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Investieren in Schwellenländer: die BRICs und ihre Nachfolger

Goldman Sachs International
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Die Schwellenländer sind erwacht. Dank immer besserer ökonomischer Rahmenbedingungen kurbeln die aufstrebenden Regionen das Weltwirtschaftswachstum an. Von diesem Trend profitieren auch Anleger. Mit Zertifikaten ‑ vor allem auf die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China ‑ konnten Privatinvestoren bereits hohe Gewinne erzielen. Doch neben den „großen Vier“ gibt es weitere Erfolgsgeschichten. Auch die Next-Eleven-Staaten ‑ hierunter versteht man die elf aussichtsreichsten Emerging Markets, die auf die BRICs folgen ‑ verfügen über riesiges Aufholpotenzial.

Genau wie BRIC ist auch das Thema Next-11 eine Erfindung von Goldman Sachs. Gut fünf Jahre ist es her, dass unsere Global-Research- Abteilung in einer Studie zum ersten Mal die Frage stellte, wie die Welt im Jahr 2025 bzw. im Jahr 2050 aussehen wird, wenn die Schwellenländer in dem jetzigen Tempo weiterwachsen. Insbesondere die großen Vier unter den Schwellenländern, Brasilien, Russland, Indien, China, kurz BRICs genannt, haben nach Auffassung von Goldman Sachs Chefvolkswirt Jim O’Neill das Potenzial, schon in einigen Jahrzehnten zu den führenden Wirtschaftsnationen aufzuschließen (die Goldman Sachs Studie „The BRICs Dream“ ist unter www.goldman-sachs.de verfügbar).

Ende 2005 stellte das Team um Jim O’Neill zudem das Next-11- Konzept vor. Das Ziel dieses Szenarios war, diejenigen Länder herauszufiltern, die in den kommenden Jahrzehnten eine Entwicklung nehmen könnten, die mit den BRICs vergleichbar ist. Zu diesen Staaten zählen ‑ in alphabetischer Reihenfolge ‑ Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, Südkorea, die Türkei und Vietnam. Sowohl aus kultureller und geographischer Sicht als auch aus der Perspektive eines Investors bilden die Next-11 also eine bunte Mischung. Während zahlreiche Anleger in Schwellenländer wie Südkorea oder Mexiko bereits investiert haben, sind Länder wie Vietnam, Pakistan oder Indonesien vermutlich Neuland für die meisten Privatinvestoren.

Es stellt sich also die Frage, ob neben dem „BRIC-Traum“ auch ein „Next-11-Traum“ wahr werden kann? Welche Aussichten haben diese elf Staaten wirklich? Und welche Hindernisse könnte es auf dem Weg an die Spitze geben? Der folgende Beitrag soll Antworten auf diese Fragen geben.

Fünf Jahre nach der ersten BRICs-Studie zeigt sich, dass alle BRICStaaten über den prognostizierten Wachstumsraten liegen. Russland, Indien und China sind sogar deutlicher als vorhergesagt gewachsen. Daher werden auf absehbare Zeit die BRICs wohl die größere Investmentstory bleiben. Die Next-Eleven-Länder werden zwar allein keine wichtige globale Rolle spielen. Aber als Gruppe haben sie allemal die Möglichkeit, die G7 herauszufordern.

N-11-Länder mit ersten Erfolgen
Erste Erfolge können die Next-Eleven bereits verbuchen. So hat die Bedeutung dieser Gruppe innerhalb des Welthandels und der globalen Wirtschaft in den vergangenen Jahren leicht zugenommen. Inzwischen leisten die N-11-Länder einen Beitrag von 9 Prozent zum Weltwirtschaftswachstum. Was allerdings die Wachstumsraten anbelangt, konnte nur Vietnam mit China, Indien und Russland mithalten. Doch fünf der N-11-Staaten überzeugten in den zurückliegenden fünf Jahren mit einem durchschnittlichen Wachstum von mehr als 5 Prozent.

Sämtliche N-11-Staaten haben das Potenzial, in den kommenden zwei Jahrzehnten jährliche Wachstumsraten von 4 Prozent und mehr zu generieren ‑ vorausgesetzt, es gelingt den Regierungen, die nötigen Wachstumsbedingungen zu schaffen. Ein solcher Aufschwung würde natürlich den Wohlstand in diesen Regionen nachhaltig anheben. Das führt dazu, dass diese Nationen auf dem Weltmarkt stärker als Nachfrager von Gütern auftreten werden.

Das Wirtschaftswachstum stieg innerhalb der Gruppe generell an. Dabei waren die Steigerungsraten recht stabil. Die Wachstumsschwankungen waren so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die gute Konjunktur verlieh den Aktienmärkten Rückenwind. Fünf der N-11-Börsen verzeichneten Kurssteigerungen von mehr als 300 Prozent seit dem Jahr 2003. Der Aktienmarkt in Vietnam glänzte im gleichen Zeitraum sogar mit einem Plus von mehr als 500 Prozent. Ein Grund für die gute Performance waren natürlich auch die verbesserten Handelsbedingungen. Vor allem Vietnam, Ägypten und die Türkei öffneten sich für den Welthandel.

Keine Frage, der Nährboden für eine gute Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten ist bereitet. Zwar wird die N-11-Gruppe die BRICs wohl nicht herausfordern können, wenn man das absolute Bruttoinlandsprodukt zum Maßstab nimmt. Doch sie können bis zum Jahr 2050 durchaus ein gemeinsames Bruttoinlandsprodukt erreichen, das etwa zwei Drittel der G7-Staaten entspricht.

Aufgrund der Größe und der Wachstumsaussichten ihrer Volkswirtschaften haben Mexiko und Indonesien die Chance, langfristig auch große G7-Staaten wie Großbritannien, Deutschland und Japan zu überholen. Nigeria, Südkorea, die Türkei und Vietnam könnten zumindest einige der aktuellen G7-Nationen herausfordern. Gemessen am absoluten Bruttoinlandsprodukt könnten sich große Änderungen in der Rangliste ergeben. Dagegen sind Verschiebungen in der Einkommensrangliste weniger wahrscheinlich. Den Sprung vom Entwicklungsland zum entwickelten Land könnten lediglich Südkorea und Mexiko schaffen ‑ unter Umständen auch die Türkei.

Unterschiede …
Das Spektrum der N-11-Länder hat seinen Schwerpunkt in Asien. Es erstreckt sich aber auch über Lateinamerika und Afrika. Kulturell, geographisch und volkswirtschaftlich weisen die Mitglieder dieser Gruppe große Unterschiede auf. Das beginnt bereits bei den Einwohnerzahlen. So ist das einwohnerreichste N-11-Land, Indonesien, mit 222 Millionen Einwohnern etwa viereinhalbmal so groß wie Südkorea. Innerhalb der BRICs ist dieser Unterschied allerdings noch größer. Denn die Bevölkerungen der über eine Milliarde Einwohner zählenden Staaten China und Indien übertreffen die Populationen Brasiliens (188 Millionen) und Russlands (143 Millionen) noch deutlicher.

Noch gravierender sind die Wohlstandunterschiede. So liegt das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Südkorea bei mehr als 18.000 Dollar. Dieser Wert ist mehr als doppelt so hoch wie in Mexiko, dem nächstfolgenden N-11-Land. Er übertrifft auch die Kennziffern aller BRIC-Staaten. Nicht ohne Grund wird Südkorea häufig schon nicht mehr als Entwicklungsland gesehen. Auf der anderen Seite beträgt das Pro-Kopf-Einkommen in Bangladesch lediglich 427 Dollar. Die südostasiatische Nation zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Auch in Vietnam, Pakistan und Nigeria liegt das BIP pro Einwohner unter der Marke von 1.000 Dollar.

Die Liste der Unterschiede ließe sich lange weiterführen. Zwei weitere Beispiele sind die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen sowie die Urbanisierungsrate. Während ausländische Direktinvestitionen im Iran aus politischen Gründen im Prinzip nicht vorhanden sind, spielen sie in Ägypten, Nigeria und Vietnam eine erhebliche Rolle. In Bangladesch, Vietnam und Pakistan lebt die klare Mehrheit der Bevölkerung noch immer auf dem Land. Dagegen wohnen mehr als drei Viertel der Südkoreaner und Mexikaner in Millionen-Metropolen wie Seoul oder Mexico City. Im Iran, in der Türkei und auf den Philippinen konzentrieren sich etwa zwei Drittel der Bevölkerung auf die Städte.

… und Gemeinsamkeiten
Während es auf der einen Seite deutliche Unterschiede gibt, weisen die N-11-Nationen auf der anderen Seite zahlreiche Gemeinsamkeiten auf. So ist die Bevölkerung in diesen Ländern jünger als in den Industriestaaten der westlichen Welt. Die wachsenden Einwohnerzahlen sind die Basis für prosperierende Ökonomien. Denn langfristig ist das Wirtschaftswachstum meist an das Bevölkerungswachstum gekoppelt. Die wachsenden Einwohnerzahlen könnten den Volkswirtschaften einen zusätzlichen Schub verleihen ‑ vor allem wenn es gelingt, die Ausbildungsniveaus anzuheben. In dieser Beziehung liegen Mexiko und Vietnam unter den N-11-Staaten weit vorn.

Durch den steigenden Wohlstand könnten die meisten Länder bis zum Jahr 2025 ihr Einkommen derart erhöhen, dass ein großer Teil der Bevölkerung die 3.000-US-Dollar-Marke für primären Konsum überschreitet. Südkorea und Mexiko verzeichnen bereits heute recht hohe Durchschnittseinkommen. Die Folge höherer Einkommen wäre ein deutlicher Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Verbrauchs.

Die Next-11-Staaten wurden nicht deshalb ausgewählt, weil sie erfolgreicher als andere Schwellenländer wären. Auch außerhalb dieser Gruppe gibt es Länder mit hohen Wachstumsraten, wie zum Beispiel Südafrika oder Chile. Die Besonderheit der Next-11 liegt vielmehr darin, dass sie bei anhaltendem Wachstum aufgrund ihrer Größe in ein paar Jahrzehnten zu den zwanzig größten Wirtschaftsnationen gehören könnten. Wie erfolgreich diese Länder auf längere Sicht sein werden, hängt nicht nur von der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft, sondern auch von einer Reihe innerer Faktoren ab. Dazu gehören ökonomische Stabilität und Offenheit, Bildungsniveau, technischer Entwicklungsstand und politische und rechtliche Rahmenbedingungen. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, haben Korea und Mexiko und mit einigem Abstand Vietnam und die Türkei die günstigeren Ausgangsbedingungen.

Investitionsmöglichkeiten in Next-Eleven
Der entscheidende Punkt allerdings, den alle Next-Eleven-Staaten aufweisen, sind die Wachstumsaussichten, die für die kommenden Jahrzehnte vielversprechend scheinen. Doch wie können Privatanleger von diesem Trend profitieren? Die gute Nachricht: Mit Zertifikaten können Investoren bereits in acht dieser elf Länder einsteigen.

Lediglich in Bangladesch, dem Iran und Nigeria ist der Zugang noch verwehrt. In Bangladesch sind Aktien-, Renten- und Devisenmarkt nicht liquide genug. Alle Goldman Sachs Anlageprodukte auf die BRICs oder Next-11 finden Sie auf unserer Internetseite www.goldman-sachs.de.

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