Ideen und Konzepte ethisch-ökologischer Geldanlage haben ihre Wurzeln in der Umwelt-, Friedens- und Bürgerrechtsbewegung. Die Aktivisten waren es einfach leid, gegen Umweltzerstörung, Aufrüstung und Rassendiskriminierung zu demonstrieren und dies gleichzeitig mit dem eigenen Sparbuch zu finanzieren. Alternativen waren gefragt, bei denen das angelegte Geld sozial und ökologisch sinnvoll investiert wurde ‑ ohne dabei auf eine marktübliche Rendite zu verzichten. Denn Ökologie lässt sich durchaus mit ökonomischem Nutzen verbinden: Unternehmen, die bereits heute umweltfreundlich wirtschaften und deren Schadstoffausstoß weit unter den gesetzlichen Richtwerten liegt, haben es in Zukunft leichter als die Konkurrenz, die z. B. bei gesetzlichen Grenzwertverschärfungen erst teure Investitionen vornehmen muss, die ihren Gewinn schmälern. Ganz zu schweigen von dem Vorteil, den ein »umweltfreundliches« Firmenimage für den Produktabsatz bringt. Durch eine gesteigerte Nachfrage nach »umweltfreundlichen« Aktien könnte zusätzlich zum öffentlichen Druck der Umweltbewegung ein finanzieller Druck für Unternehmen entstehen, sich stärker an ökologischen Richtlinien auszurichten.
Aber nicht nur Umweltschützer werden sensibler im Umgang mit Geld und wollen ‑analog zum Kauf oder Boykott bestimmter Waren oder Unternehmen ‑ ihre Marktmacht im Geldanlagebereich demonstrieren. Auch Politiker und die Chefs von Weltbank & Co. schließen sich zunehmend dem Leitspruch »Ökologie ist langfristige Ökonomie« an und verweisen ‑ getreu der Umweltkonferenz von Rio 1992 ‑ immer häufiger auf das Konzept der »Sustainability«/Nachhaltigkeit. Denn als gute Haushalter (griechisch: oikonomoi) müssen die ökonomisch Denkenden auch Ökologie und soziale Aspekte beachten, wenn sie langfristig und dauerhaft, sprich »nachhaltig« wirtschaften wollen.
Die Leseprobe enthält die Einleitung zum Buch und einen Auszug aus dem Kapitel 2 "Grün anlegen"
Lesen Sie dieses Kapitel aus dem Buch "Grünes Geld - Jahrbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2005/2006" mit freundlicher Genehmigung des HamppVerlags.
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