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Anlagestrategien in der Krise?

Michael Faustino Bauer
Frage von Dr. Michael Faustino Bauer, complexium GmbH an das Netzwerk der Competence Site | 14.8.2011 Anlagestrategien in der Krise?
Krisenzeiten stellen immer besondere Herausforderungen für Anlagestrategien dar.

Wie bewerten Sie die aktuelle Krise? Was sind Ihrer Meinung nach aktuell geeignete Anlagestrategien und Investments?  Was verspricht Sicherheit (und Rendite)? Hinterfragt die jetzige Krise in ihrer Besonderheit bisherige Anlagestrategien? Sind also auch vertraute Strategien in der Krise?
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Was wollen Sie Herrn Faustino Bauer antworten?
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  • Martin Garske
    Antwort von Martin Garske, apano GmbH zu Anlagestrategien in der Krise? von Dr. Michael Faustino Bauer | 31.1.2012, 11:39:31 RE: ( 6 ) Anlagestrategien in der Krise?

    Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass uns negative Nachrichten auch in diesem Jahr begleiten werden. Die Staatschuldenkrise in Europa und die Gefahr damit verbundener sozialer Spannungen, die enorme Staatsverschuldung der USA sowie die Gefahr einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft sind nur einige... mehr

    Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass uns negative Nachrichten auch in diesem Jahr begleiten werden. Die Staatschuldenkrise in Europa und die Gefahr damit verbundener sozialer Spannungen, die enorme Staatsverschuldung der USA sowie die Gefahr einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft sind nur einige Großbaustellen.

    Aus meiner Sicht bieten in einem Umfeld wie dem derzeitigen solche Investments den Anlegern Vorteile, die sowohl bei steigenden als auch mit fallenden Kursen Gewinne erzielen können. Dazu zählen Managed Futures und ausbalancierte, also marktneutrale, Long-/Short-Strategien.

    Das vergangene Jahr hat insbesondere Managed Futures in einen börsenuntypischen Kontext gestellt. Die Märkte wurden aktiv von der Politik beeinflusst. Die Folge dieser Interventionen waren häufige abrupte Richtungswechsel an den Märkten mitten im charttechnischen Niemandsland, was für Managed Futures problematisch war.
    Wesentlich besser schnitten ausbalancierte Long/Short – Strategien ab. Diese erzielen ihre Renditen, indem sie attraktive Einzelaktien kaufen und z.B. den Vergleichsbranchenindex shorten. Diese Vorgehensweise macht sie relativ unempfindlich gegenüber heftigen Marktschwankungen. Das greift deshalb besonders gut, weil sie marktneutral positioniert sind, also beide Seiten gleich hoch gewichten. Damit sind Anleger beim Kauf dieser Strategien weder vom Markttrend noch vom Timing abhängig.
    Das gilt bei den aggressiveren „long biased“ oder erst recht bei den „long only“- Fonds nur sehr eingeschränkt. Vor allem letztgenannte Form ist jedoch merkwürdigerweise die am weitesten verbreitete: es handelt sich dabei um den typischen Aktienfonds. Eigentlich ist das zu mindestens 50% eine riskante Wette auf den Markttrend. Da würde ich mich 2012 nicht dran trauen. Neben den marktneutralen Long/Short-Strategien sprach ich oben die Managed Futures an.

    Für diese bin ich zuversichtlich, weil ich glaube, dass es 2012 weniger verbale politische Interventionen an den Märkten geben wird. Deshalb sollten die Trendfolger in der Lage sein, zu ihrer gewohnten Form zurückzufinden.

    Direkt zum Statement von apano-Vertriebsdirektor Martin Garske im apano-Blog

  • Helge Lach
    Antwort von Dr. Helge Lach, Deutsche Vermögensberatung AG zu Anlagestrategien in der Krise? von Dr. Michael Faustino Bauer | 14.9.2011, 16:08:17 RE: ( 5 ) Anlagestrategien in der Krise?

    Natürlich ist die kritische Situation auf den Finanzmärkten längst auch beim einfachen Kunden angekommen. In aller erster Linie in Gestalt großer Verunsicherung. Dazu haben leider auch ganz massiv die Medien beigetragen, die beispielsweise in den letzten ein bis zwei Jahren die private Rentenversicherung als das für fast jeden... mehr

    Natürlich ist die kritische Situation auf den Finanzmärkten längst auch beim einfachen Kunden angekommen. In aller erster Linie in Gestalt großer Verunsicherung. Dazu haben leider auch ganz massiv die Medien beigetragen, die beispielsweise in den letzten ein bis zwei Jahren die private Rentenversicherung als das für fast jeden immer noch beste Vorsorgeprodukt völlig zu Unrecht kaputt geschrieben haben.
    Die großen Gewinner sind die Banken und Sparkassen, also diejenigen, die zum Teil große Mitverantwortung für Missstände haben. Denn schließlich waren es in erster Linie Sparkassen, die in großem Stil ahnungslosen Privatkunden Lehman-Zertifikate verkauft haben. Jetzt profitieren sie, denn die Zuflüsse in extrem niedrig verzinste Sichteinlagen sind weiterhin gewaltig, und dieses Geld wird dann hochverzinst als Dispositions-, Überziehungs- oder Konsumentenkredit wieder zur Verfügung gestellt.
    Wir merken in unseren tagtäglich Tausenden von Beratungsgesprächen, dass die Kunden nichts mehr als Sicherheit suchen. Gemeinsam mit unserem Partner DWS haben wir uns darauf längst mit entsprechenden Garantiefonds eingestellt. Und es bleibt dabei: Mit immer noch 4 Prozent Überschussbeteiligung und einem Höchstmaß an Sicherheit ist und bleibt die private Rentenversicherung für 90 Prozent der Bürger das beste Produkt für die Altersversorgung.
  • Harald Weygand
    Antwort von Harald Weygand, BörseGo AG zu Anlagestrategien in der Krise? von Dr. Michael Faustino Bauer | 24.8.2011, 9:29:48 RE: ( 4 ) Anlagestrategien in der Krise?

    Meines Erachtens ist der Abverkauf seit Anfang August erst der Anfang eines neuen Bärenmarkts. Die nächsten Monate und möglicherweise sogar Jahre dürften durch Sparzwänge in Europa und den USA gekennzeichnet sein. So wie es aussieht, erwartet uns nochmals ein echter deflationärer Schock. In den USA und Europa stehen... mehr

    Meines Erachtens ist der Abverkauf seit Anfang August erst der Anfang eines neuen Bärenmarkts. Die nächsten Monate und möglicherweise sogar Jahre dürften durch Sparzwänge in Europa und den USA gekennzeichnet sein. So wie es aussieht, erwartet uns nochmals ein echter deflationärer Schock. In den USA und Europa stehen seit Anfang August dieses Jahres wieder Aktien aus dem Bankensektor unter erheblichem Abgabedruck.

    Keine Frage, Aktien aus diesem Sektor sind angesichts der stark überverkauften Lage anfällig für Shortsqueezes. Es bietet sich dennoch angesichts der sich zuspitzenden Staatsverschuldungskrise in Europa an, Shortpositionen auf ausgewählte Titel aus diesem Sektor aufzubauen. Die Credit Spreads dieser Aktien explodieren und zeigen Verlaufsmuster ähnlich derer, die vor der Lehman Pleite 2008 zu sehen waren. Ich plädiere nach wie vor für den Aufbau von Shortpositionen auf ausgewählte Bankentitel. Allerdings mit weiten Stops.

  • Markus Güntner
    Antwort von Markus Güntner, Swisscanto Asset Management International S.A. zu Anlagestrategien in der Krise? von Dr. Michael Faustino Bauer | 23.8.2011, 9:34:16 RE: ( 3 ) Anlagestrategien in der Krise?

    Die aktuelle Krise ist nicht zu unterschätzen. Denn jetzt kocht hoch, was seit Jahrzehnten fahrlässige Normalität ist in den politischen Haushalten rund um den Globus: es werden exorbitant hohe Schulden auf Kosten der kommenden Generationen gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass nun Vernunft einkehrt und entsprechende... mehr

    Die aktuelle Krise ist nicht zu unterschätzen. Denn jetzt kocht hoch, was seit Jahrzehnten fahrlässige Normalität ist in den politischen Haushalten rund um den Globus:
    es werden exorbitant hohe Schulden auf Kosten der kommenden Generationen gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass nun Vernunft einkehrt und entsprechende nachhaltige Zukunftslösungen auf den Plan kommen. In diesem Umfeld ist die Suche der richtigen Geldanlage aber generell nicht heikler als sonst. In erster Linie gilt: Ruhe bewahren und die Auswirkungen auf die bestehenden Ersparnisse sichten. Wer langfristig auf den Aktienmarkt vertraut, findet heute auch Chancen zum günstigen Nachkauf. Wer regelmäßig in einen Aktiensparplan einzahlt, sollte diesen keinesfalls unterbrechen. Denn tiefe Kurse führen zu einem günstigeren Durchschnittseinkaufspreis der Fondsanteile.

    Man darf nicht vergessen: Das Zinsniveau ist seit ein paar Jahren niedrig und die deutschen Anleger sind sehr sicherheitsorientiert und haben eine eher geringe Aktienquote, so dass sicher das Thema einer eventuell aufkommenden Inflation zur Diskussion stehen muss. Denn Inflation ist der Feind der niedrigen Verzinsung.
    Anleger sollten in einem festen Turnus die persönlichen Anlageziele hinterfragen und dann, bei Bedarf, Handlungsalternativen erarbeiten. Am besten mit dem Berater des Vertrauens, der bereits über Vermögens-, Einkommens- und Familienverhältnisse im Bilde ist. Nach diesem Vorgehen sind Anlageentscheidungen zu treffen.

    Die Schuldenkrise ist sicher keine Krise, die bestimmte Anlagestrategien grundsätzlich auch in eine Krise führt. Für mich ist wichtig, dass eine Anlagestrategie immer persönlich auf den Investor zugeschnitten sein muss und die Grundregel der "breiten Streuung" zu Recht existiert und angewendet werden sollte.

    Mein Appell lautet: Anleger sollten ihr Augenmerk auf nachhaltige Fonds und Produkte legen, da sie hier Verantwortung für die Zukunft und die nächsten Generationen übernehmen. Mit der Berücksichtigung ökologischer, ethischer und sozialer Faktoren können Anleger Druck auf Unternehmen und Gesellschaft ausüben, damit der Planet Erde nicht weiterhin über die Maßen strapaziert wird.

  • Andreas W. Korth
    Antwort von Dipl. Volkswirt Andreas W. Korth, GOOD GROWTH INSTITUT für globale Vermögensentwicklung mbH zu Anlagestrategien in der Krise? von Dr. Michael Faustino Bauer | 18.8.2011, 16:01:17 RE: Anlagestrategien in der Krise? / Andreas W. Korth

    Die richtige Anlagestrategie findet sich idealerweise schon vor einer Krise, denn nur wenn man aktuell noch nicht mit zu hohen Verlusten belastet ist, kann man als Investor noch einen kühlen Kopf behalten. Wer gut beraten war, hat bereits in den letzten Jahren systematisch Gold in seine Anlagestrategie integriert und in den... mehr

    Die richtige Anlagestrategie findet sich idealerweise schon vor einer Krise, denn nur wenn man aktuell noch nicht mit zu hohen Verlusten belastet ist, kann man als Investor noch einen kühlen Kopf behalten. Wer gut beraten war, hat bereits in den letzten Jahren systematisch Gold in seine Anlagestrategie integriert und in den letzten Monaten seit Abkühlung der Konjunkturindikatoren die Aktienquote deutlich reduziert. Mit einem breit gestreuten Portfolio von Anleihen von guten und nachhaltigen Unternehmen sowie durch Mikrofinanzinvestments konnte man auch so eine gewisse Grundrendite im Depot sichern.

    Nach dem ersten kräftigen Finanzbeben seit 2008 kann man aus dieser Ausgangssituation heraus nun erst einmal in Ruhe abwarten, ob die Konjunktur sich doch noch fängt, oder ob die Märkte ihre Reise nach Süden weiter fortsetzen. Mit einer hohen Quote an täglich verfügbaren Geldmarktanlagen hat man dann zu gegebener Zeit die Chance, Aktienpositionen wieder aufzubauen. Nur wirklich mutige Anleger greifen im aktuellen Umfeld schon wieder mit beiden Händen bei den Aktien zu.

  • Winfried Felser
    Antwort von Dr. Winfried Felser, NetSkill AG zu Anlagestrategien in der Krise? von Dr. Michael Faustino Bauer | 15.8.2011, 16:57:07 Die Verantwortung der Anleger => Ethische und nachhaltige Investments statt nur Rendite

    In unserer Befragung zu "Finanzbranche und Vertrauen" (s. Link) haben wir bisher nur die Hausaufgaben der Emittenten und Berater beleuchtet. Auch (private und vor allem institutionelle) Anleger haben eine Verantwortung. Muss nicht gerade die Krise eine Aufforderung sein, nicht die Rendite als alleinigen Maßstab zu... mehr

    In unserer Befragung zu "Finanzbranche und Vertrauen" (s. Link) haben wir bisher nur die Hausaufgaben der Emittenten und Berater beleuchtet.

    Auch (private und vor allem institutionelle) Anleger haben eine Verantwortung. Muss nicht gerade die Krise eine Aufforderung sein, nicht die Rendite als alleinigen Maßstab zu wählen? Wenn wir die Irrungen der Vergangenheit vermeiden wollen (Wetten auf Wetten), sollten dann nicht ethische / nachhaltige Investments erste Wahl sein?