Schlägt das kaufmännische Rechnungswesen die Kameralistik?
Im Frühjahr 2007 ging das Land Nordrhein-Westfalen
mit einer öffentlichen Ausschreibung als weiteres Bundesland
einen entscheidenden Schritt zum Aufbau eines
landesweiten doppischen Rechnungswesens mit einer
outputorientierten Steuerung. Auch dort erwartet man,
dass der Paradigmenwechsel auf ein komplett neues System
mit Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen
Euro verbunden sein wird.
Rheinland-Pfalz hat sich dagegen bereits vor einigen
Jahren für einen eigenen Weg entschieden: Im Vordergrund
standen dabei Überlegungen, durch zusätzliche
Mechanismen die systembedingten Steuerungsdefi zite
der Kameralistik beheben zu können. Die Nachteile der
Kameralistik sind hinlänglich bekannt: Im Zentrum steht
als Basis des fi nanziellen Handelns einerseits ein relativ
starrer Haushaltsplan, der als Ergebnis eines politischen
Konsensprozesses quasi ein in Euro und Cent umgesetztes
politisches Programm der Regierung repräsentiert,
andererseits die Umsetzung dieses Plans in Form der Bewirtschaftungsaktivitäten
der Verwaltungseinheiten, die
sich in den Ein- und Auszahlungsfl üssen der öffentlichen
Hand niederschlagen.
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