Die „Managing Uncertainty“ Studie der PA Consulting Group zeigt, wie die Reaktion eines Unternehmens auf die Finanzkrise zu einem höheren TSR (Entwicklung des Unternehmenswertes einschließlich Dividendenrendite) führen kann
Immer mehr Unternehmen stellen fest, dass die traditionelle Reaktion auf eine Rezession – die Schotten dichtmachen und darauf warten, dass sich die Geschäftstätigkeit normalisiert – zum Scheitern verurteilt ist. Aus einer Umfrage der PA Consulting Group unter mehr als 200 führenden Führungskräften aus der Wirtschaft geht hervor, dass die Mehrzahl der Unternehmen ihre Aufmerksamkeit zu sehr auf Kosten richteten, zu langsam reagierten und sich zu passiv verhielten. Unternehmen, die drastische Kostenreduktionen vornahmen, schnitten schlechter ab als diejenigen, die Kostensenkungsmaßnahmen gemäßigter angingen. Bei zahlreichen Unternehmen dauerte es bis zu 18 Monate, bis sie überhaupt etwas unternahmen, diese Unternehmen erzielten schlechtere Ergebnisse als jene, die schnell reagierten. Nur wenige Unternehmen erkannten in der Krise die Gelegenheit, Marktanteile auszubauen, und erzielten somit die besten Ergebnisse.
Unternehmen, die massive Kostensenkungen vornahmen, erwirtschafteten keinen höheren TSR als jene mit einer gemäßigten Herangehensweise. Im Gegenteil: Wie aus der Studie hervorgeht, erwirtschafteten diejenigen Unternehmen, deren drastischer Kostenabbau zu Stellenstreichungen führte, einen um 10 Prozent niedrigeren TSR als jene, die den Abbau von Arbeitsplätzen in Grenzen hielten oder gar vermieden.
Die Mehrzahl der Unternehmen ging die Krise im Großen und Ganzen falsch an. Diese Unternehmen müssen ihre Denkweise jetzt ändern, um für eine neue Krise gewappnet zu sein. Lediglich ein Drittel der Unternehmen betrachtete die Finanzkrise von 2008 als Chance und erwirtschaftete einen um 10 Prozent höheren TSR. Aus der Untersuchung geht zudem hervor, dass schnelle Entscheidungen besser sind. So erzielten Unternehmen, die ihre Entscheidungen schnell trafen, einen um 13 Prozent höheren TSR.
Mark Thomas, Unternehmensstrategieexperte bei der PA Consulting Group, kommentierte: „Genauso wie die Politiker langsam begreifen, dass ihre natürliche Reaktion auf die Finanzkrise unzureichend war, gelangen nun auch viele Unternehmen zu der Erkenntnis, dass die herkömmliche Verhaltensweise bei einer Rezession dem Geschäft Verluste garantiert. Der Grund für den Misserfolg dieser herkömmlichen Managementstrategien liegt darin, dass diese für herkömmliche Konjunktur- Rezessionen konzipiert sind. Eine Bilanzrezession ist aber etwas völlig anderes. Die leistungsstärksten Unternehmen verfolgten eine andere Strategie: Sie erkannten die Krise schon frühzeitig und reagierten schnell. Sie gingen die Kostensenkungsmaßnahmen auf gemäßigte Weise an und agierten vorausschauend, um sich auf Weiterentwicklungschancen zu konzentrieren. Eine grundlegend verschiedene Herangehensweise erzielt die höchsten Leistungen – und dies müssen sich Unternehmen im Zuge dieses Konjunkturabschwungs zu Herzen nehmen.“
Die Verlierer aus der letzten Rezession richteten ihre Aufmerksamkeit zu sehr auf die Kosten, reagierten zu langsam und verhielten sich zu passiv. Wie sollen sich also Unternehmen während einer Bilanzrezession am besten verhalten? Hier vier wichtige Grundsätze:
- Vermeiden Sie drastische, panische Kostenreduktionen; senken Sie die Kosten auf fokussierte, überlegte Art und Weise.
- Treffen Sie schon frühzeitig Vorkehrungsmaßnahmen: Entwickeln Sie Krisenpläne und stellen Sie die erforderlichen Finanzmittel sicher – gewährleisten Sie nach Möglichkeit eine „offensive“, aber auf jeden Fall zumindest eine „defensive“ Liquidität.
- Vergewissern Sie sich, dass Ihr Unternehmen keine unnötigen Lasten mit sich trägt; so verhindern Sie, dass Sie sich zum Tiefpunkt des Konjunkturzyklus zu kurzfristigen Verkäufen gezwungen sehen.
- Ergreifen Sie die Chance, Anteile an Schlüsselmärkten hinzuzugewinnen – sowohl über Akquisitionen wie auch durch organisches Wachstum.
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.


