Zentrale Punkte
Konjunktur
Schwere globale Rezession
Die Wirtschaftsleistung wird 2009 in den reifen Volkswirtschaften (USA,
Großbritannien, Eurozone und Japan) deutlich schrumpfen. Schätzungen zufolge
wird das weltwirtschaftliche Wachstum auf etwa 0,5 Prozent zurückgehen. Aber auch
die Schwellenländervolkswirtschaften sind betroffen. Hier wird das Wachstum die 2-
Prozent-Marke voraussichtlich nicht übersteigen. Sowohl in den reifen Volkswirtschaften
als auch in den Schwellenländern liegt ein Großteil der Produktionskapazitäten
brach.
Kurzum, die Welt befindet sich in der schwersten Rezession seit dem Zweiten
Weltkrieg. Zugleich ist dies die erste Rezession, die alle Regionen gleichzeitig betrifft.
Probleme der Finanzwelt weiten sich auf die Realwirtschaft aus
Auch im Hinblick auf ihre Ursachen unterscheidet sich diese Rezession von anderen.
Die Krise begann auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt und betraf zunächst
‑ ob direkt oder indirekt ‑ Hypothekengeber und andere Finanzinstitute. Alsbald
waren alle Regionen und Wirtschaftsbereiche betroffen. Die Folgen für die globale
Realwirtschaft machten sich ab September 2008 mit aller Vehemenz bemerkbar. Die
Konsequenzen für Unternehmen und Verbraucher werden sich bis zur Jahresmitte 2009
noch verschärfen: enttäuschende Geschäftszahlen, Gewinnwarnungen und
Wirtschaftsnachrichten, die hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Diese Rezession hat alle Weltwirtschaftsregionen zur gleichen Zeit erfasst, daher
kann keine Region die Rolle des Wachstumsmotors für die globale Konjunktur
übernehmen. Jetzt sind nur noch die Regierungen und die Zentralbanken imstande,
den beispiellosen Nachfragerückgang in der Privatwirtschaft ‑ ob bei Unternehmen
oder Verbrauchern ‑ durch Staatskonsum auszugleichen. Die Regierungen haben
bereits umfangreiche Konjunkturprogramme angekündigt. Die Zentralbanken haben
aggressiv die Zinsen gesenkt. Dem liegt die Einsicht zugrunde, dass unorthodoxe
Maßnahmen gefordert sind, um das Abrutschen in eine anhaltende Depression zu
verhindern. Eine Depression ‑ verbunden mit struktureller Deflation ‑ könnte eine
Weltwirtschaftskrise wie in den 1930er Jahren bedeuten. Wir gehen davon aus, dass
die Zentralbanken die Zinsen noch weiter senken und zudem weitere Maßnahmen
zur strukturellen Verbesserung der Finanzsituation ergreifen werden. Dank stark
rückläufiger Inflationsraten haben die Notenbanken jetzt den nötigen
Handlungsspielraum. Die von den politischen Entscheidungsträgern demonstrierte
Entschlossenheit lässt darauf hoffen, dass sich bereits in der zweiten Hälfte dieses
Jahres eine leichte Erholung abzeichnen wird.
Weiteres aus dem Inhalt:
- Aktuelle Wirtschaftslage
- Eurozone
- Schwellenländer und China
- Höhere Staatsausgaben
- Leichte Erholung in 2009
- Unsere Prognosen zum...
- Erdölpreis
- Von Inflation zu Deflation
- Euro
- Festverzinsliche Wertpapiere
- Marktverwerfungen zwar rückläufig, aber noch nicht überwunden
- Hochzinsanleihen
- Investment-Grade-Anleihen
- Anleihen von den Emerging Markets
- Staatsanleihen
- Aktienmärkte
- Schwere Depression eingepreist
- Seitwärtsmarkt
- Attraktive Dividendenrenditen
- Defensive Sektoren mit zyklischen Akzenten bevorzugt
- Präferenz für US-Werte
- Emerging Markets
- Negativ gegenüber Immobilienaktien
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