Die Nennleistung der neuesten Gasturbine von Siemens beträgt 375 Megawatt. Das ist Weltrekord. Mitentwickelt und gebaut vom Gasturbinenwerk des Siemens-Sektors Energy in Berlin-Moabit, lässt sich ihr Prozesswirkungsgrad auf über 60% steigern, wenn man das Kraftpaket mit einer Dampfturbine koppelt. Auch dieser Wert dürfte einzigartig sein und steht im Vergleich mit derzeit gängigen Turbinen für rund 40.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen pro Jahr. Auf dem 130.000 m2 großen Werksgelände fertigen 3.000 Mitarbeiter die 300 Tonnen schweren Giganten für Kunden in aller Welt. 300 von ihnen produzieren die Turbinenschaufeln – Komponenten, die höchste Präzision im Herstellungsprozess erfordern. Der Bedarf an diesen Präzisionsschaufeln ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, analog zum steigenden weltweiten Energiebedarf. Albin Bajric, MES-Projektleiter Turbinenschaufelfertigung, erinnert sich:
„Vor zwei Jahren standen wir vor der Notwendigkeit, die Schaufelfertigung mit optimierten Fertigungsverfahren, neuen Maschinen und einer neuen Halle weiter auszubauen. Dazu benötigten wir aber auch eine Software, die die Produktplanung und die aktuellen Fertigungsprozesse unterstützt und steuert.“
Alles neu: Wir brauchen eine passende Software
Bisher hatte man den Bedarf an produktionsbegleitenden EDV-Systemen durch mehrere kleine, intern entwickelte Systeme abgedeckt. So gab es ein Programm für die Abwicklung der Maschinenwartung, etwa die Bearbeitung von Störmeldungen oder die Klassifizierung von Schäden zur anschließenden Analyse. Ebenso entwickelte man im Haus eine Software zur Abwicklung der Fertigungsaufträge. Zum Schichtende meldete jeder Maschinenbediener die Aufträge, die er bearbeitet hatte, einschließlich seiner Nebenzeiten wie Besprechungen oder Betriebsversammlungen. Im Zusammenspiel mit der SAP ERP-Lösung des Konzerns suchte man nun ein System, das flexibel auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter in der Fertigung reagiert, einen sicheren Informationsfluss bereitstellt und sie so in ihren täglichen Aufgaben unterstützt. Also fiel die strategische Entscheidung: Wenn wir schon eine neue Halle bauen und neue Maschinen kaufen, brauchen wir auch eine passende Software.
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