Es gab einmal eine Zeit in Deutschland, die zurecht Gründerzeit hieß. Noch heute zieren so genannte „Gründerzeitvillen“ so manche Straße in so mancher deutschen Stadt. Auch viele Unternehmensnamen sind mit dieser Zeit untrennbar verbunden: Siemens, AEG, Thyssen und auch die Deutsche Bank stammen aus dieser Ära. Was verursachte damals diese Gründungswelle? Sicher trug dazu die Industrialisierung bei und die wissenschaftliche technische Revolution, aber auch die bismarcksche Reichsgründung im Jahr 1871 war förderlich. Zoll- und Handelsschranken innerhalb Deutschlands fielen und Unternehmen konnten überregional tätig werden und so in Größenordnungen wachsen, die es möglich machten, Vorteile der Massenproduktion zu nutzen. Ein großer deutscher Binnenmarkt entstand, eingebunden in eine arbeitsteilige Weltwirtschaft. Deutschland bezog Rohstoffe wie Salpeter aus Chile, exportierte Maschinen und die Rothschilds wurden reich im ersten kaspischen Ölboom. Die internationalen Finanzströme erreichten bis dato unbekannte Dimensionen.
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