Der klassische Wettbewerb von Unternehmen innerhalb klar voneinander abgegrenzter Branchen hat sich zu einer Rivalität der Wertschichten innerhalb und außerhalb bestehender Sektoren gewandelt. Die Finanzbranche ist herausgefordert, die Teilprozesse ihrer Wert(schöpfungs)kette unter Renditegesichtspunkten kritisch zu hinterfragen, Kernkompetenzen zu identifizieren und bestehende Wertschöpfungsarchitekturen zu überdenken. Diese Herausforderung gilt insbesondere für das Kreditgeschäft der Banken, das im Folgenden als die Vergabe und Verwaltung von Gelddarlehen und anderen Krediten ohne den Erwerb von Beteiligungen und handelbaren Finanzinstrumenten verstanden wird.
Aufsichtsrechtliche Regelungen sind für die Dekonstruktion der Kreditwertschöpfungskette und die Entstehung innovativer Kreditwertschöpfungsarchitekturen von zentraler Bedeutung. Insbesondere der § 25a Abs. 2 KWG über die Auslagerung von Bereichen auf ein anderes Unternehmen bestimmt die Zulässigkeit und die Anforderungen an zulässige Auslagerungen bei Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten. Zusätzlich geben die Ende 2002 in Kraft getretenen Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute (MaK) und die qualitativen Vorgaben aus Basel II bzw. CAD III (auf europäischer Ebene) Anforderungen an den Kreditprozess vor.
Der vorliegende Beitrag untersucht die Auswirkungen der genannten aufsichtsrechtlichen Regelungen auf die Entstehung innovativer Kreditwertschöpfungsarchitekturen. Anhand ergänzender Faktoren außerhalb der Bankenaufsicht wird weiterhin die aktuelle Situation und das Potenzial für Sourcing im Kreditgeschäft diskutiert.
Lesen Sie das Kapitel "Dekonstruktion der Kreditwertschöpfungskette" aus dem Buch von Wieland Achenbach / Jürgen Moormann / Holger Schober (Hg.) "Sourcing in der Bankwirtschaft" mit freundlicher Genehmigung der Bankakademie-Verlag GmbH.
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