Der Sozialimmobilienmarkt wird gegenwärtig sowohl durch irritierende Signale der öffentlichen Debatte als auch durch Einschätzungen verunsichert, die von Partikularinteressen „getrieben“ sind. Angesicht dieser kurzfristigen Hektik bedarf es fundierter Analysen und empirisch gesicherter Daten, um die Zukunft des Investments in Pflegeimmobilien beurteilen zu können.
Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst künftig schon aus demographischen Gründen erheblich. Die Lebenserwartung steigt weiter, und jenseits des 70. Lebensjahres nimmt das Pflegerisiko exponentiell zu. Die noch vorhandenen häuslichen Pflegepotentiale halten mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt. Bereits in den letzten Jahren ist der Bedarf an stationärer Pflege überdurchschnittlich gestiegen. Dieser Trend dürfte sich trotz der Versuche der Politik, ihm entgegenzusteuern, fortsetzen.
Schon heute werden auf dem Pflegemarkt jährlich über 30 Milliarden Euro umgesetzt ‑ rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Weiteres kräftiges Wachstum ist vorgezeichnet. Um ein gleichbleibendes Versorgungsniveau zu gewährleisten, müssten sich die Ausgaben der Pflegeversicherung bis 2050 etwa verfünffachen, im stationären Bereich sogar versechsfachen. Allerdings wird dies kaum allein über öffentliche Abgaben finanzierbar sein. Vielmehr wird die private Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die verstärkte private Vorsorge wird zu einem Wandel der Nachfrage führen. Das schafft für die künftige Gestaltung von stationären Angeboten neue Herausforderungen und Chancen ‑ vor allem hinsichtlich der Flexibilität ihrer Struktur und ihrer Qualität vor neue Herausforderungen.
Das künftige Wachstumspotenzial ist beträchtlich zum einen wegen des erheblichen Erweiterungsbedarfs, zum anderen wegen des zunehmenden Ersatzbedarfs. Dieser Bedarf wird künftig weitestgehend über den Kapitalmarkt finanziert werden müssen.
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