Wenn man sich für einen kurzen Moment den Zustand der globalen Volkswirtschaft vor
Augen hält, wird einem klar, dass es einhergehend mit der Globalisierung zu einem nie
dagewesenen Anstieg an Liquidität gekommen ist. Möglicherweise ausgelöst durch die
Zinspolitik des letzten amerikanischen Notenbankpräsidenten Allan Greenspan bei dem
Versuch, dem amerikanischen Volk eine Deflation zu ersparen. Möglicherweise aber
auch durch den Preisdruck, der aus dem internationalen Wettbewerb entsteht. Oder
vielleicht aus der Nullzinspolitik der Japaner zur Überwindung ihrer Deflation.
An sich ist es auch egal, was die Gründe sind. Fakt ist, dass Liquidität sprich Kredit selten
so reichlich und billig zu haben war, wie zur Zeit. Nahezu jeder hat heute Zugang zu
Geldquellen, die er sich für seine jeweiligen Investments erschließen kann.
Da sind zunächst die privaten Anleger, die nahezu unbegrenzt sogenannte Sub-Prime-
Kredite erhalten und damit den längsten Immobilienboom aller Zeiten auslösten. Oder
die Hedgefonds, die sich durch gleiches Anlageverhalten gegenseitig das Leben schwer
machen, und die nur durch vermehrten Einsatz von Leverage auf Renditen kommen, die
gerade mal dem Geldmarkt entsprechen.
Und die Private Equity Firmen deren anzulegenden Volumina scheinbar keine Grenzen
gesetzt sind, wodurch sie mehr und mehr zum Regulativ ganzer Volkswirtschaften
werden. Und nicht zu vergessen, der riesige Berg an Sozialkapital sprich Versicherungsoder
Pensionsgelder, der sich völlig legal unter den Augen seiner Aufsicht ungehindert
in strukturierte Produkte begibt, deren Kredit-Risiken nur schwer, wenn überhaupt, zu
kontrollieren sind.
Diese Art von Trends bzw. Ausuferungen hat es an sich schon immer gegeben,
möglicherweise aber in anderer Form, wenn ich nur an das Jahr 2000 denke. Die
Gleichzeitigkeit allerdings, mit der die Dinge heute einhergehen, scheint mir neu.
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