Das Jahr 2012 wird schwierig: In Deutschland dürfte die Wirtschaft leicht, in der Eurozone sogar kräftig schrumpfen. Bei Neuanlagen sind Anleger gut beraten, auf Risiko tragende Assets zu setzen, die eine ausreichend hohe Risikoprämie aufweisen und Streuungsvorteile gegenüber Staatsanleihen und Kasse bieten. So lautet das Fazit des heutigen Pressegesprächs „Konjunktur und Märkte 2012“ von HSBC Trinkaus und HSBC Global Asset Management (Deutschland) in Frankfurt.
Stefan Schilbe, Chefvolkswirt und Leiter Treasury Research der HSBC in Deutschland, erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent. „Insbesondere im vierten Quartal 2011 und im ersten Quartal 2012 müssen wir mit negativen Wachstumsraten rechnen. Erst in der zweiten Jahreshälfte wird sich das Wachstum wieder positiv entwickeln“, erläutert er. Schilbe zufolge wird der deutsche Export Einbußen hinnehmen müssen. Die robuste Arbeitsmarktlage, die andauernde Konsumfreude der Deutschen und die zu erwartenden Lohnsteigerungen würden zwar positive Impulse setzen. Diese Effekte seien jedoch erst im zweiten Halbjahr stark genug, um die Belastungen aus dem schwächeren Außenbeitrag auszugleichen.
Für die Eurozone ist der Chefvolkswirt ebenfalls pessimistisch gestimmt: Der Einfluss der restriktiven Fiskalpolitik und problematischer Arbeitslosenquoten in den hoch verschuldeten Staaten sorge für einen Nachfrageeinbruch, der in diesem Jahr nicht durch die wettbewerbs-stärkeren Länder aufgefangen werden könne. Insgesamt werde die Wirtschaftsleistung deshalb um ein Prozent rückläufig sein, wobei sich die Situation auch hier in der zweiten Jahreshälfte verbessere. Schilbe rechnet mit einem Rückgang der Inflation auf zwei Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde ihre derzeitige Politik fortsetzen und auch weiterhin die langfristige Liquiditätssteuerung großzügig auslegen. Der Leitzins wird Schilbe zufolge auf ein neues historisches Tief von 0,5 Prozent fallen und auf diesem Niveau während des gesamten Jahres verharren. Sollten die Zinsen in den krisengeplagten Staaten weiter steigen, sei eine stärkere Intervention der EZB am Anleihemarkt über das bisherige Ausmaß hinaus erforderlich. [...]
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