wie Foren,
schnell einer breiten Öffentlichkeit bekannt ma‐
Fansites, eigenerstellte Videos oder Weblogs. Die
chen. Nirgendwo verbreiten sich Berichte und
Kunden selber sind die neue Meinungsmacht im
Diskussionen schneller als im Netz. Dies musste
Internet. Erstaunlich ist dabei vor allem, dass das
zum Beispiel der Klingelton‐Anbieter Jamba im
digitale Potenzial der Verbraucher so konsequent
Jahr 2004 schmerzhaft erkennen. Damals misch‐
unterschätzt wird.
infospeed GmbH ‐ A Webknowledge Company
Köln Altstadt‐Süd | Große Telegraphenstr. 2 | D‐50676 Köln
AG Köln, HRB 55990 | USt‐Id: DE244504410
GF: Evrim Sen | Tel: +49 221 99 84 101 ‐0 | Fax: ‐1
Web: www.infospeed.de | e‐Mail: company@infospeed.de
www.infospeed.de 1
August 2007, Fachartikel Nr. 4 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Fank
ten sich Mitarbeiter des Unternehmens in eine‐ und Kunden in Dialog treten und seine Wert‐
Weblog‐Diskussion ein, die sich kritisch mit den schätzung für sie zeigen. Die Beteiligung an der
Geschäftsmethoden des Unternehmens befasste. Abstimmung war außerordentlich gut und so‐
Sie stellten sich mit ihren Beiträgen auf die Seite wohl im Print‐ als auch im Online‐Bereich erfolg‐
ihres Arbeitgebers ‐ und wurden prompt ent‐ te eine rege Berichterstattung. So ließ sich trotz
tarnt. Die Folgen: der Artikel wurde noch be‐ einfacher Mittel und kleinem Budget (auf das
kannter, stand bei einer Google‐Recherche nach Schalten von Anzeigen wurde bewusst verzich‐
dem Begriff "Jamba" zeitweilig auf Platz 1 und tet) eine große Wirkung erzielen.
die Berichterstattung über die versuchte Manipu‐
Fords Branchenkollegen von VW bewiesen indes‐
lation des Blogs führte zu einem wahren PR‐
sen Anfang des Jahres, dass (entgegen den unge‐
Desaster für das Unternehmen.
schriebenen Regeln des Web 2.0) sogar versteck‐
te Werbung Erfolg haben kann ‐ wenn sie nur gut
Gegen die Einbahnstraße gemacht und sorgfältig auf die Zielgruppe zuge‐
schnitten ist. In einem eigene Video‐Blog berich‐
Die neue Macht des Kunden erfordert neue An‐
tete die aus dem Fernsehen bekannte Figur Horst
sätze des Online Marketings. Unternehmen müs‐
Schlämmer (alias Hape Kerkeling) in witzigen Vi‐
sen auf ihre Kunden zugehen und vor allem die
deos von seinem späten Erwerb des Führer‐
ganz eigenen Mechanismen des Web 2.0 verste‐
scheins. Als bereits Millionen Menschen über die
hen, um das Marketing per Internet nicht völlig
Filmchen lachten und über die Hintergründe des
den Verbrauchern zu überlassen. Eines steht fest:
Blogs diskutierten, enttarnet sich VW in ironi‐
Im Web 2.0 ist Marketing 2.0 gefragt. Wie dies
scher Weise selbst und entging der im Internet
erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigen eini‐
so häufigen Kritik bei versteckter Werbung. Auch
ge Fälle aus der jüngeren Vergangenheit.
nach der "Aufdeckung" wurden die Videos im
So gilt Frosta als Paradebeispiel für die Umset‐ Internet weiterempfohlen und angeklickt und
zung eines erfolgreichen Corporate Blogs (blog‐ erfreuen sich (nun offiziell "sponsored by Volks‐
frosta.de). Bereits vor über zwei Jahren gestartet, wagen") immer noch großer Beliebtheit im Netz.
bediente man sich der Technik des Web 2.0, um
Doch trotz des Erfolgs solcher neuartigen Online‐
den Internet‐Usern anhand eines Webtagebuchs
Kampagnen scheinen diese Beispiele noch Einzel‐
einen Blick hinter die Kulissen des Konzerns zu
fälle zu sein. Viele Unternehmen müssen ihr Mar‐
geben. Frosta‐Mitarbeiter berichten im Netz
keting im Internet erst wieder neu erlernen.
"offen, ehrlich und aus erster Hand" (so die
Denn Online Marketing im Web 2.0 heißt, neue
Selbstbeschreibung). Über die Diskussionsfunkti‐
Wege zu gehen.
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