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Finanzbranche und Vertrauen?

Winfried Felser
Frage von Dr. Winfried Felser, NetSkill AG zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 10.8.2011 Finanzbranche und Vertrauen?
Die Finanzbranche leidet nach außen und innen an Vertrauensverlust, u.a. durch Finanzkrise und (über?) kritische Meldungen in den Medien. Zugleich ist die Finanzbranche als Dienstleister für Risiko-Absicherung, Altersvorsorge etc. in diesen unruhigen Zeiten wichtiger als je zuvor.

Wie gelingt es, jetzt wieder Vertrauen zu schaffen?   
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  • Hansjörg Leichsenring
    Antwort von Dr. Hansjörg Leichsenring zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 28.9.2011, 17:28:22 RE: ( 6 ) Finanzbranche und Vertrauen? - Befragung zum Thema Bankenimage

    Zu Beginn des Jahres habe ich zum Thema Bankenimage auf verschiedenen sozialen Netzwerken eine Spontanbefragung durchgeführt. Dazu habe ich auf Xing, LinkedIn sowie Bankinnovation die folgenden Fragen gestellt: Welches Wort fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie mit einer Bank zu tun haben? Which word comes first in... mehr

    Zu Beginn des Jahres habe ich zum Thema Bankenimage auf verschiedenen sozialen Netzwerken eine Spontanbefragung durchgeführt. Dazu habe ich auf Xing, LinkedIn sowie Bankinnovation die folgenden Fragen gestellt:

    Welches Wort fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie mit einer Bank zu tun haben?

    Which word comes first in your mind, when dealing with a bank?

     

    Die Ergebnisse waren für die Banken niederschmetternd.

    45 Prozent assoziierten negative und sehr negative Begriffe

    42 Prozent neutrale

    Und nur 13 Prozent positive und sehr positive

     

    Nähere Informationen dazu unter http://www.der-bank-blog.de/?p=651

     

    Ob dies immer noch die Folge der Finanzkrise ist, sei dahingestellt. Fakt ist, Banken müssen dringend an ihrem Image arbeiten, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

  • Winfried Felser
    Antwort von Dr. Winfried Felser, NetSkill AG zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 13.8.2011, 15:51:54 Dr. Johannes Reich von Metzler fordert eine neue Aufklärung

    Dr. Johannes Reich von Metzler fordert - passend zu dieser Diskussion - eine neue Aufklärung vor dem Hintergrund der Finanzkrise und stellt in der FAZ vom 7. Juli 2011 fünf Thesen auf für die Bank im 21. Jahrhundert, s. Link auf die Seiten bei Metzler. U.a. formuliert er: 1. Banken brauchen Kunden . ... Mit Geschäften,... mehr

    Dr. Johannes Reich von Metzler fordert - passend zu dieser Diskussion - eine neue Aufklärung vor dem Hintergrund der Finanzkrise und stellt in der FAZ vom 7. Juli 2011 fünf Thesen auf für die Bank im 21. Jahrhundert, s. Link auf die Seiten bei Metzler.

    U.a. formuliert er:

    1. Banken brauchen Kunden. ... Mit Geschäften, die keinen Nutzen stiften, mit autistischen Wetten und ohne Kunden, haben Banken keine Existenzberechtigung.

    2. Banken brauchen Kapital, ... die neu geplante Basel-Ill-Grenze von 7 Prozent scheint sicherer. Doch negieren Banken ihre Risiken, wird auch die höhere Kapitalanforderung neue Krisen nicht verhindern. Auch Lehman wies vor dem Kollaps eine Kernkapitalquote von 12 Prozent aus.

     

    3. Banken brauchen Liquidität. ... Das Kreditwesengesetz verpflichtet Banken „ihre Mittel so anzulegen, dass jederzeit eine ausreichende Zahlungsbereitschaft gewährleistet ist“. ... aber welche Aktiva könnten denn immer ganz sicher zu Geld gemacht werden?

    4. Banken brauchen Risiken. Nicht nur Banken, wir alle brauchen Risiko. Ohne Risiko keine Zukunft: Ohne Risiko keine Freiheit der Entscheidung. Ohne Risiko kein Leben. Im globalen Dorf hypersensibilisierter Risikowahrnehmung stellt sich die Frage, ob eine global vernetzte Gesellschaft funktionieren kann ohne Risiko handhabende Banken? Sollen wir alle Risiken verbieten? Risiken zu transferieren und handhabbar zu machen, ist Kernaufgabe von Banken im wohlverstandenen Sinn.


    5.
    Banken brauchen die Gesellschaft. ... Jede Gesellschaft braucht ihre Fetische, Schamanen, Inquisition und Sündenböcke. Banker haben gelernt, mit der Sündenbock-Rolle zu leben. Dennoch: Wir müssen uns weiter bemühen, darüber aufzuklären, was wir tun und beitragen können zur Sicherung von Wohlfahrt! Wir müssen uns anstrengen, uns zu verbessern, und unsere Fehler erkennen."

    Sein Schlusswort:
    „Nun aber müssen wir unseren Garten bestellen.“
  • Robert Halver
    Antwort von Robert Halver, Baader Bank AG zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 12.8.2011, 13:03:11 RE: ( 4 ) Finanzbranche und Vertrauen?

    Die Finanzmärkte leben nicht im luftleeren Raum. Sie sind das Thermometer für die jeweils vorhandenen Rahmenbedingungen. Dabei sind nicht nur die wirtschaftlichen Umstände gemeint, die sich schließlich in Unternehmensgewinnen niederschlagen. Es geht natürlich auch um die politischen Rahmenbedingungen, die die... mehr

    Die Finanzmärkte leben nicht im luftleeren Raum. Sie sind das Thermometer für die jeweils vorhandenen Rahmenbedingungen. Dabei sind nicht nur die wirtschaftlichen Umstände gemeint, die sich schließlich in Unternehmensgewinnen niederschlagen. Es geht natürlich auch um die politischen Rahmenbedingungen, die die Grundfesten der Börse betreffen.

    Und genau hier liegt das Problem. Die Politik in der Eurozone, aber mittlerweile auch im finanzwirtschaftlichen Musterland USA, vermittelt keine klaren Lösungsansätze. Es muss doch einleuchtend sein, dass die einzig sich um Schulden drehende Diskussion und immer größere Rettungsschirme in der Eurozone keine nachhaltige Lösung der Schuldenprobleme liefert. Wo bleibt die wirtschaftliche Perspektive, wie wollen wir in den USA - wir brauchen dort einen weiteren "New Deal" wie unter Roosevelt in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts - und in der Eurozone in den nächsten Jahren Geld verdienen, um nicht nur den Menschen eine Perspektive zu bieten, sondern auch um Schulden bedienen zu können. Hier höre ich kaum etwas. Es geht schlicht und ergreifend um Wachstum!

    Wir brauchen knallharte Entscheidungen, die zwar weh tun auch an den Finanzmärkten, insbesondere wenn es um die Frage geht, ob es Sinn macht die Daueralimentierung von Ländern wie Griechenland und Portugal fortzusetzen, wenn klar ersichtlich, dass diese Länder keine Chance haben, auf absehbare Zeit wirtschaftlich auf eigenen Füßen ist. Deren Austritt ist vor allem in ihrem Interesse. Damit würden wir die Rest-Eurozone stabilisieren. Italien darf als Dominostein niemals umfallen. Wird Italien angegriffen und würde es es sogar umfallen, steht die Eurozone auch auf dem Spiel.

    Wir brauchen auch dringend ein Ende der Kakophonie. Nicht jeder Politiker, der einen Mund hat, muss ihn auch permanent zum Reden benutzen. Hättest DU geschwiegen, wärst Du Philosoph geblieben. Dies gilt insbesondere bei epochal gefeierten EU-Gipfelbeschlüssen, die schon nach zwei Wochen selbst in der Einschätzung von mitverantwortlichen, hochrangigen EU-Politikern als Makulatur dargestellt werden.
    Hinzu kommt die Vielstimmigkeit bei Lösungsansätzen für die Euro-Krise. Was heute gesagt wird, ist morgen schon veraltet. Das schafft kein Vertrauen an den Finanzmärkten und natürlich in der Bevölkerung, es schafft Misstrauen.
    Und das Unschöne an gerade politischer Unsicherheit und Misstrauen ist, dass sie - wenn sie zu lange anhält - auch die Realwirtschaft negativ befallen kann.

    Der Unternehmer, der von der Politik keine klaren Rahmendaten vorgesetzt bekommt, investiert nicht und wird im Zweifel auch keine Arbeitsplätze aufbauen oder im schlimmsten Fall sogar welche abbauen. Der Vergleich mit dem Hühnerhof sei gestattet: Wenn die Hühner keine Ruhe finden, legen sie auch keine Eier.
    Befinden sich die Börsen in Unsicherheit, ist zudem Gerüchten Tür und Tor geöffnet. Die Spekulationen um Bonitätsherabstufungen auch von Kernländern der Eurozone und den Banken erhöht die Unsicherheit zusätzlich. Obwohl allen Beteiligten klar ist, dass man keine Bank umfallen lassen würde, kann das Vertrauen zwischen den Banken leiden. Und genau dieses Misstrauen war einer der markantesten Impulsgeber für die auch wirtschaftlichen Probleme nach der Lehman-Pleite.

    Ich behaupte, dass Geld des deutschen Steuerzahlers wäre bestens angelegt, wenn man damit allen relevanten EU-Politikern zusammen einen schönen Urlaub auf einer schönen Insel bezahlt.
    Die Bedingung ist, dass sie in dieser Zeit keine Verlautbarung, keine Äußerung nach außen dringen lassen, sondern - wie bei der Papstwahl - zum Stillschweigen verpflichtet sind und sehr intensiv über Lösungen nachdenken. Und erst bei der Vorlage konkreter, nachhaltiger, klarer Lösungen - also bei weißem Rauch - darf mit einer Stimme gesprochen werden. Denn Worte zerstören, wo sie nicht hingehören.

    Das Schlimmste ist aber, dass mit dem Misstrauen an den Finanzmärkten und der allgemeinen schlechten Stimmung, die damit verbreitet wird, der Blick auf die fundamental robuste Situation der deutschen Volkswirtschaft getrübt wird. Die Scheuklappen müssen abgenommen werden. Das kann aber nur die Politik leisten. Also ran an die Arbeit.

  • Helge Lach
    Antwort von Dr. Helge Lach, Deutsche Vermögensberatung AG zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 12.8.2011, 10:59:18 RE: ( 3 ) Finanzbranche und Vertrauen?

    3 Fälle möchte ich unterscheiden, um wieder Vertrauen zu gewinnen: 1. Ein Berater, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen (keine Falschberatung, ordentlicher Service, kundenorientierte Beratung), braucht sich keine Sorgen zu machen. Im Gegenteil: Seine Kunden werden wissen, was sie an ihm haben, weiter... mehr

    3 Fälle möchte ich unterscheiden, um wieder Vertrauen zu gewinnen:

    1. Ein Berater, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen (keine Falschberatung, ordentlicher Service, kundenorientierte Beratung), braucht sich keine Sorgen zu machen. Im Gegenteil: Seine Kunden werden wissen, was sie an ihm haben, weiter Geschäfte mit ihm machen und ihn mehr denn je an Verunsicherte weiter empfehlen. Dies beobachten wir auch bei unseren Vermögensberatern: Die bisher Erfolgreichen sind jetzt in schwierigen Zeiten noch erfolgreicher.

    2. Unternehmen, die insgesamt ordentlich arbeiten (dazu zählen wir uns als DVAG, denn wir vermitteln keine Produkte des grauen Kapitalmarktes oder geschlossene Fonds / Zertifkate, die unseren Beratern an die Hand gegebene Konzeption ist kundenorientiert und branchenübergreifend und wir haben ein effizientes Qualitätssicherungsinstrumentarium), haben es schwer. Denn das von anderen aufgebaute Negativimage schlägt auf alle durch. Hier heißt es, mehr denn je die eigenen Qualitätsstandards gewährleisten und diese im Beratungsgespräch und in der Kommunikation nach außen deutlich machen.

    3. Unternehmen, die für die Misere verantwortlich sind, sollten nicht millionenschwere Kampagnen fahren und so versuchen, Fehlverhalten mit dem Mantel unglaubwürdiger Werbeversprechen zu verdecken, sondern besser diese Mittel in Entschädigungszahlungen an Kunden investieren und gleichzeitig die internen Hausaufgaben schnellstmöglich erledigen.

  • Winfried Felser
    Frage von Dr. Winfried Felser, NetSkill AG zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 10.8.2011 Finanzbranche und Vertrauen?

    Die Finanzbranche leidet nach außen und innen an Vertrauensverlust, u.a. durch Finanzkrise und (über?) kritische Meldungen in den Medien. Zugleich ist die Finanzbranche als Dienstleister für Risiko-Absicherung, Altersvorsorge etc. in diesen unruhigen Zeiten wichtiger als je zuvor. Wie gelingt es, jetzt wieder Vertrauen zu... mehr

    Die Finanzbranche leidet nach außen und innen an Vertrauensverlust, u.a. durch Finanzkrise und (über?) kritische Meldungen in den Medien. Zugleich ist die Finanzbranche als Dienstleister für Risiko-Absicherung, Altersvorsorge etc. in diesen unruhigen Zeiten wichtiger als je zuvor.

    Wie gelingt es, jetzt wieder Vertrauen zu schaffen?   
    Antworten ( 7 )
  • Franco d'Angelico
    Antwort von Dipl.-Kfm. Franco d'Angelico, Cube Finanz AG zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 8.8.2011, 10:32:22 RE: ( 2 ) Finanzbranche und Vertrauen?

    Der Begriff "Finanzbranche" ist eine sehr weitgreifende Klassifizierung - m.E. eine zu weit gefasste und damit in ihrer Komplexität nicht mehr erfassbare Klassifizierung - und die Komplexität nimmt m.E. ständig zu. Da viele Menschen, und dazu zählen selbst Profis, die täglich in der "Finanzbranche" arbeiten, die zunehmende... mehr

    Der Begriff "Finanzbranche" ist eine sehr weitgreifende Klassifizierung - m.E. eine zu weit gefasste und damit in ihrer Komplexität nicht mehr erfassbare Klassifizierung - und die Komplexität nimmt m.E. ständig zu.

    Da viele Menschen, und dazu zählen selbst Profis, die täglich in der "Finanzbranche" arbeiten, die zunehmende Komplexität immer weniger durchschauen, geschweige denn beherrschen können, entsteht nach meinem Verständis ein immer größerer Verlust an Vertrauen. Diese Entwicklung wurde durch die letzte und immer noch akute Finanz- und Wirtschaftskrise beschleunigt, da diese wie ein Katalysator die immer größer werdenden Unzulänglichkeiten zum Vorschein gebracht hat.

    Um Vertrauen wieder nach und nach gewinnen zu können, ist meiner Meinung nach eine Verringerung an Komplexität nötig. Dazu kann man als Berater verschiedene Maßnahmen versuchen, wie z.B. schon an der Auswahl der Finanzprodukte (Anlage-Universum) einen Filter setzen, der, wie ich es praktiziere, z.B. nur real existierende Sachwerte mit geringem Leverage als Basiswert einer Produktidee zulässt und die ein nachvollziehbares reales Ertragsmodell in der Realwirtschaft nachweist.

    Nachvollziehbar muss dieses Ertragsmodell zumindest für denjenigen sein, der als Investor einen Kapital-Einsatz wagen will. Mit der Beachtung des Grundsatzes, dass man allein im Auftrag des Mandaten handelt, kann man als Berater mit guten Kenntnissen der individuellen Präferenzen des Investorens eine weitere Verringerung der Komplexität erreichen - die individuellen Präferenzrelationen des Investors sind ein weiter Filter des Beraters in der Auswahl der Finanzprodukte. Diese anlegergerechte Betrachtung ist jedoch eine hohe Kunst, für die es keine allgemeingültige Methodik gibt. Hier zählt vor allem die Kompetenz des Beraters. Kann der Investor den Analyse-Prozess des Beraters nachvollziehen, der dazu dient, die individuellen Präferenzrelationen zu ermitteln, hat das Vertrauen des Investors eher die Bereitschaft, Fuß zu fassen.

    Die Finanzbranche muss an sich nur genug seriöse Arbeit in der Entwicklung vielfältig geeigneter Produkte leisten, das wäre schon ausreichend. Denn m.E. schenkt man Menschen das Vertrauen, deshalb ist es die Aufgabe des Beraters, die seriöse Arbeit hierfür zu leisten, um das Vertrauen des Investors ehrlich zu gewinnen und zu verdienen.

    In der Finanzbranche nennen sich meiner Meinung nach zu viele "Berater", die jedoch als solche getrieben von ihren eigenen oder vorgegebenen Zielkonflikten das Vertrauen von Menschen missbrauchen und verspielen. Neben bewußten Zielkonflikten ist leider auch die unbewußte Inkompetenz vieler Berater eine Quelle für die Zerstörung von Vertrauen. Mit geeigneten Qualifikationsvoraussetzungen könnte aber leicht diese Quelle der Zerstörung zumindest geschwächt werden.

    Aber auch Berater haben Vertrauen in ihre Arbeit verloren. Viele Berater haben ungewollt und unbewußt Vertrauen von Investoren zerstört, weil sie an die Informationen zu Zusammenhängen, die die Anbieter selbst erstellt oder an große Analyse- bzw. Ratingagenturen vergeben haben, geglaubt haben - einige dieser Anbieter haben sich das Vertrauen der Berater erschlichen und zerstört, wissend, dass sie unseriös das schnelle Geld machen wollten; andere Anbieter kann man auch als Opfer der Ereignisse erkennen.
  • Markus Güntner
    Antwort von Markus Güntner, Swisscanto Asset Management International S.A. zu Finanzbranche und Vertrauen? von Dr. Winfried Felser | 1.8.2011 RE:Finanzbranche und Vertrauen?

    Finanzgeschäfte gehören zu den sensibelsten. Umso wichtiger ist hier die Vertrauensbasis zwischen Institut und Kunde. Leider führten immer neue Störfeuer in der Finanzbranche zu einem Vertrauensverlust. Die Wiedergewinnung muss nachhaltig erfolgen. Hierfür ist in erster Linie Transparenz und Offenheit nötig. Wenn die... mehr

    Finanzgeschäfte gehören zu den sensibelsten. Umso wichtiger ist hier die Vertrauensbasis zwischen Institut und Kunde. Leider führten immer neue Störfeuer in der Finanzbranche zu einem Vertrauensverlust.

    Die Wiedergewinnung muss nachhaltig erfolgen. Hierfür ist in erster Linie Transparenz und Offenheit nötig. Wenn die Finanzkrise etwas gelehrt hat, dann die Notwendigkeit verständlicher Finanzprodukte und eines ehrlichen Geschäftsgebarens. Banken dürfen nicht mehr auffallen durch hochriskante Geschäfte, um den Unternehmensprofit ins Unermessliche steigern zu wollen.

    Erst ein solides Wirtschaften führt wieder zur Glaubwürdigkeit, die den Banken eigentlich seit jeher zu Teil wurde. Dazu würde auch eine angemessene Vergütung der Führungskräfte beitragen. Exorbitante Grundgehälter und im Zweifel noch höhere Bonifikationen sind den Kunden heute nicht mehr vermittelbar. Der Vertrauensgewinn kann nur über das Verhalten eines "ehrbaren Kaufmanns" zurückgewonnen werden.